Mietmarkt beruhigt sich

Eigentumswohnungen werden immer teurer

München - Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele Münchner Haushalte weiter unrealisierbar. Der Mietmarkt dagegen beruhigt sich leicht.

Nach einer aktuellen Erhebung des Immobilien-Dienstleisters Jones Lang LaSalle (JLL) dreht sich die Preisspirale unverändert nach oben. Demnach verteuerten sich Eigentumswohnungen in der zweiten Jahreshälfte 2015 um 8,9 Prozent. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis beträgt JLL zufolge 6080 Euro. „Trotz einer Verdoppelung innerhalb weniger Jahre scheint bei den Kaufpreisen noch kein Ende der Preissteigerungen absehbar“, so Immobilien-Spezialist Roman Heidrich.

Eine ähnliche Einschätzung hatte unlängst der Vorsitzende des städtischen Gutachterausschusses, Helmut Thiele, abgegeben. Thiele sprach gar von einer „erschreckenden Entwicklung“, vor allem beim Preisniveau von wiederverkauften Eigentumswohnungen. Seit 2010 habe in diesem Segment ein „richtiger Schub“ eingesetzt. Laut Heidrich sind die Ludwigvorstadt-Isarvorstadt und der südliche Teil der Innenstadt die teuersten Teilmärkte. Dort seien zugleich die höchsten Preisanstiege zu verzeichnen. Gemäß dem „Deloitte Property Index 2015“ ist München nach London und Paris das drittteuerste Pflaster in Europa.

Auf dem Mietwohnungsmarkt hat sich hingegen in der zweiten Jahreshälfte 2015 laut Jones Lang LaSalle eine Beruhigung abgezeichnet. Das Mietniveau ist demnach im Vergleich zu den ersten sechs Monaten 2015 nahezu konstant geblieben, der Durchschnittspreis der Angebotsmieten liege bei 16 Euro pro Quadratmeter. Im Jahresvergleich seien die Mieten um 2,2 Prozent gestiegen, nach 4,4 Prozent im Jahr zuvor.

Stärker als im Münchner Gesamtdurchschnitt stiegen die Mieten in einfacheren Lagen wie Berg am Laim, Trudering-Riem, Ramersdorf-Perlach, Obergiesing und Untergiesing-Harlaching. Dort ist das Mietpreisniveau noch unterdurchschnittlich. Den Trend zum gebremsten Anstieg der Mieten sieht JLL in keinem Zusammenhang mit der Mietpreisbremse, die im August in Kraft getreten ist. „Unsere Auswertungen hatten bereits in der ersten Jahreshälfte ein Abflachen des Aufwärtstrends gezeigt“, so Heidrich.

Klaus Vick

Rubriklistenbild: © dpa

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