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Ein Makler kann Interessenten bei der Suche nach dem passenden Objekt unterstützen. Sein Vorteil: Er kennt den Markt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn/Illustration

Immobilienkauf mit Hilfe

Für Makler gelten klare Regeln

Makler können bei der Suche nach der eigenen Immobilie helfen. Der Vorteil: Sie kennen den Markt. Dafür verlangen sie am Ende auch eine Provision. Über die wird aber oft gestritten.

Berlin (dpa) - Wer eine passende Wohnung oder ein Haus sucht, braucht Geduld und Glück - oder einen Makler, der sich auskennt. Auch Vermieter und Verkäufer von Immobilien können die Dienste solcher Vermittler nutzen.

Aber was kostet das? Und wann wird eine Provision fällig, und wer muss sie zahlen? Antworten auf wichtige Fragen:

Was leistet ein Makler?

Das beschränkt sich längst nicht mehr auf das einfache Nachweisen von Immobilien oder das Einstellen der Daten in ein Exposé oder das Internet, betont der Immobilienverband Deutschland (IVD). Makler kennen den Markt vor Ort, informieren über Preise, Mieten und Entwicklungen. Sie kennen Angebot und Nachfrage des jeweiligen Immobiliensegments.

Wann kommt ein Maklervertrag zustande?

"Immer, wenn Kunden die Dienste eines Maklers in Anspruch nehmen und daraufhin ein Miet- oder Kaufvertrag abgeschlossen wird, ist ein wirksamer Maklervertrag zustande gekommen", sagt Claudia Seibel von der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV) in Berlin. "Das kann schon der Fall sein, wenn ein Interessent die Datenbank eines Maklers mit Miet- oder Kaufangeboten nutzt und dann mit dem Eigentümer einen Vertrag abschließt."

Wann wird die Provision fällig?

Die Provision ist ein erfolgsabhängiges Honorar, das nur am Ende einer erfolgreichen Vermittlung der Immobilie an den Makler gezahlt wird. Zwischen Kunden und Maklern gibt es oft Unstimmigkeiten über die Zahlung der Provision, die vor Gericht enden. So musste sich das Landgericht Berlin etwa damit befassen, ob eine Internetanzeige allein schon eine provisionsrelevante Maklerleistung darstellt.

Nein, urteilte das Gericht. Für die Provision sei eine Nachweisleistung des Maklers nötig. Diese setze jedoch voraus, dass er dem Kaufinteressenten Angaben zum Verkäufer zur Verfügung stellt. Denn nur so kann der Interessent in Kaufverhandlungen eintreten. Angaben zum Verkäufer seien im vorliegenden Fall jedoch nicht gemacht worden (Az.: 11 O 98/14).

Anders ist es, wenn die Leistung des Maklers mehr als nur eine Internetanzeige umfasst. Das Landgericht Hamburg entschied, dass eine Provision auch dann fällig ist, wenn ein Kaufinteressent vom Makler ein Exposé erhält, später aber direkt mit dem Verkäufer verhandelt und sich beide ohne Makler einigen (Az.: 322 O 341/09).

Was kostet die Vermittlung einer Immobilie?

Das ist unterschiedlich, denn die Maklercourtage ist keine Gebühr, sondern Verhandlungssache. "Bundesweit fallen Maklerprovisionen von bis zu 7,14 Prozent an", informiert der Verband Wohnen im Eigentum (WiE) in Bonn. In einigen Bundesländern wie Berlin, Hamburg oder Brandenburg ist die Courtage vollständig von den Käufern zu tragen. In anderen Bundesländern wie zum Beispiel NRW und Bayern ist die Courtage zumindest theoretisch mit jeweils 3,57 Prozent zur Hälfte vom Verkäufer und zur Hälfte vom Käufer zu zahlen, so WiE.

Gilt das auch für Mietwohnungen?

Im Mietwohnungsbereich gilt seit 1. Juni 2015 das Bestellerprinzip. "Es besagt, dass derjenige den Makler bezahlt, der ihn bestellt", erklärt Wibke Werner vom Berliner Mieterverein. "Mieter müssen nur noch in Ausnahmefällen die Kosten übernehmen." Davor war es üblich, dass der Vermieter den Makler beauftragte, der Mieter ihn aber bezahlen musste.

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