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Mehr als 10 Millionen Quadratmeter Wohnraum möglich - wenn Senioren umziehen

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Senioren leben im Schnitt auf 100 Quadratmeter Wohnraum im Eigenheim.
Senioren leben im Schnitt auf 100 Quadratmeter Wohnraum im Eigenheim. © dpa/Sebastian Kahnert

Eine Studie analysierte die Möglichkeit, mehr Wohnraum zu schaffen, in dem Senioren in kleinere Mietwohnungen ziehen würden. Das Ergebnis ist erstaunlich.

Der Wohnungsmarkt* ist hart umkämpft. Und obwohl immer mehr gebaut wird, werden Mietpreise nicht günstiger. Wer von einem Eigenheim träumt, wird zudem immer öfter mit horrenden Summen konfrontiert. Es gibt aber noch eine andere Möglichkeit, um Wohnraum zu schaffen, wie nun eine Studie des Immobilienentwicklers Pantera in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut YouGov nahelegt. Dabei wurden im April diesen Jahres 2.095 Menschen aus allen 16 Bundesländern befragt.

Mehr Wohnraum möglich, wenn Senioren in kleinere Wohnungen umziehen

Die Analyse beschäftigte sich damit, wie viel Wohnraum frei werden könnte, wenn Senioren in kleinere Wohnungen umziehen würden. Das Fazit: "Wenn ältere Menschen in Deutschland angemessene Angebote zum Umzug in kleinere Wohnungen bekommen, kann durch Aus-, An- oder Umbauten in freiwerdenden Häusern oder Wohnungen allein in Städten wie Hamburg oder Berlin rund eine Million Quadratmeter neuer Wohnraum entstehen. Das relativ größte Potential hätten nach unserer Rechnung Heilbronn, Salzgitter, Bremen und Saarbrücken. Bundesweit könnten auf diese Weise insgesamt leicht mehr als zehn Millionen Quadratmeter neuer Wohnraum zur Verfügung stehen", erklärt Micheal Ries, Vorstand von Pantera.

Darum leben Senioren oft auf großem Wohnraum

Das liegt daran, dass alleinlebenden Senioren laut der Studie im Schnitt 100 Quadratmeter Wohnraum im Eigenheim zur Verfügung stehen. Viele von ihnen lebten früher noch mit dem Lebenspartner und den Kindern zusammen im Haushalt. Laut einer Umfrage kennen fast drei Viertel aller Bundesbürger (73 Prozent) gleich mehrere ältere Menschen, die allein auf großem Wohnraum leben, sich diesen aber früher mit der Familie geteilt haben. Daraus lässt sich ableiten, dass viele Senioren in Immobilien leben, die für ihren Bedarf zu groß sind - die aber wiederum genau richtig für wohnungssuchende Familien wären.

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Passende Alternativen für Senioren finden

Die Studie stellte zudem in der Umfrage fest, dass 53 Prozent der Deutschen durchaus gewillt wären, im Alter in eine kleinere Wohnung zu ziehen und damit den größeren Wohnraum aufzugeben - aber nur bei adäquatem Ersatz. Dabei sind 79 Prozent der Befragten "angemessene Wohnkosten" am Alterssitz* wichtig, aber auch "Spaziermöglichkeiten im Grünen", "eine breite ärztliche Versorgung in der Nähe" sowie "fußläufige Einkaufsmöglichkeiten zum täglichen Bedarf" sollen vorhanden sein.

Als Lösung für das Problem schlägt der Immobilienentwickler Pantera den Bau von sogenannten "Serviced Apartments" vor, also 1- bis 3-Zimmer-Wohnungen, bei denen nach Bedarf Dienstleistungen wie eine Einkaufshilfe oder ein Wäscheservice hinzugebucht werden können. Was das allerdings kosten würde oder wo diese Apartments gebaut werden könnten, bleibt unbeantwortet.

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*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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