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Umstellen lohnt sich: Soll die alte Heizung gegen eine moderne Öl- oder Gasheizung mit Brennwerttechnik getauscht werden? Oder soll gleich auf erneuerbare Energien umgerüstet werden? In beiden Fällen gibt es Zuschüsse.

Energie

Fördergeld für die neue Heizung

Die Heizsaison ist vorbei. Höchste Zeit, mal einen Blick auf die Anlage zu werfen. Denn jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um zu modernisieren. Die Zinsen sind extrem niedrig und Hausbesitzer bekommen seit Jahresbeginn für ihre neue Heizung mehr Fördergeld.

Wer jetzt modernisieren will, kann auf staatliche Förderung setzen. Besonders hoch sind die finanziellen Anreize beim Einbau einer Ökoheizung. Aber auch moderne Öl- oder Gasheizungen werden bezuschusst. Die Zeitschrift „Finanztest“ erklärt in ihrer aktuellen Ausgabe, worauf es dabei ankommt. Grundsätzlich gibt es Fördergeld für neue Heizungen vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (Bafa) und der staatlichen Förderbank Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Beide unterstützen den Austausch alter Heizkessel und haben seit Jahresanfang ihre Förderung angehoben. Wie hoch die Zuschüsse ausfallen, hängt allerdings davon ab, für welche Heizung sich Hauseigentümer entscheiden.

Öl und Gas

Wer sich für eine neue Öl- oder Gasheizung entscheidet, kann Fördergeld bei der KfW beantragen. Hausbesitzer können dabei zwischen einem Zuschuss von bis zu 15 Prozent auf die Anschaffungskosten und einem zinsgünstigen Kredit mit einem Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent wählen. Ist die Heizung älter als 30 Jahre, sind Hausbesitzer ohnehin verpflichtet, sie auszutauschen – in solchen Fällen fällt die Förderung niedriger aus. Doch auch die einfache Förderung für den „Austausch der Heizungsanlage“ als Einzelmaßnahme ist lukrativ. Für den KfW-Kredit beträgt der Tilgungszuschuss 7,5 Prozent und der wahlweise vergebene Investitionszuschuss zehn Prozent. Der Tilgungszuschuss ist also höher als die Zinsen, die der Kreditnehmer während der zehnjährigen Zinsbindung zahlt.

Ein Beispiel: Der Bauherr nimmt einen Kredit in Höhe von 10 000 Euro bei einer Laufzeit von zehn Jahren auf. Den Tilgungszuschuss von 12,5 Prozent zieht die Bank bereits im ersten Jahr von der Schuldlast ab. Die Schulden des Hausbesitzers sinken auf 8750 Euro. Auf diese Summe zahlt er einen Sollzins von 0,75 Prozent. Nach zehn Jahren muss er so 9117 Euro an die Bank zurückzahlen. Entsprechende Kredite mit kleinen Summen bis zu 20 000 Euro vergibt zum Beispiel die Deutsche Bank. Laut „Finanztest“ macht das Institut keine Vorgaben zur Höhe des Darlehens. Bei anderen Banken, wie etwa der HypoVereinsbank, ist ein Mindestdarlehen in Höhe von 10 000 Euro vorgegeben.

Erneuerbare Energien

Das Bafa vergibt Zuschüsse für Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. Je nach Projekt sind das mehrere tausend Euro. Es gibt Zuschüsse für moderne Solarthermieanlagen, Wärmepumpen oder Holzpelletheizungen. Das Bafa berechnet die Zuschüsse je nach Heizungskonzept und hat für jede Heizungsart einen Förderbaukasten entwickelt: Basisförderung, Innovationsförderung, Kombinationsförderung und Zusatzförderung.

