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Der Schrecken der Nachbarn: Eine Drohne fliegt über ihr Haus - und filmt alles.

Drohnengesetz

Heimlich den Nachbarn filmen? Was mit Drohnen erlaubt ist

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Drohnen werden auch im privaten Gebrauch immer populärer – doch für alle Hobby-Piloten gibt es strikte Regelungen. Was darf ich - und was nicht?

Sie werden in der Landwirtschaft genutzt, um Felder zu überprüfen, von Handwerkern, um Dächer zu kontrollieren und von Filmteams, um einzigartige Luftaufnahmen zu machen. Doch auch im privaten Gebrauch werden Drohnen immer beliebter.

Damit diese nicht missbraucht werden, um heimlich den Nachbarn oder andere Mitbürger zu beobachten, gibt es eine Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums.

Drohnen: Hier dürfen sie fliegen und das dürfen sie machen

Wer keine Aufstiegserlaubnis hat und außerhalb von Modellfluggeländen unterwegs ist, darf seine Drohne maximal 100 Meter in die Höhe fliegen lassen. Außerdem muss das Fluggerät immer in Sichtweite bleiben – und damit ist nur das eingeschlossen, was mit bloßem Auge erkennbar ist. Die Sicht aus Ferngläsern oder anderen Hilfsmitteln zählt nicht dazu.

Eine Ausnahme ist die Mini-Drohne mit weniger als 250 Gramm: Mithilfe einer Videobrille darf diese Ihren Sichtbereich verlassen, aber nicht höher als 30 Meter fliegen.

Ebendiese Mini-Drohnen dürfen auch ohne Erlaubnis über fremde Wohnungsgrundstücke fliegen, solange sie nicht in der Lage sind, zu filmen oder Geräusche aufzunehmen. Aufzeichnungen sind nur erlaubt, wenn der Grundstücksbesitzer zustimmt, ansonsten ist es illegal.

Drohnen-Flüge: Das ist absolut verboten

Nicht nur das Filmen eines fremden Grundstückes, sondern auch das von Personen ist nicht erlaubt. Ob es der Hausgenosse beim Sonnen oder ein Spaziergänger mit Käppi ist – sobald Sie ohne Genehmigung Aufnahmen machen, verletzen Sie Persönlichkeitsrechte.

Ein absolutes No-Go sind Flüge über Rettungseinsätze von Polizei und Feuerwehr sowie größere Menschenmengen und Naturschutzgebiete. Von diesen sollte mindestens ein Abstand von 100 Metern gehalten werden. Ebenfalls dazu zählen der Luftraum über Hauptverkehrswegen oder Abflug – bzw. Landebereiche von Flugzeugen.

Dürfen Sie die Drohne Ihres Nachbarn abschießen?

Wer sich in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt sieht, möchte gern zu rabiaten Mitteln greifen: Schwirrt beispielsweise eine Drohne über den eigenen Garten, möchte man das Gerät am liebsten unschädlich machen.

Grundsätzlich haben Sie das Recht, etwas gegen die lästigen Fluggeräte zu unternehmen, wie Rechtsanwalt Christian Solmecke gegenüber express.de erklärt: "Personen, deren Rechte durch illegal fliegende oder filmende Drohnen verletzt werden, dürfen sich selbstverständlich wehren. Ähnlich wie bei der Notwehr gegen Menschen, erlaubt das Gesetz bei der sogenannten Selbsthilfe, Sachen, von denen eine Gefahr ausgeht, zu beschädigen oder gar zu zerstören.“

Allerdings sollten Sie sich jetzt nicht zu früh freuen: Zu diesen Mitteln dürfen Sie nur greifen, wenn Sie keine Möglichkeit hatten, rechtzeitig die Polizei zu rufen. Beschließt Ihr Nachbar nämlich, Sie aufgrund der Zerstörung seines Eigentums anzuzeigen, brauchen Sie Beweise dafür, dass die Umstände Ihnen dieses Handeln erlaubten – was sich als schwierig herausstellen könnte. Deshalb sollten Sie sich diesen Schritt gut überlegen.

Hier finden Sie weitere Regelungen zu Drohnen, die im Januar 2017 festgelegt wurden.

Auch interessant: Dürfen Sie die überhängenden Äste Ihres Nachbarn abschneiden? Und welche rechtlichen Schritte sind erlaubt, wenn der Nachbar Krach macht?

Von Franziska Kaindl

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