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Leicht steigende Zinsen für Baukredite – Panikkäufe vermeiden

Sicher über den Schuldenberg

Noch liegen die Zinsen für Immobilienkredite weit unter dem Langzeitdurchschnitt von über fünf Prozent. Wer kann, sollte handeln.

Noch günstige Zinsen 

Noch immer können Verbraucher mit günstigen Zinsen für die Finanzierung ihrer Traumimmobilie rechnen. Dennoch sind nach jahrelanger Talfahrt die Hypothekenzinsen seit Ende April wieder deutlich nach oben geschnellt. Allerdings ist der effektive Jahreszins für ein Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung mit um die zwei Prozent noch immer sehr gering. „Stück für Stück nähern wir uns wieder dem Normalmaß an. Künftige Immobilienkäufer sollten daher nicht auf sinkende Zinsen spekulieren, denn die Konditionen sind immer noch extrem günstig“, so die Finanzexperten. Sie raten allen, die eine passende Immobilie bereits gefunden haben, jetzt zu handeln und die Zinsen möglichst lange festschreiben zu lassen, auch wenn für Laufzeiten über zehn Jahre ein paar Zehntel-Prozentpunkte dazukommen.

Richtig tilgen 

Auch Verbraucherschützer empfehlen Mietern, die eine eigene Immobilie wollen und sich heute leisten können, einen Bau oder Kauf nicht auf die lange Bank zu schieben. Oberstes Gebot der Finanzierung bleibt nach Angaben von Stiftung Warentest: Die Kreditraten müssen auf Dauer bezahlbar sein. Die Verbraucherschützer warnen allerdings vor Krediten mit einer jährlichen Mindesttilgung von anfangs nur einem Prozent: „Wer keine höhere Monatsrate aufbringen kann, riskiert mit einer solchen Finanzierung die Zwangsversteigerung.“ Weil sich die Schulden nur im Schneckentempo abbauen, beträgt die Restschuld eines Darlehens über 300.000 Euro nach zehn Jahren noch 266.820 Euro, und eine Anschlussfinanzierung mit einem höheren Zinssatz würde die monatliche Belastung in die Höhe katapultieren.

2-3 Prozent Tilgung

Auf stabilen Füßen steht eine Finanzierung in diesen Tagen nur mit einer Anfangstilgung von mindestens zwei Prozent; bei zehn Jahren Zinsbindung sollten es nach Meinung von Stiftung Warentest sogar mindestens drei Prozent sein, damit am Ende der Zinsbindung wenigstens ein Drittel der Schulden abgetragen ist. Ohnehin sollten sich Kreditnehmer die günstigen Konditionen so lange wie möglich sichern, also nach Möglichkeit für die gesamte Laufzeit des Kredits, mindestens aber 15 oder 20 Jahre. Generell sollte die monatliche Rate für Zins und Tilgung ein Drittel der Einkünfte nicht wesentlich übersteigen, also zum Beispiel 1.000 bis 1.300 Euro bei einem Haushaltseinkommen von rund 3.000 Euro netto. Kreditnehmer müssen bedenken, dass das Alltagsleben normal weiterläuft; eine Autoreparatur muss also genauso eingeplant werden wie ein kurzzeitiger Verdienstausfall. Niemand kann in die Zukunft blicken, Einkommensverhältnisse und Lebensumstände können sich ändern. Vorteilhaft ist, wenn der Kredit flexibel genug ist, um ihn an wechselnde Einkommens- und Vermögensverhältnisse anzupassen.

Forward-Darlehen 

Auch Immobilienbesitzer mit auslaufender Baufinanzierung sollten sich die noch günstigen Konditionen mittels eines Forward-Darlehens jetzt sichern. Nur grenzenlose Optimisten gehen heute davon aus, dass die Zinsen in den nächsten Jahren gleich bleiben oder sogar sinken werden. Sie warten bis zum Zinsbindungsende und müssen dann keine Forward-Aufschläge für die Anschlussfinanzierung bezahlen. Doch wer heute verbindlich wissen möchte, welche monatliche Belastung aus Zins und Tilgung in zwei oder drei Jahren auf ihn zukommt, sollte sich Gedanken über einen solchen Vorzeitkredit machen. Nach Angaben von Stiftung Warentest können viele Haus- und Wohnungseigentümer jetzt ihren Anschlusskredit zu Konditionen sichern, von denen sie noch vor wenigen Jahren nicht einmal träumen durften. Je nach Bank, geht das bis zu drei oder sogar fünf Jahre im voraus, und Kreditnehmer müssen sich keine Sorgen um einen möglichen Zinsanstieg machen. Viel weiter können die Zinsen nicht mehr sinken. Auch die Zuschläge für Forwarddarlehen sind auf historisch niedrige Zinssätze gesunken. Für eine Vorlaufzeit von zwei Jahren beträgt der Zinsaufschlag bei den meisten Banken nicht einmal einen halben Prozentpunkt. Manche Kreditinstitute verzichten sogar bis zu zwölf Monate auf Forward-Aufschläge.

Nicht warten 

Finanzexperten sind sich einig: Auf ein erneutes Absacken der Bauzinsen sollten Kaufinteressenten nicht hoffen, denn Indikatoren wie Konjunktur, Inflationsrate, Ölpreis und Leitzinsentwicklung tendieren nach oben. Eine abwartende Haltung empfiehlt sich da nicht. 

Barbara Tewes

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