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Corona-Pandemie: Was tun, wenn ich meine Immobilie nicht mehr finanzieren kann?

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Mehrfamilienhäuser werden an der «Wasserstadt Limmer», einem neuen Wohnquartier, gebaut.
Viele Häuslebauer machen sich aufgrund der Corona-Krise sorgen um die Finanzierung. © dpa/Julian Stratenschulte

Wer aufgrund der Corona-Pandemie auf Einkommen verzichten muss, aber gleichzeitig eine Immobilie finanziert, hat ein Problem. Die Restschuldversicherung kann helfen.

Für viele Immobilieneigentümer der wohl größte Albtraum: Plötzlich nicht mehr in der Lage zu sein, die Raten der Immobilienfinanzierung* zu bezahlen. In Zeiten der Corona-Pandemie ist vieles unsicher – so auch die Liquidität einiger Immobilieneigentümer.

Laut aktuellem NPL-Barometer 2020 der Bundesvereinigung Kreditankauf und Servicing (BKS) erwartet die Mehrheit der teilnehmenden Entscheidungsträger bei deutschen Banken in den nächsten zwölf Monaten einen weiteren Anstieg an notleidenden Krediten in Deutschland. Diese Erwartung gilt sowohl für wohnwirtschaftliche Immobilienkredite als auch unbesicherte Konsumkredite. Dabei kann die Restschuldversicherung als Absicherung des Darlehens dienen und einige Vorteile bieten.

Restschuldversicherungen, auch Restkreditversicherungen genannt, springen bei Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit oder Tod des Kreditnehmers ein. Was es beim Abschluss einer Restschuldversicherung zu beachten gibt, erklärt der Immobiliendienstleister McMakler

Immobilienfinanzierung bei Jobverlust: Wie funktioniert die Restschuldversicherung? 

Abgesichert: Sollte der Kreditnehmer während der Kreditlaufzeit sterben, übernimmt die Versicherung die Tilgung der noch offenen Restschuld. Dabei sinkt die Versicherungssumme entsprechend der fortgeschrittenen Tilgung des Immobiliendarlehens. „Nur der erste Kreditnehmer wird von der Restschuldversicherung abgesichert. In der Regel ist das der Hauptverdiener eines Haushalts. Im Falle seines Todes muss sich die Familie keine Sorgen um die Tilgung des ausstehenden Kredits machen“, erklärt Felix Jahn, CEO und Gründer von McMakler. Zusätzlich zum Todesfall, lassen sich auch Berufsunfähigkeit, unverschuldete Arbeitslosigkeit oder auch Einkommensminderungen – beispielsweise aufgrund von Kurzarbeit während der Corona-Krise – absichern. Vor Vertragsabschluss sollten Kreditnehmer genau prüfen, welche Eventualitäten die Versicherung umfasst. 

Die Auszahlung der Versicherungssumme erfolgt über einen festgelegten Zeitraum und entspricht den monatlichen Finanzierungsraten. „Im Falle von Arbeitslosigkeit greifen die meisten Restschuldversicherungen zwölf bis 18 Monate lang“, weiß Jahn von McMakler und führt weiter aus: „Außerdem sollte sich der Kreditnehmer vor dem Abschluss einer Restschuldversicherung über eventuelle Warte- und Karenzzeiten informieren. Oft greift der Versicherungsschutz erst nach drei bis sechs Monaten nach Versicherungsabschluss.“

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Corona-Pandemie: Wie wird eine Restschuldversicherung abgeschlossen? 

Die Restschuldversicherung kann immer nur in Kombination mit einem Kredit abgeschlossen werden – entweder gleich im Anschluss an den Darlehensvertrag oder nachträglich während der Kreditlaufzeit. Wichtig ist: Der Abschluss einer Restschuldversicherung ist nicht gesetzlich verpflichtend. Versicherungsnehmer sollten beachten, dass der zusätzliche Versicherungsschutz die Kosten der Police erheblich erhöhen kann. „Vor dem Abschluss der Restschuldversicherung sollten Interessenten mehrere Angebote einholen und diese genauestens prüfen. Dabei ist die Höhe des effektiven Jahreszins besonders ausschlaggebend,“ so CEO Jahn von McMakler. Für die Restschuldversicherung gibt es weder feste Prozentsätze noch Formeln, an denen sich der Versicherungsnehmer orientieren kann. Es kommt hierbei immer auf den Einzelfall an.

Haus finanzieren: Kündigung der Restschuldversicherung

Versicherungsnehmer können die Restschuldversicherung unabhängig vom laufenden Darlehensvertrag kündigen. Zu welchen Bedingungen die Kündigung erfolgt, hängt von den individuellen Vertragsregelungen ab. In der Regel lässt sich die Versicherung zum Ende eines Zahlungszeitraums kündigen.

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Alternative: Risikolebensversicherung statt Restschuldversicherung

Die Risikolebensversicherung greift wie auch die Restschuldversicherung im Todesfall des Versicherten. Bei der Risikolebensversicherung vereinbart der Versicherer mit dem Interessenten eine feste Versicherungssumme. Anders als die Restschuldversicherung, können Interessenten die Risikolebensversicherung unabhängig vom Darlehensvertrag abschließen. Dementsprechend fällt die Versicherungsrate meist günstiger aus. Zu beachten ist jedoch, dass bei der Risikolebensversicherung die Gesundheitsprüfung meist sehr umfassend und streng ausfällt.

Fazit: Immobilie finanzieren in Corona-Zeiten - Wann lohnt sich eine Restschuldversicherung?

„Tatsache ist, dass Kreditnehmer aufgrund des wirtschaftlichen Abschwungs in Kurzarbeit oder auch ganz in die Arbeitslosigkeit gerutscht sind, sodass Versicherungen im Einzelfall helfen konnten, die Darlehensraten weiterhin zu zahlen. Dies setzt natürlich voraus, dass diese Umstände im Leistungsumfang der abgeschlossenen Restschuldversicherung inbegriffen sind“, erklärt Jahn von McMakler. Und weiter: „Versicherungsnehmer sollten hier genau hinschauen. So könnte die Versicherung bei Arbeitslosigkeit möglicherweise nur für einen begrenzten Zeitraum leisten oder auch gar nicht, falls beispielsweise ein befristeter Arbeitsvertrag ausgelaufen ist. Auch könnten gewisse Krankheiten aus dem Leistungsumfang ausgeschlossen werden. Eine fachkundige Beratung beim Experten ist also ratsam, um die richtige Versicherung für die persönlichen Lebensumstände zu finden.“ *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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