+
Kompostierbare Plastiktüten haben in der Biotonne nichts zu suchen. Foto: Fredrik von Erichsen

Kompostierbare Plastiktüten sind nichts für die Biotonne

Die Plastiktüte soll abgeschafft werden. Und der Handel tut auch einiges, um Alternativen anzubieten. Häufiger bekommt man nun kompostierbare Tüten angeboten, ob zum Einkauf oder auch als Müllbeutel. Doch die Entsorgung funktioniert nicht wie angedacht.

Berlin (dpa/tmn) - Es klingt gut, aber ihre Verwertung hat einen großen Haken: Tüten aus kompostierbarem oder biologisch abbaubarem Plastik werden als Alternative zur klassischen Plastiktüte in vielen Läden angeboten.

Die Idee: Die Produkte aus etwa Cellulose und Stärke sollen als Biomüll in der entsprechenden Tonne oder auf dem Kompost landen können und nach ein paar Wochen verrottet sein. Doch es gibt drei Probleme bei der Entsorgung:

- Die Alternativen sind von anderen Plastikprodukten kaum zu unterscheiden. Landet diese Tüte in der Biotonne, wird sie von den Kompostieranlagen oder biologischen Verwertungsanlagen aussortiert als Störstoff, erläutert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Denn die Systeme unterscheiden das Bioplastik nicht von den normalen PE-Plastiktüten. Die Folge: Die Bio-Alternative landet in der Müllverbrennung.

- Verwechselt man die Tüte zu Hause selbst mit der klassischen Plastiktüte und wirft sie in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne, wird die Tüte den Stoffkreislauf in der Verpackungsmüllsammlung stören. Denn die Materialien, die etwa auch für Biomülltüten verwendet werden, lösen sich laut Verbraucherzentrale Hamburg zum Beispiel in der Weiterverarbeitung auf und legen sich als dünner Film auf die restlichen Stoffe.

- Es bleibt die Entsorgung auf dem eigenen Kompost. Zwar fällt die Ökobilanz von kompostierbaren Alternativen aus Cellulose und Stärke besser aus als eben der üblichen Tüten, erläutert BUND. Aber sie enthalten auch einen geringen Anteil sogenannter einfacher Polymere. Sie bleiben im Kompost als gefährliche Kleinstbestandteile zurück - und gelangen über die Verwertung der gewonnenen Komposterde etwa ins Gemüsebeet.

Verbraucherzentrale Hamburg zu Plastiktüten

BUND zu Plastiktüten

Nabu zu Plastiktüten

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Was sollte eine Personenwaage können – und was kostet das?
Für eine Personenwaage kann man unter 10 Euro zahlen – oder 200. Dabei bedeutet teuer nicht auch zwangsläufig gut. Was kann und sollte eine Waage heute leisten?
Was sollte eine Personenwaage können – und was kostet das?
Wohin kommt was im Kühlschrank?
Verderbliche Lebensmittel kommen in den Kühlschrank. Doch nicht jedes Fach darin ist für jedes Lebensmittel gleich geeignet. Wo sollte man was am besten lagern?
Wohin kommt was im Kühlschrank?
Mann schmeißt Job hin und baut sich Hobbit-Haus - so sieht es darin aus
Vermutlich hatte jeder schon den Gedanken, den Job zu kündigen und abseits von allem neu anzufangen. Ein Londoner hat es gewagt - und lebt nun in einem Hobbit-Haus.
Mann schmeißt Job hin und baut sich Hobbit-Haus - so sieht es darin aus
Ganz ohne Chemie: Dieser Trick macht Ihren Abfluss garantiert frei
Wenn der Rohrreiniger nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt, können simple Hausmittel beim Abfluss von Dusche, Wanne oder Spülbecken helfen.
Ganz ohne Chemie: Dieser Trick macht Ihren Abfluss garantiert frei

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.