+
Viele Mietwohnungen sind falsch vermessen.

BGH-Urteil

Wohnflächen-Streit vermeiden: So wird richtig berechnet

Die Berechnung der Wohnfläche führt zwischen Mietern und Vermietern immer wieder zu Streit. Denn weicht die Quadratmeterzahl von der angegebenen Fläche im Mietvertrag ab, kann dies Auswirkungen auf Miete oder Betriebskostenabrechnung haben.

Der Vermieter muss sich bei einer Mieterhöhung an der tatsächlichen Größe der Wohnung orientieren. Das haben die Richter des Bundesgerichtshofes (BGH) entschieden. Damit hat der BGH seine bisherige Rechtsprechung revidiert.

Das Urteil bezieht sich jedoch nur auf Mieterhöhungen. Das erklärt Inka-Marie Storm vom Eigentümerverband Haus&Grund. "Der Richterspruch hat keine Auswirkungen auf bisher geltende Regelungen zur Mietminderung." Demnach gilt weiterhin: "Mieter müssen nur eine Abweichung von bis zu zehn Prozent akzeptieren", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund.

Fällt die Wohnung jedoch kleiner aus, als die zehnprozentige Toleranzgrenze zulässt, ist eine Mietminderung gerechtfertigt, so Ropertz. Ist die Wohnung beispielsweise um 20 Prozent kleiner als angegeben, darf die Miete weiterhin um 20 Prozent gemindert werden. Die Toleranzgrenze gilt auch für die Betriebskostenabrechnung.

In der Regel wird die Wohnung nach der Wohnflächenverordnung bemessen, erklärt Storm. Bei der Berechnung der Fläche wird Länge mal Breite gemessen. "Außerdem kommt es grundsätzlich auf die Raumhöhe an", sagt Ropertz. Sind die Zimmer zwei Meter hoch, wird die gesamte Grundfläche angerechnet. Ist die Raumhöhe hingegen niedriger als einen Meter, wird die Fläche gar nicht berücksichtigt. Bei Raumhöhen zwischen einem und zwei Metern gilt: Nur die Hälfte der Grundfläche wird dazu gezählt.

Kein Raum in der Wohnung darf vergessen werden - also auch die Küche, die Abstellkammer oder der Flur muss ausgemessen werden. Sogar der Balkon wird in der Regel mit einem Viertel der Fläche eingerechnet. "Bei Toplagen kann sogar eine größere Fläche zur Wohnfläche dazu zählen", erklärt Ropertz. Das sei aber die Ausnahme. Zusätzliche Räume außerhalb der Wohnung wie Keller, Waschräume, Garagen oder Trockenräume gehören hingegen nicht zur Wohnfläche.

dpa/tmn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Mit drei Hausmitteln entfernen Sie Flecken aus Kleidung & Co.
Make-up, Fett, Rotwein: Manche Flecken auf Kleidung und Textilien sind ein wahrer Graus. Doch mit diesen Hausmitteln werden Ihre Sachen wieder blitzsauber.
Mit drei Hausmitteln entfernen Sie Flecken aus Kleidung & Co.
So wird Ihr selbstbefüllter Adventskalender zum Kinder-Hit
Alle Jahre wieder stellt sich für Eltern die Frage: "Mit was befülle ich den Adventskalender?" Hier finden Sie tolle Ideen für kleine und große Kinder.
So wird Ihr selbstbefüllter Adventskalender zum Kinder-Hit
Smart-Home-Alarmanlagen im Test
Lampen übers Smartphone an- und ausschalten ist nett, wirklich interessant sind Smart-Home-Systeme für die meisten aber, wenn es um das Thema Sicherheit zuhause geht. …
Smart-Home-Alarmanlagen im Test
So entlarven Sie unseriöse Immobilienmakler
Der Ruf des Immobilienmaklers eilt ihm voraus. Sein zweifelhaftes Image ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Beruf des Immobilienmaklers nicht geschützt war.
So entlarven Sie unseriöse Immobilienmakler

Kommentare