Durchschnittlich kommt es in Deutschland zu 17 Einbrüchen pro Stunde
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Durchschnittlich kommt es in Deutschland zu 17 Einbrüchen pro Stunde

Sicherheit in den eigenen vier Wänden

Im Jahr 2016 ist die Zahl der Einbrüche erstmals seit zehn Jahren gesunken.

Dies ist vor allen den umfangreichen Aufklärungskampagnen und der verstärkten Polizeiarbeit in diesem Bereich zu verdanken. Lag die Zahl der registrierten Einbruchsversuche und Wohnungseinbrüche im Jahr 2015 noch bei etwas über 167.000, sank sie im Jahr 2016 um mehr als 16.000 Fälle. Dies ist bei weitem noch kein Grund sich beruhigt zurückzulehnen. Auch 2016 erfolgte durchschnittlich 17 Mal pro Stunde ein Einbruch oder zumindest der Versuch eines Einbruchs. Eine schwindelerregend hohe Zahl, die für Unsicherheit sorgt. Dabei ist schon mit einfachen Mitteln das eigene Zuhause zu sichern. Durch den Einsatz von technischen Mitteln, durch besondere Sicherheitsmaßnahmen und durch das eigene Verhalten, lässt sich das Einbruchsrisiko minimieren.

Welche Möglichkeiten, die eigenen vier Wände zu schützen, gibt es?

Für den Schutz des Zuhauses stehen verschiedene Mitten zu Verfügung. Dabei muss es sich nicht zwingend um High-Tech handeln. Oftmals genügen einfache Mittel und Regeln, ungebetene Gäste abzuschrecken. Dabei gibt es ganz grundsätzlich drei Möglichkeiten:

  1. Technische Mittel. Das Sichern der Wohnung oder des Hauses mittels elektronischer Überwachung.
  2. Anwesenheit vortäuschen. Mittel die den Eindruck erwecken, dass sich jemand in der Wohnung aufhält.
  3. Verhaltensmaßnahmen. Die Gefahr eines Einbruchs durch Verhaltensregeln senken.

Welche technischen Mittel sind sinnvoll?

Hier kommt wohl den meisten die Alarmanlage in den Sinn. Eine gute Alarmanlage überwacht die gesamte Wohnfläche und informiert mittels Alarm die Nachbarschaft und (je nach Modell) die Polizei. Allerdings ist eine gute Alarmanlage recht kostenintensiv. In vielen Fällen rechnet sich eine so hohe Ausgabe nicht. Alternativ gibt es auch weniger teure Ausstattungen, die Einbrecher abschrecken können.

  • Dazu gehört beispielsweise eine gute Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder. Nähert sich jemand dem Objekt, schaltet sich automatisch die Außenbeleuchtung ein. Der Eindringling steht plötzlich in vollem Licht, was die meisten zum Rückzug veranlasst. Diese Geräte sind mittlerweile zu ausgesprochen günstigen Preisen zu bekommen.
  • Zur Sicherung der Fenster und Türen eignen sich kleine Magnetschalter, die einen schrillen Alarm auslösen, wenn es zu einer Unterbrechung der Magnetverbindung kommt. Diese Nachrüstbausätze sind ebenfalls günstig zu bekommen und sehr effektiv. Der laute und schrille Alarm schreckt die meisten Einbrecher zuverlässig ab.
  • Eine weitere Alternative ist die Videoüberwachung. Die modernen Geräte sind Netzwerk- und W-LAN-fähig und auch mit Blick auf die Anschaffungskosten tragbar. Besitzer eines Smartphones können mittels einer App jederzeit einen Blick in die eigenen vier Wände werfen und so das Zuhause überwachen. Videogeräte sind in der Regel mit einem Bewegungssensor ausgestattet. Bewegt sich etwas in der überwachten Zone, wird der Besitzer sofort informiert.

Wie lässt die Anwesenheit einer Person vortäuschen?

