+
Der Heizungsverbrauch darf geschätzt werden - allerdings nur in Ausnahmefällen. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

Verbrauchsabrechnung

Schätzung der Heizkosten nur in Ausnahmefällen möglich

Ein Mal im Jahr findet die Heizungsablesung statt. Doch was passiert, wenn das Gerät zu diesem Zeitpunkt defekt ist? In solchen Fällen gilt eine praktische Ausnahmeregel.

Berlin (dpa/tmn) - Heizkosten in Mehrfamilienhäusern müssen verbrauchsabhängig abgerechnet werden. Das bestimmt die Heizkostenverordnung. Deshalb sind alle Wohnungen beziehungsweise alle Zimmer und Heizkörper mit Erfassungssystemen ausgerüstet. Diese müssen einmal im Jahr abgelesen werden.

Die Werte dienen als Grundlage für die Verbrauchsabrechnung, teile der Deutsche Mieterbund (DMB) in Berlin mit. Was aber, wenn der Verbrauch, zum Beispiel wegen eines Geräteausfalls, nicht abgelesen werden kann? In derartigen Ausnahmefällen darf der Energieverbrauch des Mieters geschätzt werden. Das gilt laut DMB auch, wenn falsch abgelesen wurde - etwa bei Computerfehlern, Verlust der Ablese-Daten oder einer versehentlich unterbliebenen Ablesung. Auch wenn die Ablesung gar nicht erfolgt ist, weil der Mieter trotz mehrfachen Versuchen nicht angetroffen wurde, darf dessen Energieverbrauch geschätzt werden.

Die Heizkostenverordnung gibt vor, wie der Vermieter den Wert schätzen muss. Er kann den Verbrauch vergleichbarer Räume oder Wohnungen im Haus innerhalb der aktuellen Abrechnungsperiode zugrunde legen. Oder er greift auf den Verbrauch der betroffenen Räume oder Wohnungen in einer früheren Abrechnungsperiode zurück. Zulässig - aber oft unzuverlässig - ist es, den Durchschnittsverbrauch im Haus heranzuziehen.

Wichtig: Höchstens 25 Prozent der Wohnfläche des Hauses darf der Vermieter schätzen, um die Verbrauchsabrechnung zu retten. Wird diese Grenze überschritten, ist eine verbrauchsabhängige Abrechnung nicht möglich. Dann muss der Vermieter die Heizkosten nach Quadratmetern, also nach der Wohnfläche, verteilen. Laut DMB haben Mieter dann das Recht, ihren Heizkostenanteil um 15 Prozent zu kürzen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Dieser Fehler mit dem Trockner ist Ihnen sicher auch schon passiert
Der Trockner ist eine richtige Erleichterung im Haushalt - allerdings gibt es eine Sache, die wir immer wieder vergessen zu tun. Dadurch schaden wir dem Gerät.
Dieser Fehler mit dem Trockner ist Ihnen sicher auch schon passiert
Streupflicht des Vermieters endet an Grundstücksgrenze
"Jeder kehre vor seiner Tür" - sogar Goethe wurde bemüht, um einer Klage zur Räumpflicht von Vermietern Nachdruck zu verleihen. In dem Fall vergeblich. Totale Sicherheit …
Streupflicht des Vermieters endet an Grundstücksgrenze
So werden Sie braune Ablagerungen in der Toilette im Nu los
Um diese Hausarbeit reißt sich wirklich keiner - das Kloputzen. Doch wenn braune Ablagerung die Toilette verunreinigen, muss Hand angelegt werden. Wir haben Tipps.
So werden Sie braune Ablagerungen in der Toilette im Nu los
Matratze vom Discounter ist besser als die Konkurrenz, sagt Stiftung Warentest
Für einen guten Schlaf, braucht es auch eine gute Matratze. Stiftung Warentest hat weitere Schlafunterlagen getestet - und ausgerechnet die günstigste ist die beste.
Matratze vom Discounter ist besser als die Konkurrenz, sagt Stiftung Warentest

Kommentare