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Schlafmohn: Darum hat diese Pflanze in Ihrem Garten nichts zu suchen

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Von: Franziska Kaindl

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Pinke Blüten des Schlafmohns auf einer Wiese.
Schlafmohn ist eine Nutz- und Heilpflanze – aber auch ein Rauschmittel. © imago-images

Er sieht sehr harmlos aus, hierzulande ist er in Gärten aber ohne entsprechende Erlaubnis strengstens verboten: der Schlafmohn. Warum das so ist, erfahren Sie hier.

Der Schlafmohn gehört zu den ältesten Nutzpflanzen und wurde schon in der Antike aufgrund seiner heilenden Wirkung bei Schmerzen, Schlafstörungen oder Durchfall eingesetzt. Heutzutage darf man sich die Pflanze hierzulande aber nur mit einer ausdrücklichen Genehmigung durch die Bundesopiumstelle des Bundesinstituts für Arzneimittel u. Medizinprodukte (BfArM) im Garten halten.

Warum ist der Anbau von Schlafmohn verboten?

Einige Pflanzenteile des Schlafmohns, botanisch Papaver somniferum, sind für den Menschen unbedenklich. So findet man zum Beispiel die Saatkörner als Teil der Füllung im Mohnkuchen oder in Mohnbrötchen. Der Milchsaft allerdings, der durch Erhitzen der Saatkapseln auftritt, enthält Opiumalkaloide. Dazu gehört auch Morphin, welches als eines der stärksten Schmerzmittel bekannt ist. Es verhindert die Schmerzweiterleitung, wodurch das Schmerzempfinden gesenkt wird. Ärzte benutzen es bei starken und stärksten akuten und chronischen Schmerzen. Bei regelmäßiger Einnahme führt es allerdings zu starker Abhängigkeit, weshalb es strikt rezeptpflichtig ist und nur unter ärztlicher Aufsicht verwendet werden darf. Zudem wird aus dem getrockneten Milchsaft, der beim Anritzen der Mohnkapseln austritt, Roh-Opium gewonnen. Es wird als Grundlage für die Herstellung von Rauch-Opium oder Heroin verwendet.

Auch interessant: Darum sollten Sie Pflanzen wie Kirschlorbeer und Bambus schleunigst aus dem Garten entfernen.

Anbau von Schlafmohn: Geld- und Haftstrafe bei Verstößen möglich

Aufgrund der gefährlichen Pflanzenteile ist der Anbau von Schlafmohn in Deutschland zu gewerblichen und privaten Zwecken verboten. Wer es trotzdem machen will, muss einen schriftlichen Antrag bei der Bundesopiumstelle einreichen und unter anderem Angaben zum Anbauzweck machen. Die Anbauerlaubnis wird bei Privatpersonen für maximal drei Jahre und maximal zehn Quadratmeter erteilt. Die Erlaubnisgebühr kostet 95 Euro.

Die rechtliche Grundlage für das Verbot ist  §3 des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Bei einem Verstoß können bis zu fünf Jahre Haft oder eine Geldstrafe drohen. Die strengen Regeln sollen nicht nur Menschen, sondern auch Tiere wie Pferde, Hunde oder Katzen schützen. Die Alkaloide können schon in geringen Dosen lebensgefählich werden.

Doch nicht nur der Anbau von Schlafmohn ist verboten. 24garten.de* hat weitere Pflanzen aufgelistet, die Sie auf keinen Fall anbauen dürfen*.

Schlafmohn ist Giftpflanze des Jahres 2021

In der Kategorie „giftige Nahrungspflanzen“ wurde der Schlafmohn 2021 zur „Giftpflanze des Jahres“ gewählt. Gleich dahinter folgen Stechapfel, Rhododendron, Efeu und Seerose. Knapp 35 Prozent der Stimmen entfielen auf den Schlafmohn. (fk)

Lesen Sie auch: Achtung giftig: Diese fünf Zimmerpflanzen sind gefährlich.

* 24garten.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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