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Claudia Pielmann in ihrer Wohnung. Der Mietstreit füllt mehrere Aktenordner.

Mietstreit von Claudia Pielmann

Wohnungsdrama um Ex-Lindenstraße-Star

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Mit diesem Streit ist es wirklich wie mit der Lindenstraße: Die Serie im Fernsehen läuft und läuft und läuft – und auch bei der Auseinandersetzung, die Ex-Lindenstraßen-Star Claudia Pielmann (52) mit ihrem Vermieter führt, ist kein Ende in Sicht.

München - Allerdings sieht es so aus, als würde die streitbare Schauspielerin nun einen Etappensieg vor Gericht einfahren. Den stellte ihr Richterin Regina Wolfrum kürzlich vor dem Amtsgericht in Aussicht. Sie ließ erkennen, dass sie daran zweifelt, ob der Vermieter Modernisierungskosten auf Pielmann umlegen darf – und darum geht es in einem von mehreren Verfahren. Allerdings: Es laufen noch weitere Prozesse, unter anderem dreht es sich da um eine Räumungsklage. Deshalb warnte die Richterin:„Wenn man über alles streitet,dann wird das irgendwann ein Riesenproblem…“ 

Pielmann, die sich unter anderem über Schäden wie Schimmel beschwert, nickt dazu – und sagt, der Vermieter wolle sie raushaben. Im Gegenzug sagt der Vermieter, Pielmann störe den Hausfrieden und ziehe seinen Namen (also den des Vermieters) in den Dreck. Pielmann weist die Anschuldigung zurück. Und: Sie wehrt sich gegen die Mieterhöhung wegen einer angeblichen Modernisierung.

Schimmelflecken in der Wohnung – der erste Akt des Dramas.

Dieser Kampf dauert schon seit Jahren, ordnerweise hat Pielmann Schriftstücke in ihrer 64-Quadratmeter-Wohnung in Giesing gesammelt. Dabei fand die Schauspielerin, die in der Lindenstraße die Erzieherin Elfie Kronmayr gab, Seltsames heraus. Zum Beispiel, dass der Vermieter, der im Mietvertrag steht, gar nicht existiert. Es handelt sich um die „Dr. Wagner Grundstücks GmbH & Co KG“. Da es diese Gesellschaft aber gar nicht gibt, scheiterte die erste Klage gegen Pielmann vor Gericht. Nun klagte der Vermieter erneut, und  zwar im Namen der „Wagner Bonifatiusstraße 2 Grundstücks GmbH und Co KG“. Wie es zudem falschen Namen kam, sei „nicht mehr aufzuklären“, sagte Rechtsanwalt Peter Fröhlich vor Gericht und sprach von einem „Fantasienamen“.

Dieser „Fantasiename“ steht auch in der Modernisierungsankündigung. Und darauf beruft sich der Vermieter bei der Erhöhung. „Das kann ein Problem sein“, sagte die Richterin, denn eine Modernisierungsankündigung muss ordnungsgemäß sein. Problematisch war für die Richterin auch, dass die angeblichen Verbesserungen nicht genau erläutert seien. Die Richterin: „Manmussplausibel entnehmen können, welche Energieeinsparung zu erwarten ist oder inwieweit der Gebrauchswert verbessert wird, außerdem muss der Gesamtbetrag der Maßnahme aufgeführt sein und eine Aufteilung der Kosten nach Gewerken erfolgen.“ Diese Voraussetzungen sind nicht erfüllt. 

Trotz der Schwachpunkte fordert der Vermieter die Erhöhung und will rückwirkend mehr als 12 000 Euro von Pielmann. Die sieht das nicht ein, will weiterhin 888 Euro Miete bezahlen. Und auch diesen Betrag teils unter Vorbehalt, denn es gebe zahlreiche Mängel: alte Leitungen, Feuchtigkeit, Wassereintritt, undichte Fenster und vieles mehr – die der Vermieter schon längst habe beheben müssen. Ein Urteil will das Amtsgericht am 14. Dezember fällen, doch der Streit wird dann noch lang nicht vorbei sein. Das erwartet auch der Mieterverein München, der Pielmann seit Jahren außergerichtlich begleitet und ebenfalls haufenweise Schriftstücke gesammelt hat. „Die jahrelangen Streitereien und der Fantasiename sind ein starkes Stück. Die Frau ist nicht zu beneiden“, sagt Volker Rastätter, Geschäftsführer des Mietervereins.

Susanne Sasse

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