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Hier wird eine "Aufwandsentschädigung" für eine Wohnungsbesichtigung verlangt.

Neue Abzockmasche

Unfassbar! 30 Euro Gebühr für Wohnungsbesichtigung

München - Nachdem seit dem 1. Juni das sogenannte Bestellerprinzip gilt, haben es die Makler sogar in München (etwas) schwerer. Denn zahlen muss der Auftraggeber. Das verführt offenbar so manchen dazu, neue, kreative Einnahmequellen zu testen. Etwa eine Besichtigungsgebühr ...

"Der Teufel macht einem Immobilienmakler ein Angebot: 'Ich schenke dir unendlichen Reichtum bis an das Ende deiner Tage und du gibst mir dafür deine Seele und die deiner Kinder und Enkel.' Darauf der Makler: 'Und wo ist der Haken?'

Der Beruf des Maklers genießt in Deutschland einen eher zweifelhaften Ruf, wie dieser Witz zeigt. Dabei ist der Job nicht ehrenrührig: Jemand verlangt eine Ware, in diesem Fall eine Wohnung. Der Makler vermittelt eben diese und kassiert dafür eine Gebühr. So weit, so gut. Bisher war es jedoch so, dass meist auch der Mietinteressent die Maklergebühr zu tragen hatte, das hat sich nun mit der Regelung des Bestellerprinzips geändert. Sucht ein Hauseigentümer einen Mieter über einen Makler, muss jener Eigentümer auch die Maklerprovision übernehmen.

Diese Tatsache hat bei einigen Maklern offenbar zu Unsicherheiten ob ihrer Zukunft geführt, wie etwa bei der Dame, die vor mehreren Wochen in der Online-Ausgabe der SZ eine Anzeige schaltete (siehe Foto), in der ganz unten darauf hingewiesen wird, dass eine Besichtigung nur gegen Bezahlung einer Aufwandspauschale von 30 Euro durchgeführt werden könne. Auch auf der Firmenhomepage der Maklerin war die Annonce mit dem Hinweis der sogenannten "Aufwandsentschädigung" versehen. 

Maklerin: "Habe nur vergessen, das zu löschen"

Auf unsere Anfrage hin erklärte die Dame aus dem Osten von München, dass sich die Angelegenheit bereits erledigt habe. "Ich habe nur vergessen, das zu löschen." Auf unsere Frage, warum sie denn überhaupt eine Gebühr verlangte, sprudelt es aus ihr raus: "Man wusste ja mit dem neuen Gesetz (das Bestellerprinzip, Anm.d.Red.) gar nicht, wohin das alles führen würde." Nach ihren Angaben sind die Umsätze stark zurückgegangen. Und doch räumt sie später ein, dass ihre Sorgen eigentlich unberechtigt gewesen seien, dass nun viele Mieter an sie herantreten würden, um die richtige Wohnung für sie zu finden.

Und die Gebühr? "Die habe ich gar nicht kassiert", beteuert sie. Was wohl auch besser war, denn Anja Franz, Pressesprecherin vom "Mieterverein München" hält die Gebühr für "eine Unverschämtheit und reine Abzocke!" Ihr Rat: Sollte jemand so eine Gebühr bezahlen müssen oder bezahlt haben, ist der Rechtsweg empfehlenswert. Kurz: Eine Klage hat eine gute Aussicht auf Erfolg. Wichtig: Lassen Sie sich eine Quittung geben. Die Münchner Maklerin hat zwar auf die Gebühr verzichtet, dass diese verboten sein soll, sieht sie jedoch nicht ein: "Das ist eine ganz normale Leistung, die ich auch in Rechnung stellen darf." 

Andrew Weber

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