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Schuhe sollten nicht einfach achtlos in den Schuhschrank geworfen, sondern besser ordentlich sortiert werden. So behält man den Überblick. Foto: Benjamin Nolte

Garage für die Treter

Den passenden Schuhschrank finden

Sie liegen im Flur rum, sie stehen im Weg, ihr Geruch nach Fußkäse vermiest die Raumluft - Schuhe werden geliebt und in Massen gekauft, aber zu Hause sind sie lästig. Wohin mit all den Paaren? Möbel- und Schuhexperten geben Tipps.

Offenbach (dpa/tmn) - Winterstiefel und feste Schnürschuhe für nasskalte Herbsttage, Sneakers für den Sport und Flipflops für die Sauna, schicke High Heels für das Abendkleid - es könnte endlos so weitergehen. Schuhe und Frauen sind nicht erst seit Aschenputtel ein märchenhaftes Paar.

Nach Angaben des Deutschen Schuhinstituts besitzen Frauen in Deutschland durchschnittlich zwischen 17 und 20 Paar Schuhe, Männer 10. Rechnet man bei einer vierköpfigen Familie die Treter der Kinder noch hinzu, stellt sich unweigerlich die Frage: Wohin mit all den Schuhen? Einfach herumstehen lassen ist sicherlich nicht die optimale Lösung. "Das sieht einfach unordentlich aus, vor allem wenn die Schuhe dreckig sind", sagt Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut in Offenbach.

Ein Schuhschrank ist für viele die praktischste Lösung - wenn auch nicht unbedingt die attraktivste. Echte Hingucker gibt es kaum, den Markt dominieren wandhohe Schränke mit und ohne Spiegel sowie schmalere Kommoden mit Kippfächern. "Ein Schuhschrank ist nach wie vor ein Funktionsmöbel", sagt Ursula Geismann, Trendanalystin beim Verband der Deutschen Möbelindustrie in Bad Honnef bei Bonn.

Immerhin gibt es die Kommoden und Schränke in unterschiedlichen Materialien: Holz, Metall oder Kunststoff - je nachdem, was zum Einrichtungsstil passt. Funktionsmäßig ist das Material aber aus Sicht der Expertin zweitrangig. Viel wichtiger ist es, dass das Möbelstück stabil und gut belüftet ist. "Die Türen und Fächer sollten nicht so dicht abschließen wie bei einem Kühlschrank", erklärt Geismann. Ritzen und Löcher an den Seitenwänden sind hier gut. Damit die Luft innerhalb des Schranks zirkulieren kann, sollten die Regalböden auch nicht aus einem, sondern aus mehreren Elementen bestehen, empfiehlt die Expertin. Das Holz sollte am besten unbehandelt, maximal geölt oder gewachst sein.

Damit es in Schränken und Kommoden nicht müffelt, empfiehlt Schulz, die Schuhe nicht sofort nach dem Ausziehen hineinzustellen, sondern sie erst ausdünsten zu lassen. "Eine Ruhepause von 24 Stunden tut Schuhen generell gut", erklärt die Expertin vom Deutschen Schuhinstitut. Für einen angenehmen Duft im Innenraum des Schranks können zudem Deos, aber auch Hausmittel wie eine frische Zitrone oder ein Glas Kaffeebohnen sorgen.

Geschlossene Schuhschränke schützen den Inhalt zwar optimal vor Staub und UV-Einstrahlung, so dass die Materialien nicht ausbleichen. Sie haben aber oft einen erheblichen Nachteil: Die Tiefe der Fächer und fest installierte Regalböden bieten nur Platz für bestimmte Größen. "Für Damenschuhe sind sie in der Regel groß genug, bei Herrengrößen reicht es aber meist nicht mehr", sagt Schulz.

Wer auf großen Füßen lebt, dem bleiben daher nur zwei Möglichkeiten: die Schuhe quer hineinzustellen und auf Platz zu verzichten oder ein offenes Regal zu benutzen. Sortiert man hier die Schuhe farblich und mit der Spitze nach vorne ein, ergibt das nicht nur ein ansehnliches Bild, auch stoßen die Schuhspitzen nicht an einer Regalwand an.

Egal, ob offenes oder geschlossenes System: Das Platzproblem bleibt trotzdem oftmals bestehen. Gestapelt oder achtlos hineingeworfen sollten Schuhe aber dennoch nicht werden - nicht nur weil sie dadurch Schaden nehmen. Man verliert auch leicht den Überblick.

Abgesehen vom regelmäßigen, rigorosen Ausmisten empfiehlt Aufräumcoach Rita Schilke aus Berlin daher, die Auswahl an Schuhen strikt zu trennen. Im Flur sollten nur die Schuhe aufbewahrt werden, die man auch täglich benutzt.

Gelegentlich getragene Schuhe hingegen erhalten einen anderen Platz, zum Beispiel in einem separaten Regal im Ankleidezimmer. "Auf jeden Fall sollten die Schuhe darin nach den diversen Sparten sortiert sein, also Gelegenheiten, zu denen ich sie tragen will", rät Schilke. Auch saisonale Wechsel können sinnvoll sein. Je nach Jahreszeit werden dann Schuhe, Stiefel oder Sandalen in den Keller ausgelagert. "So habe ich im Sommer alle meine Sommerschuhe schnell und einfach im Zugriff und räume pro Jahreszeit einmal kurz um."

Wer seine Schuhe langfristig aufbewahren will, sollte sie nicht in Kisten, Schachteln oder gar Plastiktüten verstauen. Schulz empfiehlt atmungsaktive Stoffsäckchen, beispielsweise aus Baumwolle. Und wer seinen Schuhen etwas Gutes tun will, sollte sie vor dem Wegpacken noch einmal gut pflegen und eincremen.

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