Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

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Kaum Platz im Raum: essen, schlafen, leben auf 16 Quadratmetern – ein Albtraum für Familie Abdelli.

Unzumutbar

Familie lebt in München zu fünft auf 16 Quadratmetern

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München - Zu fünft lebt Familie Abdelli auf 16 Quadratmetern. Seit September versucht die Familie, eine größere Wohnung zu finden. Doch es ist aussichtslos.

Abends mal einen Film schauen? Geht nicht! Durchschlafen? Unmöglich! Und wer nachts auf die Toilette muss, weckt alle anderen auf! Es sind unfassbare Zustände: Zu fünft lebt Familie Abdelli in einem 16 Quadratmeter großen Zimmer. Kochnische im Flur, eine Nasszelle mit Dusche, ein Balkon: 28 Quadratmeter sind es insgesamt.

In diesem Apartment-Haus wohnt die Familie.

Die Kinder müssen auf der Toilette lernen, wenn sie ihre Ruhe haben wollen. Abends nach 20.30 Uhr gehen sie ins Bett. Alle schlafen in dem kleinen Zimmer! Mama Sabine Abdelli arbeitet im Schichtdienst, kommt manchmal nachts erst nach Hause. Vater Mohamed ist zuckerkrank. „Ich schlafe kaum“, sagt er. Der Stress verschlimmert die Symptome. Ursprünglich lebte die Familie in einer großen Wohnung. Aber es gab ein Problem mit einem Nachbarn, der straffällig wurde. „Wir hatten Angst um unsere Kinder“, sagt Mohamed Abdelli. 2008 war das. Die Familie schickte die Kinder nach Tunesien. Dort lebten sie bei einer Tante. Sabine und Mohamed Abdelli zogen auch um, in das Apartment nach Milbertshofen. „Das reichte uns beiden ja“, sagt Sabine Abdelli.

Doch die Situation in Tunesien ist angespannt, immer wieder kommt es zu Anschlägen. Ausländer werden zudem angefeindet. „Meine Tochter wurde mit Steinen beworfen, weil sie Deutsche ist“, sagt Mohamed Abdelli. Also kamen die Kinder zurück, Sohn Karim (10) im September, die Mädchen Yasmine (12) und Nadine (17) kurze Zeit später. Alle in das Apartment.

Seit September versucht die Familie, eine größere Wohnung zu finden. Doch das funktioniert nicht. Mohamed Abdelli ist schwer zuckerkrank, kann nicht arbeiten. Seine Frau verdient ganz gut, doch auf dem privaten Mietmarkt ist die Situation aussichtslos. Eigentlich müsste das Amt für Wohnen und Migration helfen, mit einer geförderten Wohnung. Die Familie hat sich dort auch registrieren lassen, laut Amt ist sie mit 128 Punkten mit der höchsten Dringlichkeit eingestuft. Doch geförderte Wohnungen sind knapp, gerade die mit vier Zimmern oft Jahre belegt. „Wir würden auch eine Drei-Zimmer-Wohnung nehmen“, sagt Sabine Abdelli. Aber dann sage das Amt, dass das nicht geht. Die Wohnung wäre dann überbelegt. „Und was ist das hier?“, fragt ihr Mann und deutet auf den kleinen Raum. „Wir beziehen keine Sozialleistungen, wir zahlen unsere Steuern“, sagt Mohamed Abdelli. „Ich will nichts vom Staat, ich will nur normal leben.“ Auf 16 Quadratmetern ist das nicht möglich. 

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