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Entspannen, während die Maschine putzt: Der "Kobold VR100" von Vorwerk fährt Bahn für Bahn über den Teppich. Der Roboter übernimmt die Arbeit. So gewinnt sein Nutzer Zeit für andere Dinge. Doch nicht alle Saugroboter im Test konnten überzeugen. Nur zwei schlugen sich gut, kamen aber nicht an die Leistung eines Bodenstaubsaugers heran.

Verschiedene Modell im Test

Saugroboter: Das sollten Sie vor dem Kauf beachten

München - Saugroboter können die Hausarbeit erleichtern. Sie können einen Bodenstaubsauger ergänzen, aber nicht komplett ersetzen. Lesen Sie hier, was Sie vor dem Kauf beachten sollten.

Der Alltag in möblierten Räumen fordert den kleinen vollautomatischen Putzhelfern einiges ab. Sie sollen selbstständig ihren Weg über flache Schwellen und Teppichkanten finden, flächendeckend saugen, Teppiche und Böden von Krümeln und Staub befreien. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab: Nur zwei von sieben Saugrobotern machten ihre Sache wirklich gut, drei schnitten befriedigend ab, je einer ausreichend und mangelhaft.

Die Modelle kosteten zwischen 170 und 750 Euro. Die beiden billigsten schneiden aber auch am schlechtesten ab. Der Vileda Relax Cleaning Robot für 169 Euro kam auf die Note 5,0, der Dirt Devil Navigator M608 für 177 Euro auf die Note 4,0. Beide scheiterten an der Überwindung von Hindernissen. Sie saßen im Test regelmäßig fest und kassierten deshalb im Prüfpunkt „Hindernisse überwinden“ die Note mangelhaft.

Richtig überzeugen konnten auch die besser benoteten Saugroboter nicht

Dabei hat sich der als ausreichend bewertete Dirt Devil bei der Saugleistung auf Hartboden nicht schlechter geschlagen als der Testsieger. Er versagte dafür ziemlich komplett auf Teppichböden. Aber wer keinen Teppich in der Wohnung hat, keine Schwellen oder andere Hindernisse, wie Kabel am Boden, könnte mit ihm sogar recht zufrieden sein.

So richtig überzeugen konnten auch die besser benoteten Modelle nicht. Selbst die besten Roboter, Vorwerk Kobold VR 200 (750 Euro, Note 2,1) und iRobot Roomba 880 (695 Euro Note 2,4) konnten nicht mit guten Bodenstaubsaugern konkurrieren, informiert die Zeitschrift Test. Ihnen fehlte die Saugkraft. Der Stärkste von ihnen holte nicht einmal halb so viel Staub aus dem Teppichboden heraus wie ein großes Gerät. Nach den Maßstäben für Bodenstaubsauger beurteilt, hätten alle Testkandidaten schlecht abgeschnitten. Die Warentester haben für sie deshalb ein separates Prüfprogramm entwickelt und sie als eigenständige Produktgruppe bewertet.

Große Schwäche der Saugroboter: Ecken und Winkel im Zimmer

Anders als von Menschen geführte Staubsauger navigieren und reinigen Roboter selbstständig. Am besten klappte der Hausputz mit dem Vorwerk VR200. Sein halbrunder Körper kam tief in die Ecken und räumte sie leer. Als einziger unter den Testkandidaten nahm er Mineral- und Grobstaub von Teppichboden vergleichsweise gut auf. Der Teppich sah sauber aus.

Die meisten autonomen Kleinsauger reichten aber mit ihren Rundungen nicht tief genug in die Ecken hinein. In den Winkeln blieb Schmutz zurück. Saugroboter sollen den Boden während der Putztour möglichst vollständig abfahren. Dabei dürfen sie weder Möbel, Teppiche noch sich selbst beschädigen. Wie gut sie Hindernisse erkannten und bewältigten, welche Wege sie zurücklegten, haben die Tester in einem speziell möblierten 20 Quadratmeter großen Raum geprüft. In der Zimmerdecke eingebaute Kameras verfolgten ihren Spurenverlauf und übertrugen die Daten an einen Computer. Eine grafische Auswertung zeigte, wo der Sauger hingefahren war und was er ausgelassen hatte.

Sensor- und softwaregestützt bewegten sich die kleinen Putzhelfer dabei entweder zufällig oder systematisch durch den Prüfraum. Beide Strategien können erfolgreich sein. So fuhr etwa eines der beiden gut bewerteten Geräte so lange kreuz und quer über den zu reinigenden Boden, bis er ihn nahezu flächendeckend abgesaugt hatte.

Die meisten Besitzer von Saugrobotern sind trotz mancher Schwäche zufrieden

Andere orientierten sich zusätzlich mit Kamera oder Lasertechnologie und arbeiteten die Fläche Bahn für Bahn systematisch ab. Nur zwei Roboter ließen auf ihrer Tour trotz Kamera-Unterstützung kleinere Bereiche aus: Der LG VR5270LVMB (510 Euro, Note 2,7) und der Samsung Navibot VR10F71 (610 Euro, Note 2,8).

Mit Hindernissen kamen außer den beiden Billig-Geräten die meisten Saugroboter prima klar. Stand etwas im Weg, drehten sie um und suchten sich einen anderen Weg. Im Prüfraum kletterten sie über Schwelle und Teppich, umkurvten Stuhl und Tischbeine, einen Stehlampensockel und verhedderten sich auch nicht im herumliegenden Lampenkabel.

Trotz mancher Schwäche der Saugroboter: Die meisten ihrer Besitzer sind laut einer test.de-Umfrage von Mai vergangenen Jahres mit ihnen zufrieden. Wer in gut aufgeräumten Räumen lebt und sich nicht vom hohen Preis abschrecken lässt, kann so manchen Kleinen sinnvoll für die tägliche Reinigung zwischendurch einsetzen.

Ihre Stärke ist laut Test die Autonomie. Selbständig drehen sie ihre Runden. Geht dem Akku der Saft aus, finden sie zur Ladestation, docken zum Tanken an und setzen danach ihre Arbeit fort.

Was vor dem Kauf zu beachten ist

  • Leihen Sie sich ein Gerät aus und probieren aus, ob es taugt. Wer ein Haustier hat, kann nicht wissen, wie es darauf reagiert.
  • Der Roboter soll sich möglichst frei bewegen können. Spielzeug, Kleidung und zerbrechliche Vasen vor dem Einsatz entfernen. Kabel und hängende Kordeln sichern. Fransen unter den Teppich schieben.
  • Bei der Jungefernfahrt den Roboter keinesfalls alleinlassen. So kann man im Notfall eingreifen.
  • Der Weg zur Ladestation muss immer freigeräumt sein, damit der Saugroboter ungehindert zurückkehren kann.

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