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Vor dem Säen von Pflanzen zur Gründüngung sollte der Gärtner den Boden lockern.

Die großen Gönner

Wie Grün-Düngung den Boden verbessert

Pflanzen nehmen eigentlich nur, sie entziehen dem Boden Wasser und Nährstoffe. Aber manche sind Pflanzenfreunde: Sie geben dem Boden Nährstoffe zurück. Alles über die Gründüngung.

Der Boden ist ein sehr sensibles Gefüge, das in der Natur in sich stimmig ist. Wird der Boden bewirtschaftet, greift der Mensch in dieses System ein. Er gräbt, pflanzt, düngt und erntet.

Schmetterlingsblütler sind ein bekanntes Beispiel für die Gründüngung - etwa Bohnen.

Die natürlichen Abläufe und Parameter werden gestört, so dass sich die für das Pflanzenwachstum positiven Eigenschaften des Bodens verändern. Dagegen kann der Hobbygärtner etwas tun. "In der Landwirtschaft nutzt man seit Generationen Gründüngung, um den Boden wieder zu verbessern", sagt Marianne Genenger-Hein vom Landesverband Rheinland der Gartenfreunde. Allerdings ist der Begriff Düngung hier etwas irreführend: Es werden nicht Nährstoffe in Form von Kompost, Kügelchen, Stäben oder Flüssigkeiten verabreicht, sondern Pflanzen in den Boden gesetzt. Landwirte sprechen daher auch von der Zwischenfrucht. Hat sich diese gut entwickelt, schneidet man sie ab, kompostiert sie, oder die Pflanzen bleiben auf der Fläche liegen und werden untergearbeitet. "Mit einer Gründüngung werden nicht nur die Nährstoff angereichert, sondern auch andere Faktoren verbessert", erklärt Genenger-Hein. Der Boden wird aufgelockert, Humus angereichert, die Struktur verbessert sich, Unkraut gedeiht schlechter und Krankheiten wird vorgebeugt.

Die Gründüngung eignet sich auch, um Schädlinge zu vertreiben. Studentenblumen helfen, einen mit Nematoden verseuchten Boden zu regenerieren.

Schmetterlingsblütler sind ein bekanntes Beispiel für die Gründüngung - etwa Wicke, Lupine, Klee, Erbsen sowie Bohnen. Die auch als Leguminosen bekannten Pflanzen gehen mit Knöllchenbakterien eine Symbiose ein, erklärt Ann-Kathrin Spiegel vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau. "Über die Knöllchen sind die Leguminosen in der Lage, Luftstickstoff zu fixieren." Dieser molekulare Stickstoff hat einen Anteil von 78 Prozent an der Luft - ein großes Ressourcenlager. Aber die meisten Pflanzen sind nur in der Lage, Stickstoff in mineralischer Form als Ammonium und vor allem Nitrat aufzunehmen. Hier hilft die Symbiose: Während die Bakterien von der Pflanze Energie bekommen, um den Luftstickstoff zu binden, bekommt die Pflanze den Stickstoff dann in für sie aufnehmbarer Form zur Verfügung gestellt. Sie gibt ihn später auch weiter.

Die Aktivität der Knöllchenbakterien kann der Hobbygärtner fördern: Die Pflanzen, die die Symbiose eingehen, sollten nicht zu tief gesetzt werden, der Boden sollte locker sein und nicht Nässe aufstauen können. "Daneben ist ein geringes Stickstoffniveau im Boden notwendig, damit viel Stickstoff fixiert wird", erklärt Spiegel. Sonst wird der erforderliche Anteil aus dem Boden genommen.

Wer einen harten Boden auflockern möchte, sollte vor allem tiefwurzelnde Arten mit einer guten Verzweigung wählen - etwa die Phacelia.

"Gründüngung kann man fast das ganze Jahr über ausbringen", sagt Genenger-Hein. Nur nicht im frostigen Winter. Hobbygärtner können die Aussaat als Vorkultur im zeitigen Frühjahr einplanen, sie als Zwischensaat nutzen oder auf Gründüngung setzen, wenn alles abgeerntet ist. "Mit der sogenannten Nachsaat tut man dem Boden etwas Gutes und schützt ihn", sagt Gengener-Hein. Der Hobbygärtner lockert zunächst den Boden. "Die Samen sollten nicht zu dicht gesät werden", rät Genenger-Hein. Feines Saatgut wird angedrückt, normalgroße Samen eingeharkt, denn die Körner brauchen den sogenannten Bodenschluss zum Keimen. Das bedeutet, dass der Boden unterhalb des Samenkorns verfestigt wird. "Nur bei Leguminosen hat es sich bewährt, die Samen tiefer zu legen", sagt die Expertin. Anderenfalls fressen Vögel die Saat auf. Ein leicht feuchter Boden fördert die Keimung.

dpa

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