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Lara Berger (hier mit ihrer Tochter) lebt in diesem Zimmer in Unterhaching.

Ist das schon Wucher?

18 Quadratmeter im Gewerbegebiet: Dafür zahlt sie 590 Euro!

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590 Euro Miete für ein 18-Quadratmeter-Zimmer in Unterhaching: Ist das schon Wucher? Eine Leserin fragte nach und bei unserem Mietertag geben wir die Antworten.

München - Es ist noch nicht allzu lang her, da hat man gezuckt bei der Frage, ob zehn Euro Miete für einen Quadratmeter angemessen sind... Selige Vergangenheit: Heute reden wir über 30 – und das noch nicht mal in der Innenstadt! Lara Berger (36, Name geändert) muss zum Beispiel 590 Euro Miete für ein 18-Quadratmeter-Zimmer in Unterhaching zahlen. Hier muss sie sogar ihre Wäsche trocknen. Ihre geliebte Nähmaschine steht im Regal – auf ihr hat sie sich 2015 das Diplom als Modedesignerin ernäht. Aber zum Nähen ist in ihrem Zimmer kein Platz...

Das Dachfenster ist undicht – Streifen an der Wand zeigen, wo bei Regen das Wasser herunterläuft. „Der Vermieter weiß das, aber er lässt mich seit eineinhalb Jahren auf die Reparatur warten“, sagt Lara Berger.

Auch andere Räume in der Wohnung sind vermietet

Zu der bedrängenden Enge kommt, dass sich die 36-Jährige die Wohnung mit anderen Personen teilen muss. Auch die anderen Räume der Fünfzimmer-Wohnung sind vermietet. Sie sagt: „Ich wurde sogar schon von den Mitmietern beklaut. Einmal wollte ich einen Teppich im Bad trocknen, doch der war gleich weg!“

Eigentlich würde man hier, mitten im Unterhachinger Gewerbegebiet, so viele Mieter gar nicht erwarten. Gegenüber ein Discountermarkt, rechts ein Küchenmarkt, links ein mongolisches Restaurant, im Erdgeschoss ein Handwerksbetrieb. Nicht gerade die Traumumgebung von Lara Berger, die seit inzwischen eineinhalb Jahren in dem kleinen Zimmer lebt.

Die Miete bekommt sie vom Jobcenter, da sie derzeit nur aushilfsweise als Garderobiere arbeitet. Umso ärgerlicher – denn so bezahlt die Allgemeinheit die Miete für das winzige Zimmer.

590 Euro für 18 Quadratmeter: Ist das Wucher?

590 Euro für 18 Quadratmeter (warm, immerhin, und sie darf die Küche mitbenutzen): Ist das Wucher? Diese Frage stellt sich nach Ansicht der Gerichte in München und Umland nicht. „Den Tatbestand des Mietwuchers gibt es grundsätzlich schon, nur wird er in München nicht angewandt“, erklärt Mietrechtsexpertin Anja Franz vom Mieterverein München. Voraussetzung ist, dass eine Mangellage an Wohnraum herrscht. Dies ist aber in München laut Stadt nicht der Fall. Wohnraum gibt es ja. Nur halt keinen bezahlbaren – aber das ist in diesem Fall dann egal.

Auch die Mietpreisbremse hilft Lara Berger nicht, denn ihr fehlt die Kraft, sich gegen den Vermieter zur Wehr zu setzen. Dazu müsste sie ihn nämlich vor Gericht zerren und beweisen, dass er zu viel Miete verlangt. Juristisch würde das heißen: Die Mieterin muss die ortsübliche Vergleichsmiete angeben und damit beweisen, dass ihr Vermieter mehr verlangt. Zehn Prozent darf der Vermieter über dieser ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, mehr nicht.

Der Vermieter war zu einer Stellungnahme gegenüber der tz nicht bereit. Lara Berger würde gerne umziehen – doch sie findet keine andere Bleibe. Ihre Hoffnung setzt sie jetzt auf die Immowelt-Initiative Verändere Deine Stadt im Internet.

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