Zwei Beispiele machen die Möglichkeiten deutlich:

  • Basisförderung: Die Basisförderung in Höhe von pauschal 2000 Euro erhält der Eigentümer für den Umstieg auf erneuerbare Energien – zum Beispiel beim Einbau eines Scheitholzvergaserkessels.
  • Innovationsförderung: Wird im Zuge des Einbaus des Scheitholzvergaserkessels zusätzlich ein effizienter Abgaswärmetauscher installiert, bekommt der Bauherr statt der Basis- die Innovationsförderung in Höhe von 5250 Euro. Gleiches gilt beim Einbau einer Holzpelletheizung oder einer Hackschnitzel-Heizung.
  • Kombinationsbonus: Wer Sonne und Erdgas kombiniert, kann dagegen zum Beispiel den Kombinationsbonus nutzen. Eine Solarthermieanlage mit 15 Quadratmetern Kollektorfläche für Warmwasser und Heizungsunterstützung bekommt als Basisförderung 2100 Euro. Tauscht der Bauherr im Zuge der Dachmontage auch den alten Kessel aus, erhält er einen zusätzlichen Kombinationsbonus von 500 Euro.
  • Zusatzbonus: Doch damit nicht genug – der Bauherr kann weitere Zuschüsse einstreichen. Einen Abschlag von 20 Prozent zahlt das Bafa seit Jahresbeginn, wenn der Eigentümer alte Heizungen durch moderne Technik ersetzt. Dieses Extra gleicht einer Abwrackprämie auf ineffiziente Heizkessel. Es gibt sie nur, wenn die alte Heizung keine Brennwerttechnik hat. Die Heizung darf zudem nicht älter als 30 Jahre sein. Sind die Auflagen für die Prämie erfüllt, erhöht sich die Fördersumme für die Solarthermieanlage auf 3000 Euro.
  • Optimierungsbonus: Neu seit diesem Jahr ist auch der Bafa-Optimierungsbonus. Er beträgt 600 Euro. Gezahlt wird er für eine gute energetische Abstimmung aller Heizungskomponenten. Mit Optimierungsbonus sind es schließlich 3600 Euro, die der Solarthermie-Bauherr als Gesamtförderung erhalten kann.

Zuschuss und Kredit

Die Bafa-Förderung für das Umrüsten auf Erneuerbare kann auch mit einem KfW-Kredit kombiniert werden. Der Ergänzungskredit 167 aus dem KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“ läuft zehn Jahre bei einem Zins von 1,06 Prozent. Einen Tilgungszuschuss, wie bei anderen KfW-Darlehen, gibt es nicht.

Beratung und Antrag

Die Zeitschrift „Finanztest“ rät, sich vor der Modernisierung an einen unabhängigen Energieberater zu wenden. Die Energie-Beratung schließt unter anderem einen Heizungscheck mit ein. Der Berater hilft beispielsweise bei der Auswahl des passenden Systems und berechnet die Größe der Heizung. Eine solche Energie-Beratung wird vom Bafa mit 800 Euro bei Ein-und Zweifamilienhäusern gefördert, bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten wird sie mit 1.100 Euro bezuschusst. Den Förderantrag stellt der Experte selbst. Von der KfW und dem Bafa anerkannte Sachverständige findet man im Internet unter www.energie-effizienz-experten.de.

Wer auf erneuerbare Energien umrüsten möchte, kann Zuschüsse direkt beim Bafa beantragen. Der Antrag muss spätestens neun Monate nach Inbetriebnahme der Heizung eingereicht werden – mit Rechnungen und einer Fachunternehmer-Erklärung der Firma. Nach etwa sechs Wochen überweist das Bafa die Zuschüsse. Mehr Informationen gibt es unter www.bafa.de und unter Telefon 06196/908 1625.

Fördergeld für neue Öl- und Gasheizungen vergibt die KfW. Den Antrag müssen Hauseigentümer vor Beginn der Modernisierung stellen und warten, bis die KfW ihn genehmigt hat. Wer die neue Heizung selbst zahlt, kann von der KfW einen Investitionszuschuss bekommen – diesen betragt man direkt bei der KfW. Wer sich für den zinsgünstigen Kredit entscheidet, sucht sich eine Bank oder Bausparkasse, die dann das Darlehen vermittelt. Weitere Informationen dazu gibt es unter www.kfw.de oder telefonisch unter 0800/539 9002.

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