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Rauchmelder im Kinderzimmer sind ab 2018 auch in Bayern Pflicht. In Küche, Bad und Werkstätten ist ein Anbringen der Geräte allerdings nicht zu empfehlen.

Gute Rauchmelder ab 20 Euro

Rauchmelder im Test: Teuer ist nicht gleich gut

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In zwei Jahren müssen sämtliche Wohnungen in Bayern mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Ein Test hat jetzt ergeben, dass teure Geräte nicht zwingend die besten sind. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Warum sind Rauchmelder sinnvoll?

Ein Rauchmelder kann Leben retten. Fast alle Todesopfer bei Wohnungsbränden sterben nicht durch Flammen – sondern an einer Rauchvergiftung. Rauchmelder verhindern mit einem lauten Alarm, dass die Gefahr unbemerkt bleibt. Die Stiftung Warentest hat für die Januar-Ausgabe ihrer Zeitschrift 18 Rauchmelder untersucht – Geräte mit und ohne Funkvernetzung. Demnach gibt es „gute“ Rauchmelder bereits für 20 Euro (siehe Kasten).

Was fiel den Experten beim Test auf?

Von 18 Rauchwarnmeldern im Test waren vier Geräte baugleich mit anderen Modellen, so dass es technisch gesehen nur 14 verschiedene Geräte gibt. Alle Rauchmelder im Test wurden mit einer eine Lithium-Langzeitbatterie betrieben. Sie ist fest verbaut und lässt sich nicht wechseln. Als Einsatzdauer geben die Anbieter mindestens zehn Jahre an. Vorteil der langen Lebensdauer: Die schrillen Piepstöne, die bevorzugt mitten in der Nacht eine leere Batterie signalisieren, bleiben den Bewohnern lange erspart. Ebenso der regelmäßige Batteriewechsel.

Wie wurden die Geräte getestet?

Selten entsteht ein Feuer schlagartig, oft vergehen Stunden. Je frühzeitiger ein Rauchmelder die Bewohner warnt, desto eher können sie die Feuerwehr rufen oder einen kleinen Brand selbst löschen. Im Prüfpunkt „Wirksamkeit bei Bränden“ untersuchten die Prüfer, wie schnell und bei welcher Rauchpartikeldichte der Alarm auslöst: Ausgerechnet das teuerste Produkt im Test, ein Funkrauchmelder, funktionierte beim Brandversuch nicht. Das Gerät löste keinen Alarm aus – und erhielt das Qualitätsurteil „mangelhaft“.

Wozu braucht man überhaupt Rauchmelder mit Funkverbindung?

Je größer das Haus und je mehr Zwischentüren den Alarmton dämpfen, desto sinnvoller kann die Installation von funkvernetzbaren Rauchmeldern sein. Registriert einer von ihnen verdächtigen Rauch, funkt er dies an die anderen Melder und alle schlagen gemeinsam Alarm. Im Praxistest erhielt ein Gerät aber das Qualitätsurteil „ausreichend“. Grund für die schlechte Note: Im Musterhaus mit Stahlbetondecken erwies sich die Funkverbindung als störanfällig.

Sollten Rauchmelder in sämtlichen Zimmern angebracht werden?

Nein. Wasserdampf und Staub können Alarm auslösen. Die Experten der Stiftung Warentest raten daher davon ab, in der Küche und im Bad Rauchmelder anzubringen. Auch in Hobbyräumen und Werkstätten können Rauchmelder problematisch sein.

Sind Rauchmelder in Bayern überhaupt Pflicht?

Grundsätzlich besteht für Neubauten in Bayern bereits seit 2013 eine Rauchmelderpflicht. Für bestehende Wohnungen sieht die Bayerische Bauordnung eine Übergangsfrist vor (Art. 46 Abs. 4 BayBO). Demnach sind Wohnungseigentümer dazu verpflichtet, ihre Wohnungen bis zum 31. Dezember 2017 mit Rauchmeldern auszustatten. Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen, müssen mit mindestens einem Gerät ausgestattet sein. Die Besitzer der Wohnung, also die Mieter, müssen sicherstellen, dass die Melder betriebsbereit sind – es sei denn, der Eigentümer übernimmt diese Verpflichtung selbst.

Wer übernimmt bei einem Fehlalarm die Kosten für den Feuerwehreinsatz?

Wenn Nachbarn oder Passanten die Feuerwehr rufen, weil sie einen Rauchmelder hören, der aufgrund eines technischen Mangels oder dem Aufspüren von Staub oder Dampf anschlägt, darf ihre Aufmerksamkeit und Umsicht nicht zu Nachteilen führen. Darauf weist die Feuerwehr München hin. Kostenersatz kann laut Bayerischem Feuerwehrgesetz nur bei vorsätzlicher oder grob fahrlässiger Falschalarmierung der Feuerwehr verlangt werden (Art. 28 Abs. 2 Nr. 5 BayFwG). Ob allerdings Eigentümer oder Mieter zur Rechenschaft gezogen werden können, sei in Bayern nicht eindeutig geregelt, sagte ein Feuerwehrsprecher. So würden zumindest derzeit in München keine Kosten anfallen – in anderen Kommunen könne dies aber durchaus anders geregelt sein.

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