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Wenn Kinder als Mieter in ein Haus ihrer Eltern ziehen – kann sich das lohnen. Doch ein hoher Familienrabatt bei der Miete gefährdet das Steuersparmodell.

Steuern

Lohnende Verträge in der Familie

Eine Wohnung an die Tochter vermieten oder den Partner in der eigenen Firma anstellen – Familien können viel Geld sparen, wenn sie geschäftliche Vereinbarungen treffen. Doch dabei kann man Fehler machen.

Verträge mit Angehörigen unterliegen, wie es im Juristendeutsch heißt, dem Fremdvergleich. Das bedeutet: „Die Ausgestaltung und die Durchführung der Vereinbarungen muss dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist“, sagt die Münchner Steuerberaterin Erika Wacher.

Alle Vereinbarungen müssen auch in die Realität umgesetzt werden. Bei einer Vermietung sind das laufende Mietüberweisungen, bei einem Arbeitsverhältnis die üblichen Lohn- und Sozialabgabenzahlungen oder bei einem Darlehensnehmer die tatsächliche Tilgung und die Zinszahlungen für den Kredit. Gerade bei der finanziellen Abwicklung prüfen die Finanzbehörden sehr penibel, ob die Abläufe wie mit einem Fremden stattfinden.

Vermietung: Die 66-Prozent-Schwelle

Vermietet der Vater eine Eigentumswohnung günstig an seine Tochter, profitieren beide – auf der einen Seite spart man Steuern und auf der anderen Seite Mietkosten. Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine e. V. (BDL) empfiehlt: „Mietverträge unter Angehörigen sollten grundsätzlich schriftlich geschlossen werden. Mietobjekt, Kaltmiete und Nebenkosten sollten darin eindeutig festgelegt sein.“ Mit einem offiziellen Mustermietvertrag ist man hier auf der sicheren Seite. Das Mietverhältnis ist wie vereinbart durchzuführen. Mietzins sowie Nebenkosten sind aus den Mitteln des Mieters zu zahlen. Dazu ist folgende aktuelle Regelung zu beachten: Beträgt die vereinbarte Nettomiete 66 Prozent oder mehr des ortsüblichen Preisniveaus für vergleichbaren Wohnraum, so erkennt das Finanzamt ohne großes Prozedere alle Werbungskosten voll an.

Liegt die vereinbarte Nettomiete unter 66 Prozent, so kann der Vermieter seine Werbungskosten nur anteilig in dem Verhältnis steuerlich absetzen, in dem die vereinbarte Miete zur ortsüblichen Miete steht. „Um auf der sicheren Seite zu sein, sollte man derzeit die Kaltmiete so festlegen, dass sie mehr als 66 Prozent der ortsüblichen Kaltmiete beträgt“, sagt Nöll. „Gerade bei steigenden Mietpreisen ist darauf zu achten, die zu zahlende Miete anzupassen. Auch die rechtzeitige Mieterhöhung sollte schriftlich festgehalten werden“, rät der BDL-Chef.

Arbeiten: Leistung und Gegenleistung

Die Beschäftigung von Angehörigen hat einen Vorteil: Alle Gehaltszahlungen bleiben in der Familie. Beispiel Minijob auf 450-Euro-Basis: Hier darf der Unternehmer-Ehegatte das Gehalt an seinen Ehepartner in Höhe von 5400 Euro pro Jahr sowie die pauschalen Abgaben von rund 1673 Euro (30,99 Prozent) als Betriebsausgaben abziehen.

Der Minijobber-Ehepartner muss dieses Gehalt in der Steuererklärung nicht mehr angeben und versteuern. Die Gehaltszahlung führt hier zu einer echten Minderung des zu versteuernden Einkommens. Übertreiben darf man es bei Arbeitsverträgen jedoch nicht. „Der nahe Angehörige sollte nicht mehr Lohn bekommen als fremde Mitarbeiter in vergleichbaren Positionen“, warnt Steuerberaterin Wacher. Lassen sich Leistung und Gegenleistung nicht plausibel belegen, ist die Anerkennung als Betriebsausgaben gefährdet.

Was gerne übersehen wird: Arbeitsverträge zwischen Ehepartnern enden nicht automatisch im Falle einer Trennung als Ehepaar. Der Arbeitgeber-Ehepartner muss mögliche Kündigungsfristen und gegebenenfalls das Kündigungsschutzgesetz beachten. Eine Scheidung ist hier kein Kündigungsgrund!

Darlehen: Maßstab sind Bankverträge

Steuervorteile ergeben sich hier vor allem, wenn die steuerliche Entlastung beim Darlehensnehmer größer ist als die steuerliche Belastung beim Darlehensgeber. Das kann beispielsweise der Fall sein, wenn der Kreditgeber seinen Sparerpauschbetrag noch nicht genutzt hat und er die Zinseinnahmen nicht oder nur zum Teil versteuern muss, der Kreditnehmer die Zinsen jedoch steuerlich geltend machen kann. Etwa als Unternehmer oder bei vermieteten Immobilien.

Die Ausgestaltung und die Durchführung der vertraglichen Vereinbarungen müssen dem entsprechen, was zwischen Fremden üblich ist. Nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums sind grundsätzlich die Vertragsgestaltungen als Vergleichsmaßstab heranzuziehen, die zwischen Darlehensnehmern und Kreditinstituten üblich sind. Halten die vertraglichen Vereinbarungen sowie die Durchführung der Darlehensvergabe diesem Vergleich nicht stand, kann der Darlehensnehmer entstandene Darlehenskosten nicht als Werbungskosten oder als Betriebsausgaben geltend machen.

Mehr Informationen

Zusätzliche Informationen zum Thema gibt es unter Fax-Abruf 09001/25 26 65 54 (62 Cent/Minute) bis 29. Juli.

Fax-Gerät auf „Polling“ oder „Sendeabruf“ stellen, Fax-Service-Nummer wählen und Starttaste drücken.

Kein Fax? Senden Sie einen mit 85 Cent frankierten Rückumschlag plus 1,45 Euro in Briefmarken unter dem Stichwort „Verträge mit Angehörigen“ an: Versandservice, Lerchenstr. 8, 86938 Schondorf

Von Fritz Himmel

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