Früher übernahm meist ein Nachbar die Aufgabe, den eigenen vier Wänden einen „bewohnten“ Eindruck zu verleihen. Heute erledigen diese Aufgabe diverse technische Mittel. Besonders der Trend zum Smart Home schafft hierfür viele Möglichkeiten. Aktion ist hier das Wort der Stunde: Ist Bewegung zu erkennen, muss auch jemand vor Ort sein. Durch Zeitschaltuhren lassen sich verschiedene Lichtquellen sporadisch ein- und ausgeschalten. Rollläden und Markisen lassen sich durch programmierbare Antriebe zu unterschiedlichen Zeiten steuern. All dies erzeugt Bewegung im Haus, was den Eindruck erweckt, es befände sich jemand darin. Auch ein TV-Simulator ist sehr effektiv. Das kleine und recht günstige Gerät simuliert an den Wänden den Lichtschein eines laufenden Fernsehers mit allen dafür erforderlichen Bewegungen und Farbveränderungen.

Die Smart-Home Technologie offeriert an dieser Stelle noch weitere Möglichkeiten. Mittels Programmierung oder via Fernbedienung über das Smartphone lassen sich die verschiedensten elektrischen Geräte steuern. Fernseher, Radios oder andere Geräte, die Geräusche verursachen, sind so nach Belieben steuerbar. Dies in Verbindung mit einer Videoüberwachung, welche die Bewohner über Bewegungen in den Wohnräumen informiert, gehört zu den bestmöglichen Abwehrmaßnahmen gegen ungebetene Besucher.

Welche Verhaltensregeln sind zu beachten?

Das Fehlverhalten der Bewohner ist oftmals die Ursache für einen Einbruch. Die Aussage „Gelegenheit macht Diebe“ trifft hier voll und ganz zu. Unverschlossene Fenster, Balkon- oder Terrassentüren sind für ungebetene Gäste geradezu eine Einladung. Besonders im Sommer sind ganze Banden unterwegs, die auf solch eine Gelegenheit hoffen. Daher müssen alle Fenster und Türen geschlossen sein, wenn die Bewohner das Zuhause verlassen. Eine Abwesenheit von zehn Minuten reicht den Tätern bereits aus, um immensen Schaden anzurichten.

Um Eindringlingen die Motivation zu nehmen, macht es Sinn, möglichst wenige Wertgegenstände in den eigenen vier Wänden aufzubewahren. Hochwertiger Schmuck, Bargeld oder Wertpapiere sind in einem Bankschließfach besser aufgehoben. Lässt sich das Depot von wertvollen Gegenständen nicht vermeiden, ist eine sichere Unterbringung angebracht. Von der Idee, Wertsachen zu verstecken, wird dringend abgeraten. Professionelle Einbrecher kennen nahezu jedes Versteck. Erheblich sicherer ist die Anschaffung eines Safes oder eines Tresors. Sichere und hochwertige Tresore sind in den verschiedensten Ausführungen und Größen zu bekommen. Dank moderner Produktionen und Materialien sind die Kosten hierfür heute günstiger denn je. Sie können in Wände, Böden oder auch Möbel integriert werden und bieten den idealen Schutz für Wertgegenstände.

Eine weitere Unart, die viele begehen, ist das einfache Zuziehen der Eingangstür. Ein geübter Eindringling kann eine unverschlossene Tür binnen weniger Sekunden öffnen, oftmals genügt dafür die Bonuskarte eines Supermarkts. Daher sollte die Eingangstür immer mit dem Schlüssel abgeschlossen sein – auch bei nur kurzer Abwesenheit. Hier kann Bequemlichkeit ausgesprochen teure Folgen haben.

Ein sehr wirksames Mittel gegen Einbrecher ist die Aufmerksamkeit der Anwohner. Auffällige Personen, Fremde, die Umherschleichen oder Unbekannte, die mit ihren Handys die Umgebung fotografieren, sind oft Indizien, dass jemand die Gegend auskundschaftet. Hier müssen sich die Anwohner untereinander verständigen und sich gegenseitig über Auffälligkeiten informieren. Bilder von fremden Fahrzeugen und Personen können später bei der Aufklärung von Straftaten hilfreich sein. Zudem sollten solche Personen möglichst offen beobachtet werden. Weiß der Straftäter, dass er auffällt, zieht er sich meistens zurück. Auch das offene Ansprechen mit einer Frage wie „Brauchen Sie Hilfe?“ oder „Suchen Sie etwas bestimmtes?“ kann Kundschafter abschrecken.

Einen 100-proznetigen Schutz gegen Einbrecher gibt es nicht, doch mit einigen Maßnahmen kann das Risiko minimiert werden.

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