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Im Urlaub träumen viele den Traum vom eigenen Ferienhäuschen. Doch wer nicht genau hinschaut, kann böse hereinfallen.

Was ist rechtlich zu beachten?

Immobilienkauf im Ausland: Das zweite Zuhause am Meer

Sonne, Strand und gute Laune: Im Urlaub sind viele in bester Stimmung. Was liegt da näher als ein Ferienhaus im Süden? Zu schnell sollten Interessenten aber nicht zuschlagen. Es gilt Preise zu vergleichen, auch wenn etwa auf dem griechischen Markt derzeit Nachlässe winken.

Sonne, Strand und gute Laune: Im Urlaub sind viele in bester Stimmung. Was liegt da näher als ein Ferienhaus im Süden? Zu schnell sollten Interessenten aber nicht zuschlagen. Es gilt Preise zu vergleichen, auch wenn etwa auf dem griechischen Markt derzeit Nachlässe winken. Auch rechtlich ist so einiges zu beachten.

Der weite Blick auf die tiefblaue Ägäis mit dem Kap von Lindos hatte es ihnen angetan. Bianca und Volker Schröder* sitzen auf der Terrasse ihrer frisch renovierten Ferienvilla im malerischen Süden von Rhodos. Das Münchner Ärzte-Ehepaar hat vor einem Jahr – mitten in einer der heftigsten Wirtschaftskrisen Griechenlands – auf der Ferieninsel eine Ferienimmobilie gekauft: Die „Villa Elafina“ bei Lachania, eine Poolvilla mit drei Schlafzimmern, 200 Quadratmeter plus 14 000 Quadratmeter Grundstück.

Freunde und Bekannte hatten sie gewarnt, in ein Krisenland zu investieren. Sie haben es dennoch getan – und nicht bereut. „Hier hat sich mein Lebenstraum erfüllt“, schwärmt Volker Schröder. Er hat das ganze Land und die Inseln bereits als Student mit dem Rucksack bereist: „Rhodos ist für uns ideal. Hier gibt es Gebirge, Wald und schöne Strände, eine abwechslungsreiche Natur und vielfältige kulturelle Highlights – und das bei 300 Sonnentagen jährlich.“

So wie die beiden knapp fünfzigjährigen Münchner spielen viele Deutsche mit dem Gedanken, Geld in einen Zweitwohnsitz im sonnigen Süden Europas zu stecken. Grund dafür ist nicht nur das angenehme Klima. Herumgesprochen haben sich auch bemerkenswerte Preisnachlässe – insbesondere auf dem griechischen Immobilienmarkt.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den Preisen auf dem griechischen Festland und auf den Ferieninseln. Für Wohnhäuser und Wohnungen im Großraum Athen und auf dem restlichen griechischen Festland beziffert die Bank of Greece die Abwärtsbewegung mit 42,5 Prozent seit 2009. Ferienimmobilien in Küstennähe und auf einer der hundert griechischen Inseln verloren im Schnitt „nur“ um die 20 Prozent ihres Wertes. Das macht sich auch heute noch bemerkbar. Ferienhäuser in Hellas sind weiterhin deutlich günstiger als auf italienischem oder spanischem Grund.

Doch von einem Ausverkauf oder gar einem Paradies für Schnäppchenjäger kann in den touristischen Regionen keine Rede sein. Die Preisspanne ist derzeit so groß wie lange nicht mehr: Inserate im Internet bieten auf dem Peleponnes Urlaubsdomizile mit 100 Quadratmetern Wohnfläche schon für 90 000 Euro an. Auf den Inseln dann aber ein anderes Bild: Auf Korfu, in Afion, wird ein Haus mit Swimmingpool, 300 Quadratmetern Wohnfläche und 2500 Quadratmetern Grundstück für 980 000 Euro inseriert. Auch auf Rhodos werden Zweitwohnsitze weiter zu hohen sechs- und sogar siebenstelligen Beträgen offeriert – und verkauft, bestätigt der Deutsch-Grieche Georg Petras. Der Markt sei auf beiden Inseln dominiert von Deutschen, Schweizern, Österreichern und Engländern. „33 Prozent meiner Kunden kommen aus dem deutschsprachigen Raum.“ Und sie suchen Sonne und Sicherheit. Das weiß Petras, der auf Rhodos geboren, aber in Stuttgart aufgewachsen ist. Er vermittelt oft zwischen Griechen und Deutschen. Noch ein Vorteil von Korfu und Rhodos sind die Katasterwesen aus der Besatzungszeit in der Vergangenheit: Rhodos war 1912 im Krieg gegen die Türkei von Italien erobert worden und gehörte bis zur Kapitulation des Landes im Zweiten Weltkrieg zu Bella Italia. Rom schaffte damals, was Athen seit Langem mit mäßigem Erfolg versucht: Auf Rhodos etablierten die Italiener ein Katasterwesen mit Grundbuch. Auf Korfu führten die englischen Besatzer schon 1815 (am Ende der Napoleonischen Kriege) das ihnen eigene Katasterwesen ein. So können Interessenten auf den beiden Inseln heute bei den Gemeindeverwaltungen kontrollieren, ob der Anbieter eines Grundstücks auch wirklich der Besitzer ist. „Das erleichtert den Immobilienkauf deutlich“, so Makler Georg Petras.

Auch die Regierung in Athen hat mit Steuererleichterungen für Käufer den Markt beflügelt. Die Grunderwerbssteuer wurde von zehn auf drei Prozent gesenkt und Nicht-EU-Bürger erhalten beim Kauf eines Objektes ab einem Wert von 250 000 Euro eine Aufenthaltserlaubnis von fünf Jahren in Griechenland. Petras erwartet dadurch viele Käufer aus dem Nahen Osten, Russland und Asien – weitere positive Impulse für ein krisengeschütteltes Land. Das gilt für alle griechischen Inseln und das Festland – auch hier werden nach und nach flächendeckend Grundbücher eingeführt. Und selbst, wenn kein Katasterwesen vorhanden ist, können Anwälte oder Notare die Besitzverhältnisse klären – der Verkauf dauert so ein paar Tage länger (siehe unten).

Bianca Schröder war erstaunt, wie schnell der Immobilienkauf auf Rhodos über die Bühne ging. Nur etwa zwei Monate habe es gedauert – vom grünen Licht für die Transaktion durch den britischen Verkäufer bis zum Eintrag der Münchner ins rhodische Grundbuch.

* Namen geändert

von Anja Steinbuch

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