Bald ist Herbst

Gartenarbeit im September: Was Hobbygärtner nun an Pflege und Wintervorbereitung zu tun haben

  • Franziska Irrgeher
    VonFranziska Irrgeher
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Auch im September steht wieder einiges im Garten an. Hobbygärtner sollten nun an die letzte Ernte der Saison und an die Wintervorbereitungen denken.

Im September haben Gartenfans noch einmal reichlich Arbeit vor sich. Denn die Ernte ist teils noch in vollem Ganze, das Obst und Gemüse will richtig gelagert, verbraucht oder haltbar gemacht werden. Doch damit ist die Gartenpflege noch lange nicht erledigt, denn der Herbst naht und damit die Pflege der Gartenpflanzen.

Garten im September: Was nun an Pflege und Wintervorbereitung ansteht

Der September verbindet bestenfalls die wärmenden Sonnenstrahlen des Sommers mit dem sich bereits verfärbenden Laub der Bäume und sorgt so für schöne und entspannte Tage im Garten. Ganz ohne Arbeit geht es aber leider nicht, denn verbleibende Früchte wollen geerntet werden. Neben Kartoffeln und Kürbissen sind beispielsweise noch zahlreiche späte Apfelsorten so langsam reif. Den ganzen Erntekalender für September finden Sie hier*. Auch kulinarisch ist der September damit gewissermaßen der Übergang vom Sommer in den Herbst. So ist nach wie vor frisches Obst erntereif, aber auch Pastinaken, ein eher typisches Wintergemüse, dürfen teils schon frisch auf die Teller.

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Im September steht wieder viel an im Garten – darunter auch die letzte Ernte für die Saison.

Das ist aber längst nicht alles. Am 22. September ist Herbstanfang und damit klar: auch die Gartenarbeit ändert sich im Vergleich zum Sommer nun. Folgende Arbeiten im Garten stehen im September an:

