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Immobilien in Oberbayern: München treibt die Preise

Zum fünften Mal in Folge Rekordmarke für Immobilienumsätze in Bayern: Seit 2011 stiegen die Immobilienumsätze im Freistaat von 33,7 auf 44,9 Milliarden Euro in 2015.

München - Dabei wurden Jahr für Jahr neue Rekordmarken aufgestellt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Umsätze um zehn Prozent, also 4 Milliarden Euro. Das entspricht auch in etwa den Preissteigerungen bei Wohnimmobilien. 

Aufgrund des knappen Angebotes stagnierte in einigen der nachgefragten Regionen die Zahl der verkauften Wohnimmobilien. Errechnet wird das Immobilientransaktionsvolumen anhand des Grunderwerbsteueraufkommens.

Immobilienumsätze: Oberbayern vorn 

Oberbayern hat mit einem Anteil von 56 Prozent das mit Abstand größte Marktvolumen in Bayern. Allein die Stadt und der Landkreis München tragen aufgrund der dort sehr hohen Immobilienpreise und des höheren Anteils an gewerblichen Transaktionen mit 34 Prozent zum Umsatz am bayerischen Immobilienmarkt bei. Der Anteil Schwabens und Mittelfrankens liegt bei jeweils zwölf Prozent. Die Umsatzanteile der anderen Regierungsbezirke liegen zwischen vier und sechs Prozent.

Preissteigerungen 

Gebrauchte Einfamilienhäuser sowie gebrauchte und neue Eigentumswohnungen stiegen im Bayerndurchschnitt um acht bis elf Prozent im Preis. Lediglich neue Einfamilienhäuser (freistehend, im Doppel oder in der Reihe) blieben im Preis nahezu unverändert bei etwas über 450.000 Euro. In der Landeshauptstadt freilich ist im Schnitt mehr als das Doppelte für das Wohnglück im eigenen Haus auszugeben. Neue Häuser zählen dabei zu den teuersten Objekttypen, weil die Grundstücke, die dafür nötig sind, besonders rar sind.

Teure Neubauten 

Die höheren Preise für Neubauten resultieren Experten zufolge in erster Linie aus den besseren Bau- und Ausstattungsstandards, der Größe sowie einer hochpreisigen Lage. Bei gebrauchten Immobilien fallen zusätzlich zum Kaufpreis jedoch oftmals noch hohe Kosten für die Renovierung und Modernisierung an.

Beste Bedingungen 

Nach den aktuellen Wirtschafts- und Finanzprognosen bleiben die Rahmenbedingungen für den Wohnimmobilienmarkt in 2016 stabil. Besonders das sehr niedrige Zinsniveau stützt die Nachfrage von Eigennutzern und Kapitalanlegern. Daran – so die Mehrheit der Experten – wird sich erstmal nichts ändern. Die geringe Inflation bei gleichzeitig zum Teil deutlichen Lohnerhöhungen tut ein Übriges und ließ zuletzt die Reallöhne steigen. So lassen sich vielerorts auch die gestiegenen Kaufpreise kompensieren. Im Hinblick auf Sicherheit und Rentabilität bewerten private und institutionelle Anleger Immobilien im Vergleich zu alternativen Anlageformen weiterhin als sehr attraktiv.

Trend urban wohnen 

Der Nachfrage-Trend wird sich weiter in Richtung Städte und stadtnahes Umfeld mit gutem Angebot an Infrastruktur und guter Verkehrsanbindung entwickeln. Für die Nachfrage wirkt die aktuelle demografische Entwicklung als zusätzlicher Treiber: Die Einwohnerzahl Bayerns wird aufgrund der Binnenwanderung aus anderen Bundesländern und dem Zuzug aus der EU weiter steigen. Der Trend zur Singularisierung lässt zusätzlich die Anzahl der Haushalte steigen.

Alterssicherung 

Eine weitere Stütze der Nachfrage bildet die zunehmende Bedeutung von Wohneigentum für die Altersvorsorge und zur Absicherung der zukünftigen Wohnsituation. Inwieweit sich die steigende Anzahl der Flüchtlinge in Bayern auf die Nachfrage nach Kaufimmobilien auswirken wird, wollen die Experten mittelfristig noch nicht abschätzen. Sie erwarten, dass zunächst die ohnehin angespannten Mietwohnungsmärkte in den Ballungsräumen einem noch stärkeren Druck ausgesetzt werden.

Kapitalanlage 

Das könnte höhere Mieten bedeuten, die den Immobilienmarkt für Kapitalanleger weiter attraktiv machen. Hinzu kommt die geplante Sonderabschreibung, die rückwirkend ab Januar gelten soll.

Von Gottfried Möckl

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