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Studie

Wohnungsnot in München: Nur 11,5% sind "günstiger Wohnraum"

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Günstige Wohnungen sind rar in München: Wenige der freien Wohnung sind für Geringverdiener überhaupt bezahlbar, aber rund die Hälfte der Münchner hätte Anspruch auf eine geförderte Wohnung.

Die Baubranche boomt. In den Metropolen entstehen allerdings überwiegend hochpreisige Neubauten. Eines der drängendsten Probleme auf dem Wohnungsmarkt wird damit nicht gelöst: der Mangel an günstigen Wohnungen in Ballungsgebieten. Niedrigverdiener, Hartz-IV- oder Sozialhilfeempfänger, Alleinerziehende und Studierende ohne elterliche Finanzspritze haben auf dem freien Wohnungsmarkt kaum eine Chance.

München: Bedarf an gefördertem Wohnraum nicht ausreichend

Lediglich 11,5 Prozent der auf immowelt.de und immonet.de inserierten Wohnungen entsprechen den Vorgaben des Sozialgesetzbuches für günstigen Wohnraum.

Die Zahl der Haushalte in München, die über ein geringes Einkommen verfügen und grundsätzlich Anspruch auf eine geförderte Wohnung hätten, dürfte zwischen 40 und 55 Prozent liegen. Und die Mieten in München steigen weiter.

Das ergibt eine Analyse der Angebote auf immowelt.de und immonet.de. Neben München wurde auch das Wohnungsangebot in Nürnberg, Berlin, Köln, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und Dresden analysiert.

Wohnungsmarkt: Geringverdiener gehen leer aus

Die Auswertung zeigt: Besonders stark ist die Diskrepanz in Berlin. Nach Angaben der Stadt hätten 55 Prozent der Haushalte grundsätzlich Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein (WBS). Damit kann ein Mieter nachweisen, dass er berechtigt ist, eine „Sozialwohnung“ zu beziehen. Aber auch in Nürnberg, Köln, Hamburg und Frankfurt sind mehr als 90 Prozent der inserierten Wohnungen für Menschen mit geringem Einkommen nicht bezahlbar.

Stadt

Wohnungen im günstigen Segment

WBS-berechtigte Haushalte
Nürnberg 6,5 Prozent 40 Prozent
Berlin 7,3 Prozent 55 Prozent
Köln 7,5 Prozent 45 Prozent
Hamburg 7,7 Prozent 41 Prozent
Frankfurt 8,7 Prozent keine Angabe
München 11,5 Prozent keine Angabe
Stuttgart 15,1 Prozent keine Angabe
Dresden 50,2 Prozent 22 Prozent

Drei wesentliche Gründe für die Wohnungsnot:

  • Immer mehr Menschen zieht es in die Metropolen. Städte wie München und Berlin locken besonders junge Menschen mit der Aussicht auf qualifizierte Ausbildung, Arbeit, kulturelle Vielfalt und Lifestyle.
  • Die Zahl der Menschen mit geringem Einkommen nimmt weiter zu. Der Paritätische Wohlfahrtsverband spricht in seinem aktuellen Armutsbericht von einem Rekordhoch der Armutsquote. Der europaweite Flüchtlingsstrom wird die Situation auf dem Wohnungsmarkt in den kommenden Jahren zusätzlich verschärfen.
  • Der Bau von günstigem Wohnraum lohnt sich nicht mehr. Für Investoren sind Neubauwohnungen mit Mieten unter 10 Euro kaum noch profitabel. Das liegt vor allem an den steigenden Grundstücks- und Baukosten, den strengen Energieeffizienz-Vorschriften sowie den zu geringen finanziellen Anreizen durch die Wohnraumförderung.

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