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Es ist besser, nicht den Helden zu spielen: Wer einen Einbrecher auf frischer Tat im Haus ertappt, sollte sich schnell und leise entfernen.

Ertappt auf frischer Tat

Wie verhalte ich mich im Einbruchsfall?

Für Hausbesitzer ist das eine Horrorvorstellung: Erst splittert Glas, dann sind Schritte im Flur zu hören - Einbrecher sind am Werk! Wie sollte man sich in so einer Situation verhalten?

Es ist besser, nicht den Helden zu spielen: Wer einen Einbrecher auf frischer Tat im Haus ertappt, sollte sich schnell und leise entfernen. Dazu rät Bianca Biwer, Bundesgeschäftsführerin der Opferhilfeorganisation Weisser Ring. Man sollte sich nicht selbst in Gefahr bringen, indem man dem Einbrecher die Fluchtwege abschneidet.

Wie verhalte ich mich am besten?

Der Bewohner rettet sich etwa zu den Nachbarn, ruft die Polizei unter der Telefonnummer 110 und verabredet mit den Beamten einen Treffpunkt in nicht unmittelbarer Nähe der Wohnung.

Was, wenn ich nicht unbemerkt aus der Wohnung komme?

Notfalls sollte man sich einschließen, wenn es nicht möglich ist, die Wohnräume zu verlassen, ohne dass der Einbrecher das bemerkt. Lässt sich die Begegnung mit dem Einbrecher nicht vermeiden, sollte man sich das Aussehen einprägen, um später der Polizei helfen zu können. Die meisten Einbrecher sind laut Biwer nicht maskiert. Auch Infos zum Fluchtwagen seien hilfreich.

Was muss ich grundsätzlich tun, wenn ich einen Einbruch feststelle?

Die Versicherungen verlangen eine Meldung bei der Polizei. Bis zum Eintreffen der Beamten darf am Tatort nichts verändert werden. Man könnte sonst mögliche Spuren der Täter vernichten. Gut ist, wenn die Bewohner dann wissen, was fehlt. Daher sollte es eine Inventarliste des Hausrates geben, die regelmäßig aktualisiert und ergänzt wird. Die Initiative „Nicht bei mir!“ rät, Bezeichnung, Hersteller und Marke, Registernummer, individuelle Merkmale, Neuwert sowie das Kaufdatum von Produkten zu notieren und die Gegenstände zu fotografieren. Diese Inventarliste wird am besten bei Verwandten, Freunden oder in einem Bankschließfach aufbewahrt.

Union macht mobil gegen Einbrüche - Härtere Strafen, mehr Schutz

Die stark gestiegene Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland verstärkt auch für die Politik den Handlungsdruck. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) will den Kampf gegen Banden verstärken und „materielle Anreize für die Bürger schaffen, damit sie den Einbruchschutz in ihrem Haus oder ihrer Wohnung verbessern“. Der „Bild“-Zeitung sagte er kürzlich außerdem: „Die Sicherungsmaßnahmen müssen steuerlich absetzbar sein.“ Zudem setze er „auf neue Polizeimethoden, wie das sogenannte „predictive policing“, also die Vorhersage von Tatmustern auf der Grundlage von Datenauswertungen.

Die Union im Bundestag will mit dem Koalitionspartner SPD ein härteres Vorgehen gegen Einbrecher vereinbaren. Fraktionschef Volker Kauder (CDU) schlug am Wochenende eine deutliche Verschärfung des Strafmaßes vor. Wohnungseinbruch solle generell mit der geltenden Haftstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren geahndet werden - die bisherige Ausnahmeregelung für minderschwere Fällen mit einem Strafmaß von drei Monaten bis fünf Jahren soll also entfallen. Einbruchsdiebstahl müsse zudem „in den Katalog der Straftaten aufgenommen werden, zu deren Verfolgung die Telekommunikation überwacht werden kann“, sagte Kauder der „Welt am Sonntag“.

Kauder sieht gute Chancen, dass der Bund demnächst konkrete Maßnahmen auf den Weg bringt. Bei einer Klausurtagung der Fraktionsvorstände von Union und SPD an diesem Donnerstag rechne er mit einem ersten Beschluss dazu. Auf Länder-Seite macht sich vor allem Bayern für härtere Strafen stark. Der Schaden nach Einbrüchen etwa durch organisierte Banden sei nicht nur materiell, sondern könne bei Betroffenen zu psychischen Leiden führen. Ein Gesetzesvorschlag des CSU-regierten Landes wurde im März dem Rechtsausschuss des Bundesrates zugeleitet.

dpa

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