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Bei einer Grillparty im heimischen Garten ist es wichtig, Rücksicht auf die Nachbarn zu nehmen. Wer die Ruhezeiten einhält, vermeidet Ärger.

So geht's ohne Streit mit dem Nachbarn

Grillen, pflanzen, ernten: Was im Garten alles erlaubt ist

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München - In Bayerns Gärten geht es rund. Die warmen Temperaturen und das schöne Wetter locken Gartenliebhaber wieder hinaus ins Freie. Doch wer Ärger und Streit mit den Nachbarn vermeiden will, sollte sich an ein paar Regeln halten.

Der Duft von saftigem Grillfleisch durchzieht die Luft, die Getränke stehen kalt, alles ist bereit für die Grillparty. „Ein Sommertraum“, sagen die einen. „Ein Albtraum“, finden manche Nachbarn. Das Frühlingswetter sorgt nicht immer für Frühlingsgefühle – doch wer ein paar Regeln berücksichtigt, kann Ärger vermeiden.

Grillen im Garten: Das sind die Regeln

Der Klassiker unter den Problemen: Der Nachbarschaftsstreit darüber, wann, wo und wie oft gegrillt werden darf. Immer wieder müssen sich die Gerichte damit auseinandersetzen. Grundsätzlich gilt: Wenn im Mietvertrag steht, dass Grillen verboten ist, muss man sich daran halten. Sonst riskiert man im schlimmsten Fall eine Abmahnung oder sogar eine Kündigung. Ohne Vereinbarung ist Grillen dagegen erlaubt. Zu der Frage, wie viele Grillpartys im Sommer in Ordnung sind, gibt es unterschiedliche Urteile. „Es ist eine reine Einzelfallentscheidung“, sagt die Starnberger Rechtsanwältin Gabriele Westhaus. Das Landgericht München hat in einem Urteil 16 Partys in vier Monaten zugelassen. In einem anderen Fall genehmigte das Oberlandesgericht Oldenburg nur vier Feiern pro Jahr. Wichtig ist: Ab 22 Uhr gilt Nachtruhe. Außerdem sollte der Grill so platziert sein, dass er den Nachbarn nicht einräuchert.

Das gilt auch für Feuerschalen. Für offene Feuer haben viele Kommunen Verordnungen erlassen. Feuerschalen sind dagegen ohne Genehmigung erlaubt, vorausgesetzt es stehen nichts anderes im Mietvertrag oder in der Hausordnung. Aufpassen muss man aber bei der Wahl des Brennmaterials. Nasse Gartenabfälle oder Materalien wie Kunststoff, die giftige Gase und Dämpfe hervorrufen, sind nicht erlaubt. Stattdessen sollten naturbelassene Hölzer verwendet werden. „Man sollte darauf achten, dass das Holz nicht feucht ist,“ erklärt Westhaus. So werden Nachbarn nicht so stark durch den Rauch beeinträchtigt.

Kinder und Obst: So vermeiden Sie ärger mit dem Nachbarn

Ein anderer Grund für Nachbarschaftsstreit sind Kinder, die im Garten toben. Wie laut die Kinder sein dürfen, wird in jedem Fall individuell entschieden. Ohne Erlaubnis über den Zaun klettern, weil ein Ball über den Gartenzaun geflogen ist, geht aber nie: Denn das wäre Hausfriedensbruch. „Am Besten ist es, mit dem Nachbarn zu sprechen“, rät Gabriele Westhaus.

Das hilft auch, wenn Äste in Nachbars Garten hängen. Einfach von den Früchten naschen darf der Nachbar nicht – zumindest nicht, wenn die Früchte am Baum hängen. Denn die Rechtslage ist kurios: Sobald das Obst auf dem Boden liegt, ist Schlemmen erlaubt.

Fühlen sich die Nachbarn trotzdem von dem Ast gestört, ist, wie bei anderen Streitigkeiten auch, die Schwere der Beeinträchtigung entscheidend. Und darauf hat jeder Gartenbesitzer Einfluss. Zwei einfache Beispiele: Ein Kompost stinkt nicht, wenn er richtig angelegt wurde. Und auch wer beim Gießen der Balkonblumen aufpasst, dass das Wasser nicht die Fassade hinunter läuft, tut dem Nachbarn einen Gefallen.

Hobbygärtner sollten nicht nur auf Nachbarn, sondern auch auf die Umwelt achten

Hobbygärtner sollten aber nicht nur rücksichtsvoll gegenüber dem Nachbar sein, sondern der Umwelt zuliebe noch weitere Regeln beachten. Im Freizeitgarten sind nur Dünger und Pestizide für den Haus- und Heimgartenbereich erlaubt. „Man darf die Produkte nur dort anwenden, wo sie zugelassen sind“, sagt Gottfried Röll von der bayerischen Gartenakademie. Die Angaben sind zum Teil sehr speziell: Es gibt zum Beispiel einen Dünger, der nur für Kopfsalat im Gewächshaus aber nicht für Kopfsalat im Freien zugelassen ist. Die Vorschriften können sich ändern, manche Pflanzenmittel verderben außerdem mit der Zeit. Wer Reste aus der letzten Saison aufbrauchen möchte, sollte sich deshalb un Internet oder bei Gartengeschäften erkundigen. „Im Zweifelsfall ist es besser, die Sachen über den Sondermüll zu entsorgen“, sagt Röll.

Gärtner sollen außerdem ihre mit Schädlingen befallenen Pflanzen genau beobachten: „Es ist wichtig, die Augen offen zu halten. Es gibt auch meldepflichtige Schädlinge“, erklärt Röll. Im Zweifelsfall ist es am besten, sich zur Sicherheit an die Kreisfachberater für Gartenbau- und Landschaftspflege zu wenden. Denn wenn der Schädlingsbefall besonders schwer und gefährlich ist, müssen Profis ran, um eine rasante Ausbreitung auf die gesamte Umgebung zu verhindern – und um die schönen Gärten zu retten.

von Claudia Schuri

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