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Viele Vermieter fürchten Schimmel, wenn nasse Wäsche in der Wohnung getrocknet wird.

Mietrecht

Darf ich meine nasse Wäsche in der Wohnung trocknen?

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Was für viele Mieter unverständlich ist: Der Vermieter verbietet ihnen das Wäschetrocknen in der Wohnung. Darf er das überhaupt?

Als Begründung für das Verbot heißt es beim Vermieter oft: Nasse Wäsche in der Wohnung sorgt für Schimmel. Dies ist vor allem der Fall, wenn zusätzlich eine schlechte Belüftung in den Räumen herrscht. Deshalb sind einige Vermieter sehr interessiert daran, dass Bewohner ihre Wäsche in den dafür angedachten Trockenräumen im Keller aufhängen. Doch ist so eine Regelung überhaupt erlaubt?

Wäsche aufhängen in der Wohnung: So entschieden die Gerichte

In manchen Mietverträgen wird mit Klauseln wie "Das Trocknen von Wäsche in der Wohnung ist nicht gestattet" von vornherein versucht, dem Bewohner Grenzen aufzuzeigen. Das Landgericht Frankfurt entschied aber in einem Fall von 1990 (Az. 2/13 O 474/89), dass Verbote dieser Art unzulässig sind.

Als Begründung nannte das Landgericht die Tatsache, dass das Aufhängen von schleudergetrockneter Wäsche ein völlig normaler und vertragsgemäßer Gebrauch des Mietobjekts sei.

Laut dem Landgericht in Düsseldorf darf selbst dann ein eigener Trockner in der Wohnung aufgestellt oder die Wäsche in der Wohnung aufgehängt werden, wenn es einen separaten Trockenraum gibt (Az. 21 T 38/08).

Erfahren Sie hier, was Sie alles auf dem Balkon machen dürfen - und was nicht. 

Was passiert, wenn tatsächlich Schimmel entsteht?

Sollte durch das regelmäßige Trocknen von nasser Wäsche tatsächlich ein Schaden an der Wohnung entstehen, der zu einer Verschlechterung der Immobilie führt, dann hat der Mieter dafür zu haften. Er steht nämlich unter einer Sorgfalts- bzw. Obhutspflicht gegenüber der gemieteten Wohnung und hat deshalb jegliche Gefährdungen abzuwenden.

Wenn noch kein Schimmel entstanden ist, der Vermieter aber der Meinung ist, vorbeugend das Trocknen von nasser Wäsche unterbinden zu müssen, so hat er zuerst nachzuweisen, dass die Wohnung in diesen Zeiträumen nicht ausreichend belüftet wurde. (Az. 53 C / 1736/08).

Lesen Sie hier, ob Sie die überhängenden Äste Ihres Nachbarn abschneiden dürfen.

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Von Franziska Kaindl

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Kommentare

Da HiasAntwort
(1)(0)

Die beste Lösung wäre, eine zumutbare Möglichkeit zur Verfügung zu stellen, wo alle Mietparteien ihre Wäsche ordentlich und energiesparend (= ohne den Zwang, einen el. Wäschetrockner oder Luftentfeuchter nutzen zu müssen) trocknen können. Sollte im Interesse eines jeden Vermieters sein, egal ob Privatperson oder Großvermieter.

Barney
(0)(0)

Wenn ich (als Privatperson) eine Wohnung vermiete bin ich daran interessiert, dass das Objekt gut behandelt wird. Und natürlich macht man sich Sorgen wegen Feuchtigkeit in der Wohnung. Stelle ich dem Mieter einen Luftentfeuchter zur Verfügung, heißt es bestimmt, dass ich dann auch die Stromkosten dafür übernehmen soll... Und wie soll ich als Vermieter nachweisen, wann und wie oft gelüftet wird? Da ist man doch ruckzuck bei Verletzung von Persönlichkeitsrechten. Irgendwie erscheint es mir als Privatperson (und Nichtvermieter) nicht sehr sinnvoll, eine Wohnung zu vermieten, da man zu viele Risiken zu tragen hat. Seien es Mietnomaden, Schimmel, Ärger mit Nachbarschaft usw.

NafetsAntwort
(0)(0)

Ich trockne meine Wäche immer im (fensterlosen) Badezimmer. Mit Unterstützung eines auf die Wäsche gerichteten Ventilators ist sie meist schon nach 12 Stunden trocken (im Winter geht es schneller, im Sommer kann es etwas länger dauern). Ab und zu mal stoßlüften, und die Luftfeuchtigkeit ist raus aus der Wohnung.