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Da schau her: In München sinken die Mieten!

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Von: Tobias Scharnagl

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Ein herrlicher Blick bietet sich am Dienstag (09.12.2003) vom Fernsehturm im Münchner Olympiapark über die Innenstadt, während im Hintergrund die Kulisse der Alpenzu sehen ist. Auch in den nächsten Tagen soll es bei eisigenTemperaturen weiterhin sonnig bleiben. Foto: Anita Bischoff dpa/lby
München ist trotz des leichten Rückgangs seit Einführung der Mietpreisbremse noch immer die teuersten Stadt der Republik. © dpa/dpaweb

München - Da schau her: In München sinken die Mieten! Das hat eine Untersuchung des Internetportals Immowelt ergeben.

Zahlten die Münchner im Juli bei Neuvermietungen pro Quadratmeter noch 15,60 Euro Netto-Kaltmiete, waren es im Oktober nur noch 15,40 Euro. Eine mögliche Erklärung heißt: Mietpreisbremse. Die nämlich wurde im August in der Landeshauptstadt eingeführt. Ist das das Ende vom Münchner Miet-Wahnsinn? Die Experten sind noch vorsichtig …

Elf Großstädte wurden untersucht – und in München, Köln, Bonn und Erlangen fielen die Mieten. Bayerns oberste Mieter-Vertreterin Beatrix Zurek hält es durchaus für plausibel, dass die Bremse nun Wirkung zeigt: „Sie hat vor allem einen psychologischen Wert.“ Vermieter würden sich nun häufiger in den Mietspiegel blicken, in erster Linie, „weil sie fürchten, dass Rückforderungen auf sie zukommen“, sagt Zurek.

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Mietervereinschefin Beatrix Zurek sagt: „Vielleicht ist der Markt ausgereizt“. © xxx

München wird also günstiger? So weit will sich Zurek nicht aus dem Fenster lehnen: „Ich wage noch keine Prognosen. Einen Trend abzuleiten wäre zu früh.“ Das sagen auch die Experten von Immowelt: „Es ist noch zu früh, um eine Aussage über die Wirkung der Mietpreisbremse zu treffen“, erklärt etwa Carsten Schlabritz, CEO von Immowelt. „Konkrete Aussagen lassen sich erst nach einem längeren Untersuchungszeitraum machen.“ Fest steht für die Macher der Untersuchung aber: Die Veränderung der Netto-Kaltmieten beträgt seit Einführung der Mietpreisbremse in München: Minus ein Prozent. Die Mieten sind seit August zurückgegangen!

Zurek vom Mieterverein hat aber noch eine andere Erklärung für das kleine, aber feine Minus: „Irgendwann ist der Markt vielleicht auch einfach ausgereizt.“ Ein Allheilmittel sei die Mietpreisbremse aber nicht. Zurek: „Sie schafft keine neuen Wohnungen! Hier müssen die Länder neue Anreize schaffen und Förderprogramme ausweiten.“ Auch der Bund dürfe sich nicht aus der Verantwortung stehlen. Schließlich habe er es zugelassen, dass immer mehr Wohnungen aus der Bindung fielen.

Die Mietpreisbremse soll Mieter vor zu hohen Mieten schützen. Bei einer Wiedervermietung darf die Miete laut Gesetz höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Basis der Untersuchung waren 43 000 Mietwohnungen und -häuser, davon 4520 in München, die zwischen Mai und Oktober inseriert wurden. Es handelt sich um Angebots-, keine Abschlusspreise. 

Tobias Scharnagl

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