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Der Saugroboter arbeitet, Sie entspannen auf dem Sofa - selbst mit günstigen Geräten klappt das mittlerweile recht gut.

Nie mehr selber saugen?

Saugroboter: Was die elektronischen Helferlein heute leisten

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Der Traum von der elektronischen Putzfee rückt mit einem Saugroboter in greifbare Nähe. Was kann und kostet ein guter autonomer Staubsauger im Jahr 2017?

Vor allem junge Eltern oder Tierhalter können wahrscheinlich ein Lied davon singen: Am Wochenende haben Sie noch mit viel Mühe die Wohnung gesaugt - spätestens am Dienstag liegen wieder überall Krümel und Haare.

Ein Saugroboter ist für dieses Dilemma eine gute Lösung, vorausgesetzt, man geht mit der richtigen Erwartung an diese Anschaffung heran. Denn eine gründliche Reinigung mit dem normalen Staubsauger ersetzen die elektronischen Heinzelmännchen (noch) nicht. Sie können jedoch die Abstände zwischen zwei Grundreinigungen auf bis zu vier Wochen ausdehnen – das bedeutet für Sie einen schönen Zeitgewinn. Außerdem saugen die flachen Geräte mühelos unter Sofas und Betten, so dass anstrengendes Möbelrücken entfällt. Für Ältere oder Menschen mit Rückenbeschwerden ist das eine große Erleichterung. Leiser als herkömmliche Staubsauger sind sie auch.

Wermutstropfen: Saugroboter putzen nur halb so gründlich

Der Nachteil: Selbst teure Geräte ab 500 Euro aufwärts putzen nur etwa halb so gründlich wie ein normaler Staubsauger – das ermittelte die Stiftung Warentest in einem Test von 2016. Das gilt vor allem für Teppich. Tipp: Wer eine größtenteils mit Teppichboden ausgelegte Wohnung hat, sollte auf eine starke Saugleistung achten und dafür lieber etwas tiefer in die Tasche greifen.

Saugroboter mittlerweile in jeder Preisklasse zu haben

Grundsätzlich ist ein Saugroboter inzwischen für fast jeden erschwinglich. Doch je nach Preis müssen Sie mit sehr unterschiedlicher Reinigungsleistung rechnen. Grob lassen sich die im Handel erhältlichen Saugroboter in drei Preisklassen einteilen: unter 200 Euro, 200 bis 500 Euro und ab 500 Euro aufwärts. Gerade im niedrigsten Preissegment haben Konsumenten seit ein bis zwei Jahren eine immer bessere Auswahl.

Die billigsten Saugroboter sind heute schon ab rund 130 Euro zu haben. Für diesen Preis können Sie ein Gerät erwarten, das in kleinen Zimmern auf glatten Böden zuverlässig Staub und Flusen beseitigt, Hindernisse selbstständig umfährt und nicht die Treppe herunterpurzelt.

Günstige Staubsaugroboter unter 200 Euro sind nicht lernfähig

Saugroboter dieser Preisklasse fahren eine Strecke ab, bis ihnen durch ihre Infrarot-Sensoren ein Hindernis gemeldet wird. Dann ändern sie ihre Fahrtrichtung so, dass die nächste Reinigungsstrecke wieder möglichst lang ist. Das Ergebnis kann recht zufällig aussehen und im schlechtesten Fall dazu führen, dass einige Stellen mehrmals, andere dafür gar nicht angefahren werden. Die meisten Geräte erwischen aber mit einer Akkuladung sämtliche Stellen. Lernfähig sind diese günstigen Geräte nicht – dafür aber geduldig.

Preiswerte, von Kunden gut bewertete Geräte sind etwa der Severin Floorcare RB 7025 Chill oder der Ecovacs Deebot Mini, der sogar zusätzlich noch wischen kann. Für diesen Preis sollten Sie allerdings weder eine starke Saugleistung, noch eine lange Akkuleistung oder raffinierte Zusatzfunktionen erwarten. Diese einfachen Modelle müssen zudem manuell gereinigt und aufgeladen werden.

