Eine Studie zur Viruslast in Haushalten fördert einige interessante Details zutage.
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Eine Studie zur Viruslast in Haushalten fördert einige interessante Details zutage.

Quarantäne

Neue Studie zu Covid-19: Hier lauern im Haushalt am häufigsten Coronaviren

  • Franziska Kaindl
    vonFranziska Kaindl
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Um eine Ansteckung mit Coronaviren zu vermeiden, ist Hygiene das A und O. Bonner Forscher haben sich damit beschäftigt, wo im Haushalt die Viruslast hoch ist.

  • Forscher erlangen immer mehr Kenntnisse über das Coronavirus.
  • Wissenschaftler der Universität Bonn haben neue Ergebnisse zur Viruslast in Haushalten.
  • Dabei gibt es auch ein paar Überraschungen.

Vielerorts atmen Menschen auf, weil sich die Lage um die Corona-Pandemie langsam entspannt und Forscher immer mehr Erkenntnisse über das neuartige Virus gewinnen. Trotzdem ist die Krise noch lange nicht überstanden und viele fürchten sich vor einer zweiten Welle. Zwölf Wissenschaftler um den Virologen Hendrik Streeck von der Universität Bonn haben sich nun mit der Frage beschäftigt, wo im Haushalt eines Corona-Infizierten die Viruslast* am höchsten ist.

Coronavirus: Forscher überprüfen Viruslast in Quarantäne-Haushalten

Die Studie wurde vorab auf dem Preprint-Server "medrxiv.org" veröffentlicht. Bisher befindet sie sich noch im Peer-View-Verfahren, was bedeutet, dass die Ergebnisse erst noch von anderen Forschern überprüft werden müssen. Sie analysiert die Viruslast in 21 zufällig ausgewählten Quarantäne-Haushalten im Landkreis Heinsberg, wo das Coronavirus besonders stark gewütet hat. In jedem Haushalt befand sich mindestens ein Infizierter. Die Forscher nahmen insgesamt 119 Abstriche von Türklinken, Fernbedienungen, Möbel und 66 Stichproben aus dem Abwasser von Duschen, Waschbecken und Toiletten*. Auch von der Raumluft wurden 15 Proben entnommen.

Hier lauerten im Haushalt am häufigsten Coronaviren

Die Proben wurden von den Forschern per PCR-Test auf das Erbgut des Coronavirus getestet. Insgesamt erwies sich die Virusbelastung in der häuslichen Umgebung als gering - und das obwohl von 43 Erwachsenen 25 infiziert waren. Die höchste Viruslast war noch im Badezimmer zu finden: In 15 Prozent der Abwasser-Proben konnte Erbgut von Sars-CoV-2 festgestellt werden. Davon war mit wiederum knapp 20 Prozent am ehesten das Waschbecken und knapp dahinter die Dusche betroffen.

Überraschenderweise war die Belastung der getesteten Oberflächen eher gering: Nur an zwei Türklinken, einer Fernbedienung und einem Möbelstück wurden Coronaviren festgestellt. In der Luft wurden überhaupt keine Viren entdeckt. Ob die Viren zu diesem Zeitpunkt noch ansteckend waren, konnte in der Studie nicht festgestellt werden.

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Fazit der Coronavirus-Studie im Haushalt

Aus dem Ergebnis schließen die Forscher, dass die Schmierinfektion durch Berührung offenbar doch keine so große Rolle spielen könnte, wie bisher angenommen. Auch die Infektion über Aerosole scheint überraschenderweise unwahrscheinlich zu sein. Allerdings konnten hier auch nur wenige Proben genommen werden. 

Stattdessen scheint die Studie wieder zu bestätigen, dass die Infektion am ehesten über Tröpfchen vonstatten geht. Darum halten es die Wissenschaftler für ratsam, beim Toilettenspülen den Deckel zu schließen und auf Hygiene rund um Waschbecken und Dusche zu achten.

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