Verbraucherschützer warnen

Immobilien: Dieser umstrittene Trend sorgt für Preisexplosion

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Seit Jahren steigen die Preise für Immobilien - vor allem in den Ballungszentren. Ein neuer Trend treibt die Preise nun weiter in die Höhe.

Die Immobilienblase in Deutschland dehnt sich immer weiter aus. In den Großstädten erreichen Häuser und Wohnungen bereits ein Preisniveau, welches sich viele nicht mehr leisten können. Viele weichen auf die Umgebung aus - doch auch hier ist der Preisanstieg auf dem Markt deutlich spürbar.

Dennoch investieren zur Zeit viele in ein Eigenheim, vor allem wegen dem niedrigen Zinsniveau. Außerdem mangelt es momentan an weiteren lukrativen Anlagemöglichkeiten.

Viele träumen von den eigenen vier Wänden - ob in der Stadt oder auf dem Land. Doch die Realität sieht anders aus. Deutschland ist europaweit Schlusslicht, was die Zahl der Hausbesitzer angeht. Ein neuer Trend auf dem Immobilienmarkt könnte nun dafür sorgen, dass sich die Preisentwicklung in den Städten und auf dem Land noch drastischer fortsetzt: Das Bieterverfahren.

Bieterverfahren bei Immobilien: Eine gefährliche Entwicklung?

Auf der Suche nach Interessenten greifen immer mehr Immobilienverläufer auf das Bieterverfahren zurück, wie Business Insider berichtet. Die Veräußerer lassen sich dabei Angebote erstellen und beim Höchstbietenden kommt es eventuell zum Kaufabschluss. So könnte das Preisniveau rapide ansteigen, falls sich die Entwicklung auch auf andere Immobilienangebote ausweitet, die nach dem herkömmlichen Prinzip verkauft werden.

Kein Verkaufszwang beim Bieterverfahren

Die Krux beim Bieterverfahren: Die Verkäufer sind dabei nicht verpflichtet, das höchste Gebot zu akzeptieren. Falls ihnen die Summe nach wie vor zu gering erscheint, können sie die Immobilie bis auf Weiteres behalten. Dazu muss der Verkäufer nicht einmal eine Begründung liefern.

Alexander Krolzik von der Verbraucherzentrale Hamburg, Abteilung Baufinanzierung, zeigt sich besorgt über den Trend. Die umstrittene Methode gewinne immer mehr an Beliebtheit. "Für Käufer ist diese Art des Immobilienerwerbs aber absolut intransparent," erklärt der Experte gegenüber dem Online-Portal Businessinsider. Dabei bleibe unklar, ob es weitere Gebote für die ausgeschriebene Immobilie gebe. 

Für den Interessenten sei die Preisgestaltung nicht ersichtlich. Der Verkäufer treibe damit den Preis in die Höhe, ohne letztendlich zur Veräußerung verpflichtet zu sein. Krolzik geht davon aus, dass "die Objekte durch dieses Vorgehen ziemlich sicher zu teuer verkauft" werden.

Gefahr der Preis-Spirale bei Immobilien

Vergleichbar sei das Bieterverfahren auf dem Immobilienmarkt mit den Geschäften auf dem Online-Aktionsportal eBay. Es entstehe eine Preis-Spirale, die zu immer höheren Angeboten führt. Durch eine Frist der Ausschreibung werde dieser Effekt noch verstärkt.

Rechtlich gäbe es gegen diese Methode nichts einzuwenden. Der Verbraucherschützer rät Käufern jedoch, sich nicht auf diese "einseitig positive Methode" einzulassen, welche die "Hütchenspieler-Mentalität" auf dem eh schon angespannten Immobilienmarkt weiter ankurbelt.

Hier erfahren Käufer, worauf sie beim Immobilienkauf achten sollten.

mil

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Rubriklistenbild: © dpa

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