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Für die Keimprobe wird die Schale mit Frischhaltefolie überspannt, damit die Unterlage der Samen feucht bleibt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Es geht los!

Kickstart in die Gartensaison: Anzucht der ersten Samen

Bald können die ersten Samen für Gemüse, Kräuter und Blumen gesät werden. Aber das Saatgut muss nicht jedes Jahr frisch gekauft werden. Ob Eingelagertes zur Pflanze werden kann, lässt sich mit einer Keimprobe prüfen.

Greiffenberg (dpa/tmn) - Wenn die ersten Sonnenstrahlen den kalten Boden erwärmen, geht es los: Die ersten Samen dürfen in die Erde. Allerdings noch im Topf auf der Fensterbank. Neues Saatgut ist dafür nicht immer notwendig.

"Die meisten Samen sind in der Regel mehrere Jahre keimfähig, wenn sie trocken und luftdicht in einem Schraubglas gelagert werden und keinen extremen Temperaturschwankungen ausgesetzt sind", sagt Cornelia Lehmann vom Verein zur Erhaltung und Rekultivierung von Nutzpflanzen in Brandenburg.

Seine besten Erfahrungen hat Hartmut Clemen mit Tomaten gemacht: "Die Samen keimen auch noch nach fünf Jahren", sagt der Landesfachberater der Gartenfreunde Bremen. Vier bis fünf Jahre hält Saatgut von Gurke, Mangold, Kürbis, Zucchini, Rettich, Radieschen, Roter Beete, Spinat und diversen Kohlarten. Pastinaken aber sollte man jedes Jahr frisch kaufen. Schwarzwurzeln, Erbsen, Bohnen, Porree, Dill, Schnittlauch und Petersilie gelten für ein bis zwei Jahre lang als brauchbar.

Für den Handel schreibt die Saatgutverordnung eine Keimfähigkeitsquote vor. Aber auch im Hobbybereich lohnt es sich, eine Keimprobe zu machen - insbesondere bei Salaten und Hackfrüchten wie Möhren, Roter Beete, Schwarzwurzeln und Pastinaken, die direkt im Garten ausgesät werden. "Bevor man erkennt, dass man nachsäen oder sogar neues Saatgut kaufen muss, können Tage ins Land gehen. Diese Zeit kann man oft nicht wieder einholen", erklärt Erika Brunken, Leiterin der Niedersächsischen Gartenakademie.

Für eine Keimprobe legt man eine flache Schale, einen Teller oder einen Plastikbehälter mit Küchenkrepp, Papiertaschentuch oder Kaffeefilter aus, feuchtet die Lagen gut an und legt zehn Samen darauf aus. "Die Samen sollten sich nicht berühren, damit sie sich nicht gegenseitig beeinflussen und genügend Platz haben, um Keimlinge zu bilden", erläutert Lehmann. Dann die Schale mit Frischhaltefolie überspannen, damit die Feuchtigkeit nicht verdampft. Sie kommt an einen hellen, warmen Ort.

Als ideal gilt eine Raumtemperatur von 21 bis 23 Grad - ausgenommen für Pflück- und Kopfsalate. Hier sollte die Temperatur nicht über 16 Grad liegen. Bei einem Standort direkt über der Heizung ist regelmäßiges Nachfeuchten nötig. "Das Papier sollte nicht austrocknen, sondern immer gleichmäßig feucht sein", erklärt Lehmann.

Zwei Wochen dauert eine Keimprobe, bei Dill und Petersilie sind es drei bis vier Wochen. "Je schneller ein Samen keimt und sich die Keimpflanze entwickelt, umso vitaler ist das Saatgut und später auch die einzelne Pflanze", erklärt Lehmann.

Geht am Ende weniger als die Hälfte des Saatgutes auf, ist es ratsam, neues zu kaufen und das alte als Vogelfutter zu verwenden. Allerdings nur aus wirtschaftlicher Sicht: "Wenn das Saatgut für den Gartenliebhaber einen besonderen Wert besitzt, er es geschenkt bekommen hat oder es sich um eine alte Sorte handelt, kann man es natürlich noch aussäen", sagt Brunken. "Gesundheitliche Bedenken gibt es nicht." Und immerhin bekommt man einige Pflanzen.

Wer Pflanzen ziehen möchte, sollte sich noch ein wenig in Geduld üben. In der Regel können Frühgemüse und Sommerblumen zwar ab Ende Februar im warmen Haus angezogen werden. Doch nicht immer tut man ihnen damit einen Gefallen. "Anfang bis Mitte April ist für die Anzucht im Haus früh genug, vor allem im norddeutschen Raum", sagt Clemen, der auch Leiter des Beratungszentrums FlorAtrium ist.

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