  • Ernte: Im September ist noch immer Erntezeit. Was an Obst und Gemüse reif wird, sollte direkt richtig gelagert werden. Vieles lässt sich haltbar machen oder frisch zu tollen Gerichten verarbeiten. Wenn Sie zu viel Ernte haben, freuen sich sicher auch Nachbarn oder Bekannte über frisches Obst und Gemüse.
  • Gründüngung: Sind die Beete dann leer, kann noch Gründüngung gesät werden. Sie lockert den Boden und bereitet ihn auf die neue Saison im kommenden Jahr vor.
  • Neue Pflanzen einpflanzen: Neben dem Frühjahr ist vor allem der Herbst ein idealer Zeitpunkt zum Pflanzen. Pfingstrosen dürfen nun beispielsweise in die Erde.
  • Blumenzwiebeln setzen: So langsam sollten Gartenfans auch an das kommende Jahr denken. Winterlinge, Blausterne, Traubenhyazinthen, Schneeglöckchen, Zierlauch, Schwertlilie und einige weitere dürfen schon ab September in die Erde, um im nächsten Jahr üppig zu blühen.
  • Staudenpflege: Auch vorhandene Pflanzen brauchen im Herbst Pflege, beispielsweise Stauden. Nun, nach der Blüte, ist der ideale Zeitpunkt zum Teilen einiger Stauden gekommen. Der Rückschnitt kann etwas später erfolgen oder ganz ausbleiben. Wer Stauden stehen lässt, bietet mit ihren Stängeln Insekten Unterschlupf für den Winter.
  • Rasenpflege: Mit dem Sommer geht langsam auch die Rasensaison zu Ende, das Grün wird nun weniger strapaziert. Vor dem Winter kann der Rasen noch mal an kahlen Stellen nachgesät werden, das rät auch der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Gemäht wird noch bis etwa Ende Oktober, davor sollte der Rasen aber keinesfalls mit phosphor- und stickstoffreichem Dünger gedüngt werden. Der NDR rät stattdessen zu Dünger mit hohem Kaliumanteil.
  • Laub entfernen (oder auch nicht): Spätestens Ende September fällt dann langsam das erste Laub. Auf dem Rasen sollte es immer entfernt werden, um dem Gras nicht durch Fäulnis zu schaden. An anderen Stellen kann das Herbstlaub aber ein guter Frostschutz sein und so mancher Igel freut sich über Laubhaufen. Auch einige Insekten überwintern darin. Bedenken Sie aber, dass beispielsweise Laub von Pappel, Kastanie, Walnuss, Eiche und Platane nur langsam verrottet.
  • Saatgut gewinnen: Wenn nicht jetzt, wann dann? Noch im September ist Zeit, Saatgut von Gemüse, aber auch diversen anderen Gartenpflanzen zu gewinnen. Trocknen Sie die Samen und nutzen Sie sie im Folgejahr. Je nach Saatgut kann eine Stratifikation im Winter sinnvoll sein, dann können Sie die Samen im Frühjahr bestenfalls auf der Fensterbank vorziehen.
  • Fallobst entfernen: Wer nur einige wenige Früchte auf dem Boden sieht, kann sie auf den Kompost werfen oder einsammeln. Fallobst kann zudem als natürlicher Dünger vergraben werden, das bietet sich vor allem für große Mengen an. Allerdings sollten kranke Früchte oder welche mit Schädlingen immer entfernt werden. Ein kleiner Rest darf dann natürlich für Tiere liegen bleiben. Zu viel Fallobst könnte dagegen Wespen anlocken. Theoretisch lässt sich sofort aufgesammeltes Fallobst sogar in der Küche verwenden.
  • Aussaat: Neben all den Wintervorbereitungen ist es aber für eine neue Aussaat noch nicht zu spät. Wintergemüse kann im September noch gesät oder gesetzt werden, einige Pflanzen lassen sich sogar ganzjährig gut ernten.
  • Kaltkeimer säen: Denken Sie daran, dass manche Pflanzen eine Kälteperiode zum Keimen benötigen. Sogenannte Kaltkeimer dürfen ebenfalls ab September ins Beet.
  • Schädlingen vorbeugen: Bringen Sie bestenfalls schon Ende September Leimringe gegen Frostspanner an. Natürlich nur, wenn dadurch andere Tiere wie Fledermäuse oder Vögel nicht gefährdet werden und kleben bleiben. Die Ringe sollten möglichst eng anliegen, sodass die Weibchen nicht darunter durchkriechen können. Auch Stäbe oder Pflöcke am Baum müssen mit Ringen bestückt werden. Im Dezember kommen die Leimringe wieder ab, um eventuell abgelegte Eier mit zu entsorgen.
  • Nistkästen reinigen: Dafür eignet sich alternativ auch das Frühjahr vor der ersten Brut. Im Herbst sind aber meist alle Jungtiere ausgeflogen und das Nest noch nicht neu belegt. Nun können Nistkästen von Parasiten befreit und mit einem Handfeger gereinigt werden, der NABU rät dringend von chemischen Reinigungsmitteln ab. Klopfen Sie vorher kurz an, kein Scherz. So haben eventuelle Bewohner Zeit zu flüchten.

Lesen Sie auch: Wenn Sie diese Sache beim Gemüseanbau vergessen, drohen Krankheiten und Schädlinge.

Auch Gartenfans, die es ordentlich mögen, sollten ab dem Herbst zumindest in einer Ecke Totholz und Laub als Winterquartier für Wildtiere liegen lassen. Spätestens mit einer Schneedecke darüber stört es niemanden mehr und unsere tierischen Gartenbesucher profitieren davon.

Mit der Blütezeit ist im September übrigens keineswegs Schluss, neben bunten Bäumen gibt es vor allem blühende Herbstblumen, die nun für Farbe im Garten sorgen. *24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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