1. Startseite
  2. Leben
  3. Wohnen

Meldepflichtige Pflanzenkrankheiten erkennen – und richtig handeln

Erstellt:

Kommentare

Weinblatt mit Blattgallen an der Unterseite verursacht durch Schädlinge.
Zu den meldepflichtigen Pflanzenkrankheiten zählt auch die Reblaus. Gerade Weinplantagen sind anfällig für die Schädlinge. © Martina Raedlein/Imago

Mehltau und Apfelschorf sind Ihnen bekannt. Was meldepflichtige Pflanzenkrankheiten von anderen unterscheidet - und wie Sie im Ernstfall reagieren?

Bekannte Pflanzenkrankheiten sind Mehltau, Grauschimmel* oder Apfelschorf. Diese sind zwar ärgerlich, aber für Boden und Umwelt nicht weiter gefährlich. Genau wie bei Menschen und Tieren gibt es aber bei Pflanzen auch Krankheiten, die meldepflichtig sind. Dann greifen schon mal der Staat oder sogar die Europäische Union ein. 

Welche Pflanzenkrankheiten sind meldepflichtig und warum?

Meldepflichtig sind alle Pflanzenkrankheiten und Schädlinge, die Quarantänestatus besitzen oder bisher in Deutschland nicht aufgetreten sind. Viele dieser meldepflichtigen Krankheiten verbreiten sich sehr schnell, springen auf andere Pflanzen über und können erheblichen Schaden anrichten. Außerdem haben die Erreger oder Schädlinge in Deutschland keine natürlichen Feinde, wenn die Krankheit über exotische Pflanzen eingeschleppt wurde. Selbst chemische Bekämpfungsmittel helfen nur teilweise. Meist muss die erkrankte Pflanze entfernt und verbrannt werden, damit sich die Krankheit nicht weiter ausbreitet. 

Lesen Sie auch: Mit natürlichen Feinden Schädlinge bekämpfen.

Diese meldepflichtigen Pflanzenkrankheiten gibt es

Auch interessant: Welche kranken Pflanzen dürfen auf den Kompost?

Wo melde ich Feuerbrand und Co.?

Egal ob Landwirt oder Hobbygärtner, entdecken Sie eine der obigen Krankheiten an Ihren Pflanzen, müssen Sie sie melden. Jedes Bundesland hat einen Pflanzenschutzdienst, der Ihren Befund aufnimmt und Sie über das weitere Vorgehen berät. Zum Beispiel könnte eine Quarantänezone um das befallene Grundstück herum ausgeschrieben werden. 

In Bayern ist die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zuständig. Sie leitet die gemeldete Pflanzenkrankheit an das Institut Pflanzengesundheit des Bundesforschungsinstituts Julius-Kühne (JKI) weiter. Das wiederum prüft, ob die Meldung an die Europäische Pflanzenschutzbehörde (EPPO) weitergeleitet werden muss. 

Entfernen Sie die befallenen Pflanzenteile bei ersten Anzeichen einer meldepflichtigen Pflanzenkrankheit sofort und großzügig. Anschließend verbrennen Sie die abgeschnittenen Blätter, Blüten und Äste. Entsorgen Sie die befallenen Pflanzenteile auf keinen Fall auf dem Kompost. So breiten sich Bakterien und Schädlinge aus. Desinfizieren Sie das Gartenwerkzeug mit 70-prozentigem Alkohol. Sollten Sie sich unsicher sein, ob es sich bei den Anzeichen um eine meldepflichtige Pflanzenkrankheit handelt, ziehen Sie Fachbücher oder Apps zurate. Um ganz sicherzugehen, fragen Sie einen fachkundigen Gärtner. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare