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Immer schließen: Ein gekipptes Fenster ist für Einbrecher wie ein offenes Fenster.

Ohne Schnickschnack - Einbrechern die Arbeit erschweren

Es ist nicht nur ein finanzieller Verlust, sondern auch ein Eindringen in die Privatsphäre: Ein möglicher Einbruch macht vielen Menschen Angst. Aber wie schützt man sich davor? Und welcher Aufwand ist vielleicht schon wieder zu viel des Guten?

Angst vor Einbrechern ist unter Hausbesitzern und Mietern weit verbreitet. Manchmal führt sie dazu, mit allerlei Hilfsmitteln das Risiko so weit wie möglich einschränken zu wollen. Teils ist das gut. Aber manche Instrumente zur Einbruchsprävention sind relativ teuer - und senken das Risiko nicht merklich.

Andreas Mayer von der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes rät zuallererst zu einer mechanischen Grundsicherung: "Was nutzt die Alarmanlage oder die Videoüberwachung, wenn Diebe trotzdem durch Fenster und Türen gehen wie Butter?"

Der wichtigste Schutz ist deshalb der mechanische Grundschutz von Fenstern und Türen. Mayer rät zu solchen mit mindestens der Widerstandsklasse "RC2". Sichere Fenster und Türen haben Pilzkopfzapfen ringsum verteilt - beim Verschließen rasten sie ein und verhindern das Aufhebeln, erklärt er. Zum Nachrüsten gibt es auch verschließbare Fenstergriffe. "Das kostet nicht die Welt", sagt Mayer. Mit wenigen Hundert Euro könne man sich so verhältnismäßig viel Sicherheit kaufen.

Und scheinbar banal, aber dennoch oft missachtet: der Ratschlag, auch bei kurzen Abwesenheiten die Tür nicht nur einrasten zu lassen, sondern abzuschließen und die Fenster nicht auf Kipp stehen zu lassen. "Ein gekipptes Fenster ist für Diebe ein offenes Fenster."

Zusätzlich ist gut, im Urlaub Anwesenheit vorzutäuschen. Heute ist das etwa über Smart-Home-Angebote möglich: Vom Urlaubsort können Bewohner so den Lichtschalter zu Hause betätigen oder die Rollladen herunterfahren. Aber: Für die dafür notwendige Technik kann man allerlei Geld ausgeben. Und noch seien die Angebote, die es derzeit auf dem Markt gebe, nicht zertifiziert, sagt Mayer.

Eine preiswerte Alternative sind Zeitschaltuhren. Nur hundertprozentige Sicherheit lässt sich auch damit nicht kaufen: Die meisten Täter kommen nicht bei Nacht, sondern bei Tag - dann ist es egal, ob das Licht abends nun leuchtet oder nicht.

Mayer hat außerdem die Erfahrung gemacht, dass auch Videoüberwachungen Diebe nicht zwangsläufig abschrecken: "Die brechen trotzdem ein." Manchmal mögen solche zusätzlichen Maßnahmen sinnvoll sein - aber nicht ohne die richtige Grundlage, also die mechanische Grundsicherung, ist Mayers Einschätzung.

Umsonst - zumindest finanziell - ist ein ganz andere Einbruchschutz, noch dazu ein guter: eine gute Nachbarschaft. Denn eine Vielzahl der Einbrecher werden von aufmerksamen Nachbarn entdeckt und der Polizei gemeldet, sagt Mayer. Wer in den Urlaub fährt, kann die Nachbarn deshalb bitten, einen Blick auf das Haus oder die Wohnung zu haben. In Mehrfamilienhäusern schreckt es Einbrecher häufig schon ab, wenn ein Nachbar den Unbekannten fragt: "Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?"

dpa/tmn

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