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Wenn Laub die Dachrinne verstopft, kann das Wasser beim nächsten Regen nicht abfließen. So können Feuchteschäden am Haus entstehen. Foto: Andrea Warnecke

Den Winter vertreiben: Frühjahrsputz am Haus und im Garten

Der Winter hat seine Spuren hinterlassen. Die kalte, ungemütliche Jahreszeit mit viel Regen und Schnee hat Schmutz auf Terrasse und Balkon, auf den Gartenwegen, dem Dach und an den Fensterrahmen hinterlassen. Es ist Zeit für den Frühjahrsputz außen am Haus.

Lindau (dpa/tmn) - Mit dem Frühling kommt der Frühjahrsputz im Haus. Aber eigentlich ist es sogar noch wichtiger, sich mit Bürste, Lappen und Werkzeug der Außenseite des Gebäudes anzunehmen. Denn hier haben schließlich Schnee und Regen Schmutz hinterlassen, und der Frost hat dem Putz zugesetzt.

"Der Kundendienst am Haus ist gerade nach dem Winter wichtig - er wird nach unserer Erfahrung nach aber allzu oft vernachlässigt", sagt Roman Schäfler, Regionalbüroleiter des Verbands Privater Bauherren (VPB) in Lindau (Bayern). Das ist zu tun:

Holzboden und -latten reinigen:

Und das am besten mit der Bürste. Denn Hochdruckreiniger und Dampfstrahler können manche Holzarten beschädigen. Vergleichsweise unempfindlich sind das tropische Bankirai oder andere Harthölzer, erklärt Schäfler. Terrassendielen aus weicherem Holz wie die heimische Lärche und Kiefer sowie Produkte aus Holzkunststoffgemischen schadet zu viel Düsendruck. Wer nicht unbedingt in Handarbeit dem Schmutz zu Leibe rücken will, sollte zumindest mit so wenig Druck wie möglich ans Werk gehen.

Stephan Hofherr vom Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie sagt: Zur Reinigung von Terrassendielen aus den neuen Verbundwerkstoffen WPC (Wood Plastic Composites) reicht es aus, die Dielen mit dem Gartenschlauch und einer Bürste oder einem Besen in Längsrichtung abzubürsten. Fetthaltige Flecken packt eine leichte Seifenlauge sowie handelsübliches Spülmittel. Für WPC gibt es aber auch Spezialreiniger im Handel.

Steinflächen putzen:

Auf Stein- oder Teerflächen gedeihen Algen. Sie kann man grundsätzlich mit dem Hochdruckreiniger behandeln, erklärt Schäfler. Aber das auch nicht ohne Vorsicht: Kleinformatige Elemente kann der Strahl unterspülen.

Fensterrahmen wischen:

Schmutz legt sich als grauer Schleier auf ihnen ab. Dagegen hilft ein gewöhnlicher Haushaltsreiniger, sogar hartnäckigere Verunreinigungen wie Insektenkot entfernt er. Holzrahmen brauchen danach eine besondere Frühjahrskur: "Mit Pflegemilch wird nach dem Säubern ein Schutzfilm aufgetragen, der die Oberfläche lange frisch hält", erklärt Heinz Blumenstein, geschäftsführender Vorsitzender des Bundesverbands Pro Holzfenster. "So stärken Sie die Holzoberfläche gegen Witterungseinflüsse und erhalten damit auch den Wert Ihrer Fensterrahmen." Im Frühjahr sollte der Hausbesitzer auch Beschläge und Holzprofile kontrollieren.

Gartenleitung durchspülen:

Ist sie nicht am normalen Leitungsring angeschlossen, sollte eine Gartenleitung nach monatelanger Ruhe über den Winter unbedingt durchgespült werden. Denn hier können sich Legionellen gebildet haben, erklärt Schäfler. Die Stäbchenbakterien leben im Wasser und lösen die tödliche Legionärskrankheit aus.

Dach reinigen:

Das Dach in luftiger Höhe zu reinigen, ist eigentlich Profi-Aufgabe. Denn die Absturzgefahr ist einfach zu groß. Wer die Arbeit unbedingt in Eigenregie machen möchte, muss den Arbeitsschutz im Blick haben. Aber auch hier kann das Material Schaden bei falscher Handhabung der Geräte davontragen: Trifft das Wasser mit zu viel Druck seitlich oder von unten auf die Dachpfannen, kann Wasser in die Konstruktion eindringen. Der Baustoff durchfeuchtet, Dämmmaterial kann seine isolierende Wirkung verlieren und Schimmel entstehen. Wichtig ist das Ausputzen der Dachrinnen nach dem Winter. Frost kann Moos auf den Ziegeln abgelöst haben, das die Rinnen verstopft, sagt Uta Maria Schmidt von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Bei Regen läuft das Rohr dann über.

Check-up durch Profis:

Schäden an der Fassade und auf dem Dach kann der Hausbesitzer und Heimwerker kaum selbst ausmachen und angehen. Daher betont Ulrich Zink vom Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung: "Ein erster optischer Check ist zwar sinnvoll, kann aber zu Irrtümern und Fehlinterpretationen führen. Deshalb muss im Zweifelsfall eine weitere Detailkontrolle mit einem Fachmann durchgeführt werden."

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