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Haben Sie Kirschlorbeer im Garten? Den sollten Sie entfernen

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Von: Carina Blumenroth

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Kirschlorbeer ist in vielen deutschen Gärten sehr beliebt. Die immergrüne Pflanze wächst schnell und ist fast winterhart – aber sie schadet der Umwelt und den Menschen.

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ist eine Pflanze, die eigentlich zwischen Kleinasien und dem Balkan beheimatet ist. Seit einigen Jahren ist der Kirschlorbeer eine beliebte Gartenpflanze in vielen deutschen Gärten. Die Blätter sind glänzend, die Pflanze wächst buschig, außerdem bleibt sie bei Wind standhaft — der Kirschlorbeer hat auf den ersten Blick einige Vorteile für Gartenbesitzer.

PflanzeKirschlorbeer/Lorbeerkirsche
Wissenschaftlich NamePrunus laurocerasus
FamilieRosengewächse
OrdnungRosenartige

Der Kirschlorbeer ist ein Rosengewächs und mit der Kirsche verwandt, die Blätter der Pflanze sehen hingegen aus wie die der Lorbeeren. Daher ist eine treffendere Bezeichnung für die Pflanze eigentlich Lorbeerkirsche. Darunter ist die Pflanze aber recht unbekannt. In Fachmärkten und im Alltag hat sich die Bezeichnung Kirschlorbeer durchgesetzt.

Warum ist der Kirschlorbeer in Deutschland beliebt?

Pflegeleicht, schnell wachsend, für Schädlinge nicht sehr anfällig und ein guter Sichtschutz für den eigenen Garten — das sind einige Vorteile von Kirschlorbeer. Die Pflanze ist schnittfest, wenn Sie ordentlich gestutzt wird, dann wächst sie dichter nach und sorgt so für einen optimalen Sichtschutz. Kleiner Tipp: Am besten wird die Pflanze im Frühjahr zurückgeschnitten.

Eine blühende Kirschlorbeer.
Die Pflanze wird oft als Hecke genutzt, ist aber giftig für Menschen und Tiere. (Symbolfoto) © Christian Ohde/Imago

Eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller als der Kirschlorbeer?

Der Kirschlorbeer verdrängt heimische Pflanzen aus den deutschen Gärten. Damit auch den Lebensraum und die Nahrungsquelle für Insekten und Vögel. Die können mit der robusten Pflanze nämlich gar nichts anfangen. Unser Ökosystem wird nachhaltig verändert und das schadet schlussendlich auch allen Menschen. Sönke Hofmann, Geschäftsführer vom Naturschutzbund Bremen (NABU) hält wenig vom Kirschlorbeer: „Eine Betonmauer ist ökologisch wertvoller, auf ihr wachsen wenigstens Flechten und Moose“.

Ist der Kirschlorbeer gefährlich für Menschen und Tiere?

Alle Teile der Kirschlorbeer sind giftig, allerdings muss beachtet werden, dass nicht in jedem Teil der Pflanze die gleiche Konzentration des Gifts enthalten ist. Freigesetzt wird das Gift erst, wenn die Pflanze verletzt ist und so verschiedene Stoffe verbunden werden. In Verbindung ergeben diese dann Blausäure und die ist für alle Lebewesen giftig.

Wenn die Blätter des Kirschlorbeers intakt sind, dann sind sie unbedenklich für Menschen und Tiere. Gefährlich werden die Blätter erst, wenn diese gut zerkaut werden, so setzt sich nämlich die Blausäure frei und kann von Menschen und Tieren aufgenommen werden.

Die traubenartigen Früchte der Kirschblüte sehen verlockend aus, sie schmecken leicht süßlich, haben aber einen leicht bitteren Nachgeschmack. In dem Fruchtfleisch an sich ist die Konzentration der Blausäure gering. Im Balkan gelten zum Beispiel getrocknete Früchte der Kirschlorbeer als Delikatesse. Das liegt daran, dass sich das Gift bei der Trocknung neutralisiert. Wichtig zu beachten ist allerdings, dass immer der Kirschkern ordnungsgemäß entfernt wird, dieser darf nicht verletzt werden, da sich darin eine hohe Konzentration der Blausäure befindet.

Gefährliche Teile des Kirschlorbeers auf einen Blick

Giftige PflanzenteileAlle, besonders Blätter und Samen (beides zerkaut)
Kritische DosisBlätter: unbekannt; Frucht: bis zu drei eher unbedenklich
Symptome (nach mehreren Blättern und Früchten)Bauchschmerzen, Brechreiz; selten: Bewusstlosigkeit
Erste Hilfebei max. 3 Beeren: Zufuhr von Flüssigkeit

Diese Angaben macht die Giftzentrale Bonn. Wenn sich allerdings schon vorher der Gesundheitszustand verschlechtert, dann ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Erfahrungsgemäß bereiten mehr als drei Beeren ein Unwohlsein, dann sollte Wasser getrunken werden. Wenn es mehr Kontakt mit dem Gift gab, dann sollte ein ärztlicher Rat eingeholt werden.

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