Neue Abgabe

Darum wird für drei Viertel aller Privathaushalte das Heizen 2021 teurer

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Am 1. Januar ist das Heizen für rund drei Viertel aller Privathaushalte teurer geworden. Grund ist die CO2-Abgabe, die nun in Kraft getreten ist.

Heizöl und Erdgas werden im neuen Jahr teurer: Am 1. Januar 2021 ist die CO2-Abgabe von 25 Euro je Tonne
ausgestoßenem Kohlendioxid in Kraft getreten. Der Einsatz fossiler Energieträger soll so reduziert werden. Wie das Statistische
Bundesamt am Montag (28. Dezember) in Wiesbaden berichtete, heizen* drei Viertel aller Privathaushalte in Deutschland überwiegend mit Öl oder Gas. Aber der Trend ist rückläufig.

CO2-Abgabe sorgt für steigende Heizkosten: Anteil an Öl- und Gasheizungen bei Neubauten immer geringer

Bei Neubauten waren 2019 42,8 Prozent mit einer Öl- oder Gasheizung ausgestattet – vor zwanzig Jahren lag der Anteil bei 93,1 Prozent. Ölheizungen im Neubau sind mittlerweile die Ausnahme: 2019 lag der Anteil bei 0,9 Prozent – im Jahr 2000 waren es 19,5 Prozent. Erdgas hingegen wird noch oft gewählt: 2019 wurde es in 41,9 Prozent der neuen Wohngebäude genutzt – 2000 waren es 73,6 Prozent. Erneuerbare Energien wie Solarenergie oder Holz erreichten 2019 bei Neubauten einen Anteil von 47,7 Prozent.

Blickt man nicht nur auf Neubauten, sondern auf alle Wohngebäude, zeigt sich ein anderes Bild: 2018 wurden dem Amt zufolge rund drei Viertel aller Wohnungen mit Gas oder Öl geheizt. In jeder zweiten Wohnung wurde das Heizsystem mit Erdgas betrieben. In knapp einem Viertel der Wohnungen in Deutschland kam überwiegend Öl zum Einsatz.

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CO2-Abgabe 2021: Bleiben die steigenden Heizkosten an den Mietern hängen?

Es wird zudem nicht bei den 25 Euro pro Tonne CO2 bleiben – bis 2025 soll der Preis auf 55 Euro ansteigen. Da Vermieter nach aktueller Rechtslage die CO2-Kosten auf den Mieter umlegen dürfen, werden voraussichtlich viele mit steigenden Nebenkosten rechnen müssen. Die SPD im Bundestag will deshalb dafür sorgen, dass Vermieter einen erheblichen Teil der CO2-Kosten beim Heizen selbst zahlen müssen. „Mieterinnen und Mieter sehen alt aus, wenn wir nicht schleunigst handeln. Sie können nichts dafür, wenn sie in schlecht sanierten Wohnungen mit veralteten Heizungssystemen wohnen“, sagt Vize-Chef der SPD-Fraktion, Sören Bartol, der Berliner Morgenpost. „Es wäre nicht nur unsozial, es entstünde auch überhaupt kein Anreiz für Vermieterinnen und Vermieter, in klimafreundliche Alternativen zu investieren.“

Allerdings werden Verbraucher auch an anderer Stelle entlastet: So wird ein großer Teil der 7,5 Milliarden Euro, die aus der CO2-Besteuerung eingenommen werden, für die Absenkung der Ökostromumlage verwendet. Daraus ergeben sich geringere Stromkosten für alle Kunden. (fk/dpa) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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