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Einfamilienhaus mit Solarkollektoren

Fördermöglichkeiten für energieeffizientere Privathäuser

In Sachen Energieeffizienz von Neubauten bedeutet die seit Januar in Kraft getretene Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) eine weitere Verschärfung der Anforderungen.

Die gelten für Bestandsgebäude zwar nicht, allerdings ist eine energetische Sanierung auch aus Kostengründen durchaus sinnvoll. In beiden Fällen können die höheren Kosten mit entsprechenden Fördermitteln abgefangen werden.

Wer seinen Bauantrag erst in diesem Jahr stellt oder stellen kann, wird sich zwangsläufig mit den neuen Vorgaben auseinandersetzen müssen. Wie hoch die Mehrkosten für einen Neubau gemäß der EnEV 2016 letztlich tatsächlich ausfallen, liegt auch an den Plänen der Hausbauer selbst. Abhängig von der verwendeten Anlagentechnik für die Heizung und Warmwasserbereitung ist der finanzielle Mehraufwand durchaus unterschiedlich.

Der macht aber bei Neubauten dennoch Sinn, weil das Bauen nach Mindeststandards mittel- bis langfristig dazu führen kann, dass die neue Immobilie bau- und effizienztechnisch schon nach kurzer Zeit wieder veraltet ist. In diesem Fall entstehen die Kosten nur zu einem späteren Zeitpunkt, bedingt durch die Notwendigkeit des Nachrüstens. In beiden Fällen können verschiedene Fördermittel helfen, die finanzielle Belastung zu mildern. Allerdings hat gerade die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) umgehend auf die verschärfte EnEV reagiert und ihr Portfolio an Förderprodukten aufgrund der neuen energetischen Mindeststandards neu aufgestellt.

Förderung energieeffizienter Neubauten durch die KfW

Infolgedessen streicht die KfW zum 31.3. die Förderung des bisherigen Standards für das KfW-Effizienzhaus 70. Die Begründung liegt eben in den gestiegenen Anforderungen, wodurch das Effizienzhaus 70 bestenfalls noch die Mindestansprüche der EnEV erfüllen kann. Anträge hierfür können zwar bis zu der genannten Frist durchaus noch gestellt werden – das gilt jedoch nicht für Bauanträge! In Zukunft legt die KfW zudem ebenfalls die Messlatte für Energieeffizienz höher. Konkret äußert sich dies in einer Erweiterung des Förderprogramms um das Effizienzhaus 40 Plus.

Das ist zwar verbunden mit der Forderung nach

  • einer stromerzeugenden Anlage auf Basis erneuerbarer Energien,
  • einem stationären Batteriespeichersystem,
  • einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung und
  • der Visualisierung von Stromerzeugung und Stromverbrauch über ein entsprechendes Benutzerinterface.

Im Gegenzug wird aber dafür der Förderhöchstbetrag pro Wohneinheit verdoppelt auf 100.000 Euro. Bestehen bleiben die Anforderungen an die Anlagentechnik für die Wärmeerzeugung und die Trinkwarmwasserbereitung, aufgrund derer nur bestimmte Anlagen zulässig sind. Dazu gehören:

  • Brennwertkessel, solare Trinkwarmwasserbereitung, zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • Fernwärme mit zertifiziertem Primärenergiefaktor, zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung
  • zentrale Biomasse-Heizungsanlage auf Basis von Holzpellets, Hackschnitzel oder Scheitholz, zentrale Abluftanlage
  • Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Flächenheizsystem zur Wärmeübergabe, zentrale Abluftanlage
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpe mit Flächenheizsystem zur Wärmeübergabe, zentrale Abluftanlage
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Flächenheizsystem zur Wärmeübergabe, zentrale Abluftanlage.

Als Ergänzung zu den vorgeschriebenen Konzepten bieten sich solarthermische Anlagen an, die sowohl zur Unterstützung der Heizung als auch zur Trinkwarmwasserbereitung eingesetzt werden können.

Förderung durch das BAFA

Aufgrund ihrer Vielseitigkeit und ihres Potenzials zur Energie- und Kosteneinsparung werden Solarthermieanlagen ebenfalls durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gefördert. Diese Mittel sind jedoch ausschließlich für Bestandsgebäude vorgesehen, eine Möglichkeit der Förderung bei Neubauten besteht demzufolge nicht. Bei letzteren wiederum greift aber auch die Pflicht zum Austausch veralteter Heizkessel nicht, die um Rahmen der EnEV-Novelle eine Erweiterung erfahren hat. Die Erneuerung der Heizungsanlage ist dabei eine passende Gelegenheit, das System durch die Einbindung von Solarthermie zu unterstützen.

Solche Röhrenkollektoren werden unter anderem zur Warmwasserbereitung mit einer Solarthermieanlage verwendet.

Das BAFA fördert hierbei eine ganze Reihe von Nutzungsmöglichkeiten, neben der schon erwähnten Warmwasserbereitung und Raumheizung zählen dazu beispielsweise auch die solare Kälteerzeugung und die Zuführung der gewonnenen Wärme und/oder Kälte in ein entsprechendes Wärme-/Kältenetz. Die Höhe der Fördersumme ist dabei abhängig vom Verwendungszweck der errichteten oder erweiterten Solarkollektoranlage sowie der Größe der Kollektorfläche. Diese Basisförderung kann durch zusätzliche Maßnahmen, wie zum Beispiel einen Kesseltausch, noch einmal erhöht werden. Die Förderübersicht des BAFA zu solchen solarthermischen Anlagen gibt im Einzelnen Auskunft über die Beträge, die für derartige Vorhaben gezahlt werden.

Förderung durch kommunale Initiativen

Wie die energetische Sanierung für einen Erfolg der angestrebten Energie- und Wärmewende zu einem kommunalen Gemeinschaftsprojekt werden kann, zeigt indes das oberbayerische Moosburg. Durch den Schulterschluss zwischen der Stadt und einem ortsansässigen Hersteller von Solaranlagen können gewillte Moosburger bis zum Ende des Jahres 2017 neben den vom Bund bezahlten Zuschüssen nun noch weitere Fördermittel erhalten. Für den Erhalt dieser zusätzlichen Gelder ist es im Übrigen unerheblich, ob die errichtete Anlage nur der Warmwasserbereitung oder der Heizungsunterstützung dient. Ebenfalls erfreulich: Von der Sonderförderung können sowohl Neubauer als auch Sanierer profitieren.

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