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Michael Bauer und Marion Stein auf dem Parkett, das so viel Ärger machte.

Wo der Ärger wohnt

Mammut-Prozess wegen Parkettkleber um mehr als 100.000 Euro

Es ist einer der heftigsten und langwierigsten Mietprozesse der Stadt: Bei einem Streit um Parkettkleber kommt es zu einer Forderung von über 100.000 Euro.

Seit sieben Jahren streitet das Paar Marion Stein und Michael Bauer mit seiner ehemaligen Vermieterin einer Doppelhaushälfte in der Stilfserjochstraße (Harlaching). Inzwischen geht es um mehr als 100.000 Euro. 1400 Seiten umfassen die Akten. „So einen Prozess habe ich in meiner Laufbahn noch nicht erlebt“, sagt Frank Zillich, Anwalt der Vermieterin. 

Alles begann mit komischem Geruch in dem 1954 erbauten Haus

Ein vom Paar beauftragter Gutachter stellte fest: Der Klebstoff, mit dem das Parkett befestigt war, enthielt den gesundheitsschädlichen Stoff Naphthalin. „Die Giftstoffe haben uns krank gemacht“, sagt Stein. Sie habe unter Kopfschmerzen gelitten und Hautausschlag bekommen. „Als wir nicht mehr in dem Zimmer geschlafen haben, waren alle Symptome weg!“ Das Paar zog in die Wohnung der Mutter Steins nach Burghausen. Der Mietvertrag in Harlaching lief weiter – allerdings überwiesen Stein und Bauer weniger Miete. Die Vermieterin ließ im Gegenzug per Gutachter feststellen: „Es war eine überzogene Maßnahme des Paares, die Wohnung zu verlassen.“

Mietstreit wegen Parkettkleber: Genug gestritten? Längst nicht!

Die Vermieterin kündigte den Bewohnern im Dezember 2010, es kam zur Kündigungs-, später zur Räumungsklage. Im Januar 2013 musste das Paar raus, „ein Gerichtsvollzieher hat ihnen den Schlüssel weggenommen“, sagt Zillich. Den hätten die Bewohner einbehalten, obwohl sie nicht mehr in dem Haus lebten. „Meine Mandantin konnte nicht ins Haus, es nicht sanieren geschweige denn weitervermieten“, so Zillich.

Am Tag der Zwangsräumung in Harlaching.

Also mehr Ärger! „In einem neuen Prozess haben wir das Paar zur Rückzahlung nichtgezahlter Mieten aufgefordert“, sagt Zillich. Rund 26 000 Euro inklusive Gerichtskosten. „Bis heute haben sie nicht gezahlt!“ Im Gegenteil: Sie würden in einer Widerklage mehr als 100 000 Euro von seiner Mandantin fordern. Diese setze sich wie folgt zusammen: Überzahlung der Miete (über 60 000 Euro), Dienstausfall (25 400 Euro), Reisekosten (1400 Euro), Schmerzensgeld für beide Partner (je 20 000 Euro), Privatgutachten (1400 Euro), durch die Schadstoffe beschädigte Möbel. Das Haus hat die Vermieterin bereits verkauft. „Ich hatte einfach keine Nerven mehr“, sagt sie. Ein Urteil gibt es noch nicht. Und wann das der Fall sein wird, ist fraglich. Denn: Die zuständige Richterin wird im Juni versetzt. Und ob bis dahin Termine zustande kommen, die alle Beteiligten wahrnehmen können, ist noch nicht klar…

von Tanja Buchka

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

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