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Alte Häuser sind schön. Aber sie haben auch einige Mängel. Nicht in jedem Fall kann ein Mieter dabei eine Mietminderung geltend machen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Wohnen im Altbau

Da werden Mieter hellhörig

Hohe Decken, Holzfußböden, große Fenster - alte Wohnhäuser sind oft behaglich. Allerdings stecken in Altbauten die Tücken im Detail. Knarrende Dielen oder zugige Fenster sind aber oft kein Mangel. In manchen Fällen können Mieter aber trotzdem Nachbesserung verlangen.

Berlin (dpa/tmn) - Große Räume, mit Stuck verzierte, meterhohe Decken und große Flügeltüren - ein Altbau hat seinen Charme. Doch leider auch seine Macken. Mit diesen Schönheitsfehlern müssen Mieter in der Regel leben, erklärt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund (DMB).

Vor allem, wenn diese schon beim Einzug bekannt waren. Denn es gilt: Gemietet wie gesehen. Ein Überblick über typische Probleme:

- Wände: Wer in einer Altbauwohnung wohnt, kennt das Problem: Schiefe Wände in jedem Raum. Leider merken Mieter häufig erst beim Einzug, wie schräg die Wände wirklich sind. Fußbodenleisten stehen mehrere Millimeter ab und schwebende Regale lassen sich nur mithilfe abenteuerlicher Konstruktionen anbringen.

Solange aber der Stand der Technik eingehalten wurde, der galt, als das Haus gebaut wurde, liegt kein Mangel vor. Vor allem dann nicht, wenn der Mieter bereits vor dem Umzug darum wusste, erläutert Gerold Happ vom Eigentümerverband Haus & Grund. "Krumme Wände gehören nun mal zum Altbau dazu."

- Fußboden: Schön und tückisch zugleich - ein alter Dielenfußboden. Er quietscht und knarrt bei jedem Tritt. Und dank dünner Decken bleiben auch die unzähligen Schritte des Nachbarn nicht unbemerkt. Auch in diesem Fall können Mieter selten einen Mangel geltend machen. "Vor allem, wenn die Schallschutz-Standards eingehalten wurden, die während der Errichtung des Gebäudes galten", sagt Ropertz.

Es gibt aber Ausnahmen. Wurde der Fußboden nachträglich erneuert, ohne die geltenden Normen für Schallschutz und Trittschall einzuhalten, kann ein Mangel vorliegen - sofern der daraus resultierende Krach unzumutbar ist. Für Betroffene ist das allerdings schwer nachweisbar. Sie müssen meist einen Sachverständigen mit der Erstellung eines Schallschutzgutachtens beauftragen.

- Fenster: In Altbauwohnungen finden sich häufig ältere Holzfenster. Der Vorteil: Sie sorgen für einen stetigen Luftaustausch. Der Nachteil: Meistens sind sie sehr zugig und häufig auch undicht. Ob es tatsächlich hereinregnet, stellen Mieter oft erst nach einem großen Wolkenbruch fest. Hinnehmen müssen sie es aber nicht.

Der Mangel sollte dem Vermieter angezeigt und um Abhilfe gebeten werden. Ob die Fenster nur repariert oder ganz ausgetauscht werden müssen, hängt immer vom Einzelfall ab. Mieter sollten bedenken, dass letzteres eine Modernisierungsmaßnahme darstellt, die eine Mieterhöhung rechtfertigen kann. Sollten die Fenster lediglich etwas in die Jahre gekommen sein, liegt kein Mangel vor.

- Elektrik: Hoffnungslos veraltete elektrische Leitungen müssen Mieter nicht hinnehmen. Der Bundesgerichtshof (BGH) legte dafür einen Mindeststandard fest, den Altbauwohnungen zu erfüllen haben. Danach sollten zwei Elektrogroßgeräte problemlos gleichzeitig betrieben werden können (Az:. VIII ZR 281/03).

Weist der Vermieter aber ausdrücklich darauf hin, dass die Wohnung nicht den Standards entspricht und der Mieter sich aber dennoch für sie entscheidet, dann gilt auch hier: gemietet wie gesehen. Nachträglich kann der Mangel nicht geltend gemacht werden.

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