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Auf was sollten Eltern beim Kauf von Kinderspielzeug achten?

Chemie im Kinderzimmer

Gefährliche Stoffe im Spielzeug: Darauf sollten Eltern achten

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Puppen, Spielzeugautos, Kuscheldecke - ein Leben ohne chemische Stoffe im Kinderzimmer ist für Eltern schwer möglich. Woher weiß man aber, wo was drin steckt?

Was die Bestandteile von bunter Kinderkleidung, Plastik-Nuckelflaschen oder Babyrasseln sind, ist für Eltern oft nicht leicht nachvollziehbar. Oft sind darin chemische Stoffe wie Weichmacher oder sogar hormonelle Schadstoffe enthalten. Dabei steht die Gesundheit des eigenen Kindes für sie mit an erster Stelle.

Damit das robuste Kinderspielzeug und die flexible Kleidung auch möglichst lange die bunten Farben behält, werden bei der Herstellung bestimmte Stoffe zugegeben. Bei weißen T-Shirts sind es beispielsweise optische Aufheller - fluoreszierende Substanzen, die einen Gelbstich der Textilien verhindern sollen. Die meisten Kleidungsstücke sind mittlerweile mit den Aufhellern versehen. Sie sind jedoch auch in Papier, Kunststoff oder im Waschmittel enthalten. Bei den chemischen Aufhellern müssen Eltern jedoch keine großen Vorbehalte haben - sie gelten als unbedenklich. Anders sieht es jedoch bei anderen chemischen Zusatzmitteln aus.

Gift im Spielzeug? Diese chemischen Inhaltsstoffe sind gefährlich

Laut Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) befindet sich Bisphenol A, ein Grundstoff zur Herstellung von Plastik, in einigen Babyschnullern. In vielen weiteren Kunststoffartikeln sind chemische Weichmacher enthalten, damit das Spielzeug biegsam bleibt und nicht spröde wird. Weichmacher gelten in vielen Fällen auch als gesundheitlich bedenklich. Weichmacher wie DEHP, DBP oder BBP sind bei Spielzeug und Babyartikeln generell verboten. Der BUND warnt auch vor Hormongiften in Spielzeug, welche Krebs oder Unfruchtbarkeit zur Folge haben können. Weitere möglicherweise krebserregende Bestandteil sind beispielsweise die sogenannten polyaromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die bereits vom BUND in sechs Produkten nachgewiesen wurden.

DEKRA-Expertin Natalie Deubler empfiehlt: "Beim Produkteinkauf immer auf den Geruch des Artikels achten sowie auf eine vollständige Kennzeichnung. Gibt es hier schon Auffälligkeiten, raten wir von einem Kauf ab." Zudem sollten sich Eltern, wenn sie unsicher sind, beim Händler erkundigen. In vielen Fällen sind die Händler aufgrund der EU-Verordnung REACH zur Auskunft verpflichtet.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat vor Spielzeugramsch gewarnt. Etwa 80 Prozent des Spielzeugs komme aus China.

Die meisten gesundheitlich bedenklichen Artikel kommen aus China. Aus einem Bericht der EU-Kommission geht hervor, dass vor allem Spielzeug aus Fernost zu 27 Prozent als "riskant" eingestuft wird. Auf Produkte aus diesem Ursprungsland sollten Eltern demnach generell verzichten. Erst im Juni kam es zu einer massenhaften Rückrufaktion von in China hergestelltem Spielzeug der Marken Barbie und Fisher Price, wie der weltgrößte Spielzeughersteller Mattel mitteilte.

Wie erkennt man gefährliche Chemie in Kinderspielzeug oder Bekleidung?

Verbraucher können sich durch Pflichtangaben und Prüfsiegel auf den Artikeln absichern. Ralf Diekmann von TÜV Rheinland empfiehlt, auf Produkte mit dem CE-Kennzeichen zu achten, sowie auf den Namen des Herstellers oder Importeurs und eine Bedienungsanleitung sowie Sicherheitshinweise in deutscher Sprache.

Zu den wichtigen Prüfsiegeln, auf die Eltern beim Kauf achten sollten, gehören das GS-Siegel oder das TooxProof-Symbol. Beide werden von unabhängigen Instituten nach umfangreichen Tests vergeben.

Generell lohnt es sich für Eltern, beim Kauf genau hinzusehen. Für Eltern, die auf Nummer sicher gehen wollen, bietet die Initiative "Kleine Helden leben sicher" des Bundesverbandes Deutscher Kinderausstattungs-Hersteller e.V. (BDKH) einen Service, bei dem sie unabhängige Experten rund um das Thema Materialien und Inhaltstoffe bei Kinderprodukten um Rat fragen können.

Vom BUND gibt es außerdem die kostenlose App ToxFox, die das Einscannen von Produkt-Barcodes ermöglicht und über die Inhaltsstoffe informiert. Die App ist für Android und iOS verfügbar.

High-tech im Kinderzimmer: Spielzeug punktet mit Elektronik

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