Vorsicht beim Pflücken

Fuchsbandwurm: Wie Sie sich gegen den Parasiten schützen

  • Anna Katharina Küsters
    VonAnna Katharina Küsters
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Beim Verzehr von Beeren kann es passieren, dass wir den Fuchsbandwurm aufnehmen. Wie Sie diese Gefahr minimieren, erfahren Sie im Beitrag.

Es gibt kaum etwas Schöneres für Gartenfans, als im Sommer bei einem Spaziergang durch den Wald oder durch den eigenen Naschgarten Himbeeren, Erdbeeren und Heidelbeeren zu pflücken und direkt zu essen. Das galt lange Zeit als nicht ganz ungefährlich, da auf den ungewaschenen, tief wachsenden Beeren Spuren des Fuchsbandwurms verteilt sein konnten. Heutzutage hat sich die Situation jedoch etwas verändert und es gibt andere Dinge zu beachten.

Fuchsbandwurm: So wahrscheinlich ist es, den Parasiten über Beeren aufzunehmen

Der Fuchsbandwurm galt lange als Schreckensgespenst von vielen Eltern. Der Parasit ist laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) in der Regel im Kot von Füchsen zu finden. Kommen Beeren, die nah am Boden wachsen, in Kontakt damit, besteht die Gefahr, dass die im Kot befindlichen Eier des Fuchsbandwurms an der Beerenaußenseite kleben bleiben. Pflücken Kinder oder Erwachsene die Beeren dann und essen sie, ohne sie vorher zu waschen, nehmen sie den Parasiten auf.

Der kann den Körper zwar nicht als Wirt nutzen, eine unbehandelte Infektion mit dem Wurm führt jedoch zum Tod. Außerdem lässt sich die Infektion mit Medikamenten lediglich eindämmen, der Wurm lässt sich jedoch nicht mehr aus dem Körper entfernen. Die Krankheit nennt sich alveoläre Echinokokkose und teilweise dauert es Jahre, bis ein Befall des Parasiten beim Menschen klar erkennbar ist.

Fuchsbandwurm: Verbreitungsgebiet Süddeutschland

Deswegen galt lange Zeit das Mantra: keine tief hängenden Beeren pflücken! Das ist auch immer noch ein guter Tipp, denn an den Beeren können auch andere Erreger kleben. Doch eine Infektion mit diesem Parasiten gilt in Deutschland als sehr unwahrscheinlich.

Der Fuchsbandwurm ist in Deutschland hauptsächlich in Bayern und Baden-Württemberg verbreitet. In Bayern sollten vor allem Menschen im Raum München achtsam sein, denn dort sei laut Forschern des Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt die Chance, auf einen infizierten Fuchs zu stoßen, 100 Mal höher als im Rest Bayerns. Das ist nicht verwunderlich, denn im stadtnahen Gebiet haben Füchse deutlich bessere Überlebenschancen. Die Fuchspopulation ist also höher und somit auch die Gefahr, sich den Fuchsbandwurm einzufangen.

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Fuchsbandwurm: Mögliche Übertragungsfaktoren

Es klingt erst mal erschreckend: Die Anzahl der Infektionen von Menschen mit dem Fuchsbandwurm hat sich im Vergleich zu vor zehn Jahren verdoppelt. Doch ein Grund für Panik ist das nicht, denn in ganz Deutschland gibt es insgesamt 50 Neuinfektionen pro Jahr. Eine durchaus überschaubare Anzahl. Bis heute ist zudem unklar, wie sich ein Mensch überhaupt infizieren kann. Denn um an einem Fuchsbandwurm-Befall zu erkranken, müsste ein Mensch mehrere Hundert Eier des Parasiten aufnehmen. Die Beeren müssten also schon richtig verdreckt sein und selten essen Gartenfreunde solche dreckigen Beeren freiwillig, ohne sie vorher zu waschen.

Forschende vermuten mittlerweile, dass die meisten Infektionen über Haustiere geschehen: Hunde oder Katzen, die die Eier über Beeren, Gräser oder Mäuse aufnehmen und dann an den Menschen weitergeben. Es ist daher wichtig, seine Haustiere regelmäßig zu entwurmen und streunende Hunde oder Katzen nicht zu streicheln. Eine Vermutung ist, dass Katzen und Hunde die Eier ausscheiden wie Füchse. Dadurch gelangen dann über Umwegen die Eier aufs Fell der Haustiere. Streicheln Menschen die Tiere, dann bleiben sie an den Händen haften.

Fuchsbandwurm: Natürlicher Kreislauf des Parasiten

Kommt der Mensch nicht dazwischen, sucht sich der Fuchsbandwurm einen sogenannten Zwischenwirt. Im Darm eines Fuchses entwickeln sich die Eier, die der Fuchs dann an einer Stelle ausscheidet, wo er schon mal Mäuse gefangen hat. Die dort lebenden Mäuse fressen Gräser und Samen, auf denen die Eier verteilt sind. Im Darm der Mäuse schlüpfen dann die Larven des Fuchsbandwurms und bohren sich mit der Zeit durch die Darmwand und gelangen in die Leber. In der Mäuseleber entwickeln sie sich zu Finnen. Infizierte Mäuse sind geschwächt, sodass der Fuchs sie leichter fressen kann. Über diesen Weg gelangen die Finnen dann wieder in den Fuchs und legen in dessen Darm Eier.

Fuchsbandwurm: So schützen Sie sich

Das Bundesamt für Risikobewertung weist darauf hin, selbst gepflücktes Obst immer gut zu waschen vor dem Essen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt außerdem:

  • gesammelte Beeren erhitzen, also kochen, braten oder backen
  • nach der Gartenarbeit immer gründlich Hände waschen
  • Desinfektion oder Tiefkühlen tötet den Erreger nicht ab!
  • streunende Füchse nicht füttern oder gar streicheln
  • tote Füchse nicht anfassen

Die Warnung, selbst gepflückte Beeren nicht einfach zu essen, gilt also immer noch. Doch mehr unter dem Aspekt allgemeiner Hygiene, denn ein Befall mit dem Fuchsbandwurm ist in den meisten Fällen sehr unwahrscheinlich. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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