Nicht immer sind Mieterhöhungen berechtigt.
+
Nicht immer sind Mieterhöhungen berechtigt.

Mieterrechte und Mietpreisbremse 

Mieterhöhung erhalten? Was Sie dagegen tun können

  • Laura Wittstruck
    vonLaura Wittstruck
    schließen

Mieterhöhungen sind oft eine unschöne Überraschung. Doch müssen Mieter sie immer einfach so hinnehmen? Wir zeigen Ihnen wann und wie Sie sich wehren können.

Der Wohnungsmarkt ist momentan nicht nur in vielen Großstädten in Deutschland angespannt*. Umso größer die Freude, wenn man doch eine preisgünstige Wohnung ergattern konnte. Doch nur wenige Monate später folgt oft das böse Erwachen: Eine saftige Mieterhöhung flattert ins Haus. Diese muss man nun akzeptieren, möchte man in der Immobilie wohnen bleiben. Oder etwa doch nicht? Fest steht: eine willkürliche Mieterhöhung ist oft unzulässig. Wir zeigen Ihnen, wie Vermieter eine Erhöhung begründen müssen und in welchen Fällen Sie nicht verpflichtet sind, diese anzunehmen.

Lesen Sie auch: 4.200 Euro Miete und Blick auf Frauenkirche: So sieht die Wohnung von innen aus.

Vermieter muss Erhöhung rechtfertigen

Einfach so die Miete anheben, um mehr Geld zu bekommen: Das funktioniert im deutschen Mietrecht nicht. Ihr Vermieter muss Ihnen immer eine Begründung für die Erhöhung liefern. Und auch dabei ist genau festgelegt, wann diese gesetzmäßig ist.

Ein wichtiger Faktor ist beispielweise der Mietspiegel für Ihren Wohnort. Zahlen Sie bislang deutlich weniger als üblich, darf Ihr Vermieter mehr Geld verlangen. Die Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete darf aber nicht auf einen Schlag passieren. Innerhalb von 3 Jahren ist eine maximale Erhöhung von 20 Prozent zulässig.

Ein weiterer Grund für eine Mietsteigerung ist, wenn das Objekt in letzter Zeit modernisiert wurde. Dann darf auch ohne Rücksicht auf den ortsüblichen Mietpreis erhöht werden. Allerdings ist der Vermieter auch dabei eingeschränkt. Erst zwölf Monate nach Ihrem Einzug darf Ihre Miete erstmals erhöht werden. Und auch anschließend muss zwischen den Steigerungen mindestens ein Jahr liegen. Schließlich haben Sie mindestens drei Monate Zeit, wenn eine Mieterhöhung ins Haus flattert. Diese können Sie nutzen, um deren Rechtmäßigkeit zu überprüfen und sie anschließend anzunehmen oder abzulehnen.

Mehr dazu: Unfassbar: Für ein Zimmer in München bekommen Sie sechs in Dortmund.

Miete mindern durch Mietpreisbremse

Die Mietpreisbremse gibt es in Deutschland schon seit einigen Jahren, nämlich seit 2015. Das bedeutet, dass die Miete maximal 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen darf. Stellen Sie fest, dass das in Ihrem Fall nicht so gehandhabt wurde, können Sie eine Mietminderung erwirken und zu viel gezahlte Miete zurückfordern.

Dabei gilt die Mietpreisbremse allerdings nur in Gebieten oder Städten, in denen der Wohnungsmarkt besonders angespannt ist. Wenn Sie in einem solchen Areal wohnen, sollten Sie sich zunächst über den dort üblichen Mietspiegel informieren. Anschließend können Sie zum Beispiel mithilfe des Mietervereins eine Rüge an Ihren Vermieter formulieren, um den Mietpreis zu senken. (lw)*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Quelle: focus.de

Auch interessant: Coronavirus: Nachbar ist erkrankt - Muss das ganze Mietshaus in Quarantäne?

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Was steckt hinter den Makler-Beschreibungen?
"Lage in aufstrebendem Viertel" oder "Wohnanlage mit viel Entwicklungspotenzial": In ein paar Jahren mag es hier wunderbar sein. Doch jetzt rollen hier Bagger und Lkws – und danach wird das Leben teurer.
"Lage in unberührter Natur": Ideal für meditative Einsiedler, die von den Früchten der Erde leben wollen. Wer jedoch arbeiten, einkaufen oder auch mal zum Arzt muss, braucht unbedingt ein Auto. Zudem wird der Weiterverkauf der Immobilie schwierig.
"Verkehrsgünstig gelegen": Im Extremfall ist vor der Haustür der Hauptbahnhof mit dem entsprechenden Milieu. Oder es führt vor dem Gebäude eine Hauptverkehrsstraße und hinter dem Garten eine viel befahrene Eisenbahnstrecke vorbei.
"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Auch interessant

Kommentare