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Großstädte immer unbezahlbarer – Familien flüchten aufs Land

Landlust statt Stadtfrust

2 Zimmer in der Münchner Maxvorstadt oder zum selben Preis ein ganzes Haus direkt in der Kreisstadt Pfaffenhofen? Oder zum halben Preis zwanzig Kilometer westlich davon im Landkreis Schrobenhausen? Das Landleben lockt Bauherren mit Platzbedarf. Das Problem ist die Verkehrsanbindung.

Günstige Randlagen

Ohne Stau kommt man von Pfaffenhofen an der Ilm über die Nürnberger Autobahn in einer halben Stunde nach Schwabing. Wer innerhalb der Landeshauptstadt von Pasing nach Trudering will, braucht da länger. Und den Regionalzug zwischen München und Ingolstadt gibt es ja auch noch, der braucht auch nicht länger – für Autobauer ist der Standort daher ideal.

Interessante Landlagen

Je unbezahlbarer München und der direkte Speckgürtel werden, desto interessanter erscheinen die etwas weiter entfernten Landlagen. Für Bauherren mit Hang zur eigenen Scholle sind sie sowieso erste Wahl, weil die Angebote in der Stadt selbst für Gutverdiener fehlen – unter einer Million gibt es nur renovierungsbedürftige Altbauten, also braucht man so oder so ein siebenstelliges Budget für den Haustraum. Die meisten Bauherren, die sich den Traum vom Hausbau erfüllen, machen um Großstädte einen großen Bogen. 

Familien im Landhaus

Das gilt besonders für Familien mit Kindern und eher durchschnittlichem Haushaltseinkommen. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag von Town & Country Haus würden 42 Prozent der Bauinteressenten ihr Haus im ländlichen Raum, vorzugsweise in Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern bauen. 28 Prozent der Befragten bevorzugen kleinere Städte mit höchstens 20.000 Einwohnern. 

Bezahlbares Bauland

Außerhalb der Großstädte und Metropolen ist die Grundstückssituation nach wie vor vergleichsweise entspannt. Dort gibt es Grundstücke zu akzeptablen Preisen. Weit abgeschlagen rangieren Großstädte ab 100.000 Einwohnern als Standort für das eigene Haus. 

Auf Anbindung achten

Doch bei der Flucht aufs Land sollten Stadtfamilien eines nicht übersehen: die gute Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr sowie an das regionale und überregionale Straßennetz. Dabei geht es nicht nur um das Pendeln zum Arbeitsplatz sondern auch um die Erreichbarkeit von Schule und Universität Zu weiteren wichtige Lagekriterien zählt in der Hauptsache eine Infrastruktur, die mit der in Städten einigermaßen vergleichbar ist. Kindergärten sowie Grund- und weiterführende Schulen vor Ort sprechen genauso für eine bestimmte Lage wie ein vielfältiges Einzelhandelsangebot sowie hochwertige medizinische Versorgungseinrichtungen in nicht allzu großer Entfernung. 

Demgegenüber sind die „weichen“ Lagekriterien praktisch nicht in Euro und Cent zu bemessen. Etwa die oft überdurchschnittliche Lebensqualität außerhalb von Großstädten, die Unabhängigkeit vom Vermieter und von weiteren Mieterhöhungen in den nächsten Jahren sowie die Möglichkeit, dass die Kinder behütet und in einer weitgehend stressfreien Umgebung aufwachsen können.

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