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Einweggrills sind praktisch, aber schlecht für die Umwelt.

Umwelt-Sünder

Grillen, wegwerfen, fertig: So schädlich sind Einweggrills

Im Sommer qualmen in vielen Parks die Einweggrills. Zurück bleiben oft Müllberge und unschöne Brandlöcher im Gras. Gehört das zur Grill-Kultur? Oder gehört das verboten?

Der Einweggrill bekommt Fernando beim Supermarkt um die Ecke und das Fleisch gleich fertig abgepackt dazu. Außer einer Gabel hat er nichts dabei. Übrig bleiben leere Plastikverpackungen, die er nur noch zum Abfall bringen muss. Doch manchem Grillfan ist selbst das zu lästig.

Es riecht nach Grillanzünder und Bratwürstchen. Menschen sitzen am Bremer Osterdeich auf Picknick-Decken zusammen. Um sie herum steigen Rauchschwaden in die Luft. Fernando, der einen braun gebrannten Oberkörper zur kurzen Hose trägt, brutzelt auf einem Einweggrill Spieße und Gemüse. Mit einer Gabel holt er einen Champignon vom Rost, pustet kurz und schiebt ihn dann in den Mund. "Sehr gut, nichts verbrannt."

Fernando kommt häufig zum Grillen ans Weser-Ufer in der Innenstadt - immer mit Einweggrill, weil er das viel praktischer findet. "Alles ist vorbereitet. Man braucht nur Feuer, fertig", sagt der 33-Jährige.

Das Ergebnis lässt sich nach lauen Sommerabenden in vielen Städten beobachten: Die Wiesen sind übersät mit Plastikmüll. Wo Einweggrills standen, sind Gras und Holzbänke verbrannt. "Das ist eine bodenlose Frechheit. So geht man nicht mit Städten um", entzürnt sich der Berliner Stadtrat Jens-Holger Kirchner. Er ist für den Mauerpark zuständig, in dem sich bei gutem Wetter Hipster, Familien und Touristen tummeln. 60 000 Euro gibt der Bezirk Pankow im Jahr allein für die Wochenend-Reinigung aus.

Auch in Bremen ist die Stadtreinigung oft Stunden damit beschäftigt, alle Grill- und Müllreste am Osterdeich aufzusammeln. "Liegen bleiben fast ausschließlich Einweggrills und die dazugehörigen Utensilien", hat Silke Küker von der Leitstelle "Saubere Stadt" beim Umweltsenator beobachtet. Wer seinen eigenen Grill mitbringt, räumt seinen Abfall dagegen eher weg. Der Zusammenhang kann natürlich Zufall sein. Fest steht aber: Für die Umwelt sind Einweggrills nicht nur wegen des vielen Mülls ein Problem. Ihre Produktion verschlingt auch viel Energie, bei einmaliger Verwendung ist die Klimabilanz verheerend.

Auch aus kulinarischer Sicht würde Grill-Profi Ebbo Christ die Einmal-Geräte nicht anrühren. "Ein hochwertiges Barbecue ist darauf nicht möglich", sagt der Geschäftsführer der German Barbecue Association. Die Grills gehen schlecht an und brennen ungleichmäßig ab. Würstchen und Gemüse bekommen schnell angeschmorte Stellen, weil der Rost kaum Abstand zur Kohle hat. Verbraucherschützer sehen darin auch ein Gesundheitsrisiko. "Dadurch kann mehr Fett in die Kohle tropfen und mehr krebserregender Rauch entstehen", sagt Regina Aschmann von der Bremer Verbraucherzentrale.

Doch wie wollen die Städte das Einweggrill-Problem in den Griff bekommen? Jedenfalls nicht mit Verboten. "Grillen ist ein Stück Kultur", sagt der Sprecher des Bremer Umweltsenators, Jens Tittmann. Er hat deshalb auch Verständnis für Menschen, die keinen Grill auf dem Fahrrad oder in der Straßenbahn mit sich rumschleppen wollen. Am Osterdeich will die Stadt jetzt noch mehr Mülltonnen aufstellen und hofft auf die Einsicht der Grillfans. Auf die setzt auch der Bezirk Pankow: Im Berliner Mauerpark soll es ab kommenden Sommer gemauerte Grillstellen geben. Einweggrills braucht man dann nicht mehr mitzubringen.

dpa

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