Mittleres Preissegment ab 200 Euro: iRobot bietet sehr gute Saugleistung

Die Klassiker auf dem Markt stellt die amerikanische Firma iRobot her. In Tests erbringen die Geräte dieser Marke regelmäßig eine sehr gute Saugleistung. Dafür sind sie auch etwas teuer als die Konkurrenz. Die Firma bietet Saugroboter zwischen knapp 300 und 1.000 Euro an. Das preiswerteste Modell, der Roomba 605, saugt gründlich, bietet eine ausreichende Akkulaufzeit, eine intuitive Bedienung und ist schon für 285 Euro zu haben. 

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Eine günstige Alternative zu den beliebten Amerikanern sind die Roboter der chinesischen Firma Ecovacs, etwa der Deebot M82 Saugroboter für 265 Euro. Gut in die Ecken kommen Saugroboter in D-Form wie etwa der 945-0174 BotVac D85 der amerikanischen Firma Neato für rund 450 Euro. Gerade noch im preislichen Mittelfeld bewegen sich die Modelle der Roomba 700-Serie von iRobot, die dafür schon mit Programmierfunktionen, HEPA-Filter und mehr Akkulaufzeit punkten.

Modelle ab 500 Euro mit Zusatzfunktionen – viele aber auch verzichtbar

Raffiniertere Modelle ab 500 Euro aufwärts verfügen über eine Kamera und können eine virtuelle Karte Ihres Zuhauses erstellen. Damit reinigen sie schneller und effektiver und kollidieren nicht mit  Möbeln. Bei schwacher Akkuladung kehren sie allein zur Ladestation zurück. Solange Ihre Wohnung unter 100 Quadratmeter umfasst, ist das aber nicht nötig, hierfür reicht eine Akkuladung.

Spitzenmodelle halten Großraumbüro sauber

Spitzenmodelle wie der Roomba 980 von iRobot oder der DYSON 360 Eye sind zwar mit 1.000 Euro wahrlich kein Schnäppchen. Dafür lassen sie in punkto Reinigungsleistung keine Wünsche offen und können auch große Flächen – etwa im Büro - selbständig sauber halten. Sie fahren selbst zur Ladestation zurück und setzen den Saugvorgang dann an der Stelle fort, wo sie ihn unterbrochen haben. Der Roomba 980 lässt sich sogar per App von unterwegs starten und überwachen. Selber staubsaugen gehört mit einem solchen Top-Modell tatsächlich der Vergangenheit an.

Kabel für Saugroboter echte Fallen

Während Kanten bis zu 2,5 Zentimeter für die meisten Roboter kein Hindernis darstellen, sind Kabel und lange Teppichfransen echte Roboterfallen – die Geräte verheddern sich in ihnen. Auch kleine Gegenstände wie Tischchen, Futternäpfe, Vasen und ähnliches werden nicht immer erkannt. Die Roboter schieben diese dann vor sich her. Das Aufräumen kann man sich also leider nicht sparen.

Allergiker: Auf HEPA-Filter achten

Saugroboter halten weniger Staub zurück als konventionelle Staubsauger. Das zeigte Stiftung Warentest. Allergiker sollten den Raum während des Putzvorgangs daher verlassen und auf einen HEPA-Filter achten. Einen HEPA-Filter bringen zum Beispiel die Saugroboter der Firma Ariete für rund 230 Euro mit.

Virtuelle Leuchttürme – auf Lieferumfang achten

Bei den meisten Modellen sind virtuelle Leuchttürme im Lieferumfang enthalten. Mit diesen können sie Sperrzonen, so genannte "Virtual Walls", etwa vor einer Spielecke errichten. Achten Sie darauf, ob diese im Lieferumfang enthalten sind.

Fazit: Kunden bereuen Kauf eines Saugroboters nicht

Eine Auswertung der Kundenrezensionen auf diversen Verbraucherportalen zeigt: Die große Mehrheit der Kunden bereut die Anschaffung eines Saugroboters nicht. Selbst günstige Geräte bringen im Alltag eine deutliche Entlastung. So ist etwa bei Saturn keiner der angebotenen Roboter mit weniger als 3,9 von fünf möglichen Punkten bewertet, die meisten schneiden mit vier bis fünf Sternen sehr gut ab. Von den angesprochenen kleinen Einschränkungen abgesehen ist die Anschaffung eines Saugroboters grundsätzlich also zu empfehlen.

jba

Die smarten Haushaltshilfen - Roboter putzen die Wohnung

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