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Die Heizperiode 2014 hat begonnen. Wir informieren, welche Mindesttemperaturen Mietern in ihren Wohnungen zustehen.

Rechte und Pflichten für Mieter

Heizung: Wie warm muss es in meiner Wohnung sein?

München - Die kalte Jahreszeit steht bevor und in den Mietswohnungen werden die Heizungen hochgedreht. Doch was tun, wenn die Räume nicht warm genug werden? Diese Rechte haben Mieter:

Die diesjährige Heizperiode hat begonnen. Vermieter sind seit Anfang Oktober (und bis Ende April) dazu verpflichtet, die Wohnungen ihrer Mieter zu heizen. Dabei haben die Bewohner das Recht auf eine sogenannte Mindesttemperatur beziehungsweise eine Behaglichkeitstemperatur: Die Zimmer müssen sich auf 20 und 22 Grad Celsius erwärmen lassen. Werden diese Temperaturen nicht erreicht, liegt ein klarer Mangel an der Wohnung vor. Wird diese Temperatur beim Heizen dauerhaft unterschritten, kann sich im schlimmsten Fall sogar Schimmel bilden.

Die Richtlinien für Mieter und Vermieter im Überblick:

Heizung: Diese Rechte haben Mieter

Die Heizung muss der Vermieter auch im Sommer aufdrehen. Wenn es an einzelnen Tagen ungewöhnlich kalt ist, hat der Mieter ein Recht auf eine warme Wohnung. Temperaturen von unter 18 Grad sind generell ein Wohnungsmangel und können Mietkürzungen rechtfertigen. Sogar eine fristlose Kündigung kann der Mieter aussprechen, sollte er in seiner Wohnung dauerhaft bei unter 15 Grad ausharren müssen. Wichtig für Mieter: Nachts gelten andere Pflicht-Temperaturen für Vermieter. Die Räume müssen zwischen 23 und 6 Uhr nur noch mindestens 18 Grad warm sein.

Heizung: Diese Temperaturen sollten die einzelnen Räume haben

Für die verschiedenen Räumlichkeiten einer Wohnung gelten in der Regel verschiedene Ideal-Temperaturen. So sollten nach einer Empfehlung der Senatsverwaltung für Gesundheit und Umweltschutz Berlin im Wohnzimmer stets behagliche 21 Grad herrschen, während der Richtwert für Esszimmer oder Kinderzimmer bei 20 Grad liegt. In Küche und Schlafzimmer genügen meist 18 Grad. Das Bad soll 23 Grad warm sein. Flurbereiche hingegen müssen nur 15 Grad aufweisen. Natürlich können diese Werte nicht immer exakt eingehalten werden: Bei offenen Türen zirkuliert die warme Heizungsluft durch die gesamte Wohnung und verteilt sich gleichmäßig. Trotzdem gelten diese Heiz-Werte als allgemeine Richttemperaturen. Das geht aus einem Bericht auf dem Internetportal mietminderung.org hervor.

Zu kalte Räume: Ab wann Mietminderungen möglich sind

Wenn die Temperaturen in einer Wohnung unter den Mindestwerten liegen, hat der Mieter das Recht, seine Zahlungen an den Vermieter zu mindern. Wie hoch die Mietminderung liegt, ist vom Einzelfall abhängig. 10 bis 100 Prozent weniger Geld muss der Vermieter gegebenenfalls hinnehmen. Wichtig: Mieter sind in jedem Fall beweispflichtig. Wenn die Heizung vom Vermieter zu niedrig eingestellt wurde, muss er das belegen können. Mietminderung.org empfiehlt, eine Aufstellung anzufertigen, in der Außen- und Zimmertemperatur zu bestimmten Zeiten dokumentiert werden. Erst dann kann eine Mietminderung erfolgreich durchgesetzt und ein Höherdrehen der Heizung erwirkt werden.

Immer wieder kommt es vor, dass Mieter unter zu kalten Temperaturen und zu niedrig eingestellten Heizungen in ihrer Wohnung leiden. Doch warum heizen manche Vermieter zu wenig? Die Kosten für die Heizung trägt in der Regel sowieso der Mieter, sodass eine mollig warm beheizte Wohnung für Vermieter keine finanziellen Verluste bedeutet.

Weniger Heizen, weniger Kosten

Doch es gibt natürlich auch den umgekehrten Fall: Mieter drehen die Heizung freiwillig runter. Die Energiekosten steigen seit Jahren stark an. Wer seine Heizung ein Grad kälter stellt, spart im Schnitt sechs Prozent bei den Heizkosten. Doch Achtung: Zu niedrige Temperaturen können Schimmelbildung verursachen. Der Spareifer beim Heizen sollte also nicht überhand nehmen.

Interessanter Fakt: Laut einer Umfrage des Allensbach-Instituts für Demoskopie aus dem Jahr 2013 sind 60 Prozent aller Befragten dazu bereit, zum Schutz des Klimas ihre Heizung niedriger einzustellen. Einige Menschen tun dies schon jetzt freiwillig. Umweltschützer empfehlen derzeit 19 bis 21 Grad nicht zu überschreiten, um dem Klimawandel Einhalt zu gebieten.

vin/dpa

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