+
Durch eine Bohrprobe erkennen Handwerker den Wandtyp. Foto: Emily Wabitsch

Heimwerker-Tipp

Erst klopfen, dann bohren: Tragfähigkeit von Wänden prüfen

Wie findet der Heimwerker heraus, wie belastbar seine Wände sind? Ganz einfach: durch eine Bohrprobe oder durch Klopfen. Wie Handwerker den Klopfton interpretieren, erklärt Ratgeberautor Peter Birkholz.

Berlin (dpa/tmn) - Bevor Heimwerker Wandschränke oder Bücherregale anbringen, sollten sie die Wand auf ihre Tragfähigkeit prüfen. Das gilt nicht nur für Neubauten, in denen Zwischenwände oft aus Gipskartonplatten bestehen.

"Auch vor 100 Jahren gab es bereits Leichtbauwände", erklärt Peter Birkholz, Ratgeberautor bei der Stiftung Warentest in Berlin. "So findet man in vermeintlich soliden, noch aus Ziegelsteinen gemauerten Häusern der Gründerzeit sogenannte Rabitzwände."

Sie sind benannt nach ihrem Erfinder Carl Rabitz, "die aus nichts anderem bestehen als aus einem Drahtgeflecht und Putzmörtel", erläutert der Heimwerker-Experte. "Auch dünne Wände aus Hochofenschlacke und Zement kommen in Altbauten recht häufig vor. Der Grund für die leichte Bauweise, damals wie heute, ist die Kostenersparnis."

Wie findet der Heimwerker heraus, wie belastbar seine Wände sind? "Ein Klopftest bringt erste Erkenntnisse: Klingt die Wand hohl und schwingt gar ein wenig, so ist sie wahrscheinlich eine Leichtbauwand", sagt Birkholz. "Eine Bohrprobe gibt näheren Aufschluss: Bei nur geringem Widerstand und weißem Bohrmehl handelt es sich wahrscheinlich um eine Rabitzwand." Ist das Bohrmehl dagegen schwarz, sollte es sich um eine Leichtbauwand aus Schlacke handeln.

Wie geht man nun vor? Zunächst muss der Heimwerker sehr umsichtig bohren. "Leichtbauwände sind dünn, und bis zum Nebenraum oder dem Nachbarn sind es nur circa zehn Zentimeter." Birkholz betont: "Deshalb auf keinen Fall zu tief bohren, nur circa sechs Zentimeter - und zur Kontrolle den Tiefenanschlag der Bohrmaschine benutzen."

Dann folgt der Dübel. "Herkömmliche Spreizdübel halten in den Leichtbauwänden erfahrungsgemäß schlecht", sagt führt Birkholz aus. Er rät zu speziellen Befestigungssystemen, die auch für kritische Baustoffe geeignet sind, etwa ein Injektionsverfahren, bei dem ein synthetischer Zement aus zwei Komponenten zum Einsatz kommt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Heizkörper auf Höchststufe wärmt Raum nicht schneller auf
Viel hilft viel? Das trifft zumindest beim Heizen nicht zu. Auch in kalten Räumen, wird der Heizkörper am besten nicht vollaufgedreht. Denn schneller warm wird es …
Heizkörper auf Höchststufe wärmt Raum nicht schneller auf
Das sind die verrücktesten Weihnachtsdekos des Jahres
Wenn es an Zeit, Lust oder dem passenden Weihnachtsschmuck mangelt, werden manche Menschen richtig kreativ - und zaubern die verrücktesten Dekorationen.
Das sind die verrücktesten Weihnachtsdekos des Jahres
Brennholz: Eiche muss bis zu drei Jahre lagern
Wer frisches Brennholz kauft, sollte auf die Holzsorte achten. Sie ist entscheidend für die Dauer der Lagerung. Denn einige Sorten benötigen mehr Zeit zum Trocknen als …
Brennholz: Eiche muss bis zu drei Jahre lagern
Weiße Farbe schützt Baumstämme vor Temperaturschwankung
Mancher hat sich vielleicht schon mal gefragt, warum im Winter einige Baumstämme weiß angestrichen sind. Schön sieht es ja nicht gerade aus. Welchen Nutzen das Weißen …
Weiße Farbe schützt Baumstämme vor Temperaturschwankung

Kommentare