+
Da hat wohl jemand keinen Baum gefunden: Ein Buntspecht hackt mit seinem Schnabel ein Loch in die Fassade eines Hauses. Foto: Soeren Stache

Der hat doch einen Vogel: Spechte durchlöchern Fassaden

Entdecken Hausbesitzer Löcher in ihrer Fassade, können das Bruthöhlen sein. Spechte verwechseln die Hauswände manchmal mit Bäumen. Diese Löcher müssen dringend verschlossen werden, sonst drohen im Winter schlimme Folgen für das Mauerwerk.

München (dpa/tmn) - Spechte sind manchmal verwirrt. Denn sie verwechseln Hauswände mit Bäumen und versuchen, sich durch Putz und Wärmedämmung zu klopfen und ihre Höhlen dort zu zimmern.

Gerade im Winter können die Löcher für schlimme Folgeschäden sorgen: Durch jede Art von Lücke im Putz dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein, erklärt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Dann kann es Wasserschäden geben oder Schimmel bildet sich.

Besonders betroffen sind wärmegedämmte Gebäude. Der Vogel kann hier besser eine richtige Höhle bauen als nur in Putz und Mauerwerk. Er räumt dafür das Dämmmaterial aus. Hier sind aber auch die Folgen schlimmer: Dringt Feuchtigkeit in das Dämmmaterial ein, verliert diese ihre dämmende Eigenschaft, erklärt der LBV. Die Höhlen müssen also dringend verschlossen werden.

Allerdings stehen alle Wildvögel unter Naturschutz. Das bedeutet: Sie dürfen nicht getötet, verletzt oder gefangen werden. Und ihre Niststätten dürfen nicht zerstört oder die Tiere bei der Brut gestört werden. Spechte brüten zwischen April und August, aber auch andere Vögel wie Sperlinge, Meisen, Kleiber, Stare oder Mauersegler sowie Fledermäuse können die Höhlen danach beziehen und nutzen. Eine Reparatur ist daher außerhalb der Brutzeit am besten möglich. Doch: Ist die Reparatur früher nötig, erteilen Naturschutzbehörden auch Genehmigungen, erklärt der LBV.

Um zu vermeiden, dass der Specht im Frühjahr eine neue Höhle in die Wand baut, können Hausbesitzer bewegliche Lichtreflexe nutzen, etwa durch aufgehängte CDs, Flatterbänder, Spiegelstücke oder Wimpelleinen. Wer einen Vogel an der Fassade sieht, sollte ihn durch lautes Klatschen, Trommeln, Pfeifen oder Wedeln mit Tüchern vertreiben.

Vogelscheuchen haben nur direkt an der Stelle eine abschreckende Wirkung, nicht aber entlang der ganzen Hausfassade. Auch die oft verwendeten Vogel-Attrappen - meist Uhu, Sperber und Habicht als natürliche Feindbilder - sind nur bedingt eine Lösung: Sitzt der Plastikvogel tagelang am selben Fleck, merkt der Specht das und erkennt ihn nicht mehr als Gefahr an. Und irgendwann gewöhnen sich Spechte auch an alle Abwehrmaßnahmen, betont der LBV.

Eine gute Wirkung haben dünne Metallbleche an den Hausecken und eine begrünte Fassade. Auch straff gespannte Drahtnetze mit feinen Maschen an den Fassaden sind laut LBV eine Möglichkeit. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) rät davon aber auch ab, denn hängen Netze schlaff durch, können sie zur Todesfalle für die Vögel werden.

LBV zu Maßnahmen gegen den Specht

Weitere Informationen

Nabu zu Spechten

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zehn Dinge, die ordentliche Menschen jeden Tag tun
Ordnung ist das halbe Leben: Wer täglich ein bisschen aufräumt und sauber macht, hat mehr Zeit für die schönen Dinge. Probieren Sie es aus!
Zehn Dinge, die ordentliche Menschen jeden Tag tun
Hartriegel und Sommerflieder im Februar vermehren
Forsythie und Sommerflieder muss man nicht in der Gärtnerei kaufen. Wer will, kann die Gehölze ganz einfach selbst vermehren. Garten-Experten verraten, wie es geht.
Hartriegel und Sommerflieder im Februar vermehren
Dieser Zettel soll Herzen von Münchner Wohnungsbesitzern erweichen
Am Sendlinger Tor hängt derzeit ein ungewöhnliches Wohnungsgesuch, das manchem ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Die Verfasserin greift zu kreativen Mitteln.
Dieser Zettel soll Herzen von Münchner Wohnungsbesitzern erweichen
Qualität beim Möbelkauf wichtiger als der Preis
Langlebigkeit und Design statt billige Verarbeitung - Deutsche tendieren laut einer neuen Erhebung dazu, mehr Geld in Möbel von guter Qualität zu investieren. Auch das …
Qualität beim Möbelkauf wichtiger als der Preis

Kommentare