Nachbar verteilt Retourkutsche

Berliner beschwert sich über Lärm – Antwortbrief hat es in sich

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Ein Berliner verfasste einen langen Beschwerdebrief über den Partylärm in seinem Viertel – doch mit dieser Reaktion eines Nachbarn hätte er wohl nicht gerechnet.

Der Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg ist dank der Kulturbrauerei, einem Verbund aus mehreren Kneipen und Clubs, die perfekte Anlaufstelle für viele Feierwütige. Doch nicht jeder in der Nachbarschaft freut sich über lange Nächte und Partylärm im Viertel – vor allem Zugezogene aus ländlicher Gegend scheinen sich im Clinch mit den alteingesessenen Prenzbergern zu befinden, denen ihre Feierkultur heilig ist.

Anwohner beschwert sich ausgiebig über Lärm im Viertel

Deshalb sorgt der Beschwerdebrief eines Anwohners nun für eine heftige Debatte im Netz. Denn in seinem Schreiben gibt der Autor regelrecht eine Anleitung zum Umgang mit der nächtlichen Unruhe im Viertel: Allen voran rät er Nachbarn, die sich belästigt fühlen, sich sofort an die Polizei zu wenden und gibt gleich mehrere Telefonnummern an: "Sie sind immer besetzt und müssen mit Euch vor Ort (also nachts in der Kulturbrauerei) eine Anzeige aufnehmen."

Der Mann scheint schon recht routiniert in dieser Prozedur, denn er hat Ratschläge für alle Eventualitäten parat:

Im Netz findet er auch teilweise Zuspruch für seine Aktion:

Doch nicht jeder scheint mit dem lärmgeplagten Nachbarn einer Meinung zu sein. In den Kommentaren scheut man sich auch nicht, ihm die Löffel langzuziehen:

Beschwerdebrief: Diese Reaktion hat sich gewaschen

Besonders der Antwortbrief eines Nachbarn hat es in sich: Darin ärgert sich der Schreiber über die "Anleitung zum Petzen", die dem Viertel mit seinen einst "famosen Partys" noch den "kulturellen Tod" sterben lässt: "Wahrscheinlich ist es ihnen noch gar nicht aufgefallen, dass inzwischen nahezu alle Clubs den Bezirk aufgrund von Querulanten wie Ihnen entweder schließen mussten oder in andere Bezirke abgewandert sind", empört sich der Verfasser.

Für die Engstirnigkeit des nörgelnden Nachbarn möchte er am liebsten einen "Kulturwürgerpreis" verliehen. Denn in Berlin gäbe es nach wie vor keine Sperrstunde und "was zur Hölle sollen die ganzen Kinder hier mal machen, wenn sie endlich die Pubertät erreichen, nach Neukölln oder Friedrichshain zum Feiern fahren, weil ihre Eltern sich auf ihr Ruhebedürfnis besonnen haben, nachdem sie in die Großstadt gezogen sind?"

Wie der Streit weitergeht bleibt noch offen – doch auch das Netz ist auf die Rückantwort "gespannt".

Auch dieser Aushang, den die Müncher ZDF-Moderatorin Anna Kraft postete, sorgte bereits für Furore.

Von Franziska Kaindl

In einer tz-Fotostrecke können Sie sich weitere kuriose Aushänge ansehen:

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Rubriklistenbild: © Facebook / @OpenAirBerlin

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